Sekundenschlaf mit Folgen Banker tippt aus Versehen 222.222.222,22 Euro ein

Weil er auf der Tastatur eingenickt war, hat ein Bankangestellter auf einer Überweisung aus 64 Euro mehr als 222 Millionen Euro gemacht. Seine Kollegin übersah den Fehler - und wurde gefeuert. Zu Unrecht, entschieden nun hessische Richter.

Nickerchen im Büro: Sicherheitsabstand zur Tastatur einhalten
Corbis

Nickerchen im Büro: Sicherheitsabstand zur Tastatur einhalten


Der Sekundenschlaf ihres Kollegen kostete sie fast den Job: Eine Bankangestellte hat sich vor Gericht erfolgreich gegen ihre Kündigung gewehrt, nachdem sie einen im Sekundenschlaf begangenen Fehler ihres Kollegen übersehen hatte. Der eingenickte Arbeitskollege war auf die Taste "2" der PC-Tastatur geraten und hatte die Summe in dem Zahlungsbeleg eines Rentners unabsichtlich von 64,20 Euro auf 222.222.222,22 Euro geändert.

Die 48-Jährige war als Sachbearbeiterin dafür zuständig, die Belege zu kontrollieren, doch der Fehler fiel ihr nicht auf, und sie gab ihr Okay. Erst später bemerkte ein anderer Kollege den Zahlensalat und korrigierte ihn.

Für den Arbeitgeber war der Vorfall ein Beweis dafür, dass die Frau an dem fraglichen Arbeitstag die Belege gar nicht geprüft, sondern ohne Kontrolle freigegeben habe. Die Bank warf der Frau vorsätzliche Täuschung über ihre Arbeitsleistungen vor und kündigte ihr fristlos. Zu Unrecht, wie nun das Hessische Landesarbeitsgericht in der zweiten Instanz bestätigte (Aktenzeichen 9 Sa 1315/12).

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Arbeitsrechtsurteile: Abgemahnt, gefeuert, geklagt
Nach Angaben des Gerichts arbeitete die Frau seit 1986 bei der Bank und erledigte dort ein verblüffendes Pensum: Am 2. April 2012, dem Tag des Missgeschickes, überprüfte sie 603 Belege jeweils innerhalb von weniger als 1,4 Sekunden, 105 Belege binnen 1,5 bis 3 Sekunden und 104 Belege in mehr als 3 Sekunden. Eine vorsätzliche Schädigung der Bank konnten die Richter nicht erkennen.

Nach der Vorbearbeitung durch den Arbeitskollegen könne der Klägerin nur noch eine unterlassene Kontrolle des Überweisungsträgers vorgeworfen werden. Die Frau habe zwar einen "schweren Fehler" begangen, der Bank sei im vorliegenden Fall aber eine Abmahnung statt einer Kündigung "noch zumutbar" gewesen. Auch eine Auflösung des Arbeitsverhältnisses lehnten sie ab, so die Richter.

afp/dpa/vet



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insgesamt 59 Beiträge
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Seite 1
boingdil 10.06.2013
1. 603 Belege in1,4 Sekunden?
Das kann ja nicht funktionieren. Nicht unbedingt der Fehler der Frau, aber die Relation von Prüfinhalt und Prüfzeit ist hier ja nicht gerade optimal.
raber 10.06.2013
2. Roulette-Mangaer dürfen sich (folgenschwer) vertun
Die Bank wollte eine Mitarbeiterin feuern wegen dieses Fehlers. Da fragt man sich wieso Mitarbeiter (oder Manager) Millionen-Boni von diesen Vereinen erhalten wenn sie so schlecht gearbeitet haben. Anscheinend steht es dann nicht einmal zur Debatte ob sie gefeuert werden sollen. Ist Roulette-Spielen jetzt bei den Banken ein sicherer Job geworden als irgendwo am Schreibtisch zu sitzen?
jujo 10.06.2013
3. ....
Zitat von sysopCorbisWeil er auf der Tastatur eingenickt war, hat ein Bankangestellter auf einer Überweisung aus 64 Euro mehr als 222 Millionen Euro gemacht. Seine Kollegin übersah den Fehler - und wurde gefeuert. Zu Unrecht, entschieden nun die hessischen Richter. http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/arbeitsrecht-eine-bankangestellte-wehrt-sich-gegen-die-kuendigung-a-904892.html
Da denke ich mir sollten die Bankverantwortlichen mal die Menge der zu prüfenden Vorgänge in der vorgegebenen Zeit überdenken. Sollten die Zahlen stimmen, wird nicht geprüft sondern nur abgenickt!
bluemetal 10.06.2013
4. Aha
Der eine schläft während der Arbeit (Sekundenschlaf, logisch. Die Standart-Ausrede) und die andere "prüft" das und übersieht eine läppische 222 Millionen-Überweisung. Klar, so kleine Summen rutschen schon mal durch. Die hat das nicht geprüft, nicht mal angesehen. Ich würde beide Deppen feuern.
genie_der_genies 10.06.2013
5. optional
boingdil: 1,4 Sekunden pro Beleg. Nur so als Verständnishilfe.
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