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24. September 2018, 18:01 Uhr

Deutscher Arbeitsmarkt

Frauen stellen nur knapp jede dritte Führungskraft

Sie bekommen weniger Geld und seltener Führungsjobs - eine neue Auswertung zeigt, wie langsam sich die Lage von Frauen am Arbeitsmarkt bessert. Der Rat der Statistiker: Augen auf bei der Berufswahl!

In Deutschland gibt es deutlich weniger Frauen in Führungspositionen als Männer: Knapp jeder dritte Chefposten ist von einer Frau besetzt. Der Anteil ist seit Jahren weitgehend konstant und hat sich auch nach einer neuen Auswertung von Arbeitsmarktdaten des Statistischen Bundesamts kaum verändert.

Demnach lag der Frauenanteil unter den Führungskräften in Deutschland im Jahr 2017 bei 29,2 Prozent. Zum Vergleich: Vor 20 Jahren betrug er 26,6 Prozent. Frauen sind den Angaben zufolge auch immer noch seltener berufstätig als Männer. Ihr Anteil an allen Erwerbstätigen lag 2017 bei 46,5 Prozent. Zwanzig Jahre zuvor waren es 42,9 Prozent gewesen.

Wie hoch der Anteil weiblicher Führungskräfte war, hing 2017 den Angaben zufolge allerdings stark von der Branche ab - und vom Alter:

Zu Führungskräften rechnen die Statistiker die Geschäftsführung von Unternehmen, die Bereichsleitung großer Unternehmen sowie leitende Positionen im Verwaltungsdienst. Eine solche Führungsposition hatten 2017 den Angaben zufolge 4,6 Prozent aller Erwerbstätigen in Deutschland.

Die Zahlen sind Teil einer umfangreichen Datensammlung mit verschiedenen Aspekten zur Qualität der Arbeit, die das Statistische Bundesamt mit teils unveröffentlichten und teils bekannten Daten aufbereitet hat. Zu den insgesamt sieben Bereichen zählen unter anderem Arbeitssicherheit und Gleichstellung, Arbeitszeit und Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Beschäftigungssicherheit.

Unterschiede in Verdienst und Karrierewegen

Zur Gesamtsituation der Frauen auf dem deutschen Arbeitsmarkt stellten die Statistiker fest: Frauen würden sich bei der Berufswahl immer noch häufig auf ein begrenztes Spektrum an Tätigkeiten festlegen. Die Folge: "Mit der frauen- und männertypischen Berufswahl sind häufig Unterschiede im Verdienst und in den Karriereverläufen verknüpft."

Frauen verdienen demnach seit Jahren weniger Geld als Männer. Seit dem Jahr 2002 sei der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern fast konstant geblieben, teilen die Statistiker mit. Der durchschnittliche Bruttostundenverdienst von Frauen lag 2017 demnach um 21 Prozent niedriger als der Verdienst von Männern. Die Unterschiede seien in Westdeutschland und Berlin mit 22 Prozent höher ausgefallen als in Ostdeutschland.

Am größten seien die Gehaltsunterschiede im Bereich Kunst, Unterhaltung und Erholung gewesen, sowie bei freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen - jeweils etwas mehr als 30 Prozent. Auch im Handel sowie bei der Instandhaltung und Autoreparatur, wo traditionell Männer stärker vertreten sind als Frauen, waren die Verdienstunterschiede hoch. In keinem einzigen Wirtschaftszweig hätten Frauen mehr Einkommen als Männer.

Mehr Menschen haben einen Nebenjob

Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung: Der Anteil der Beschäftigten, die neben ihrem eigentlichen Beruf noch einen Nebenjob haben, steigt. Im Jahr 2017 übten 5,4 Prozent aller Erwerbstätigen mindestens eine weitere Tätigkeit aus. Zehn Jahre zuvor lag der Anteil den Angaben zufolge noch bei 3,7 Prozent.

Mit 5,9 Prozent gingen Frauen im Jahr 2017 häufiger einem weiteren Job nach als Männer (4,9 Prozent). Als Grund dafür vermuten die Statistiker, dass Mehrfachbeschäftigungen häufiger bei Teilzeitangestellten vorkommen. Und bei denen ist, wenig überraschend, der Frauenanteil höher.

fok/AFP

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