Was Azubis verdienen Das sind die bestbezahlten Ausbildungsberufe

Die Löhne von Azubis sind überdurchschnittlich gestiegen - im vierten Jahr in Folge. Traditionell schlecht bezahlte Jobs wie Bäcker oder Kellner holen auf. Doch es gibt immer noch Lehrlinge, die unter 300 Euro im Monat verdienen.

DPA

Viel Plackerei, wenig Geld - Jugendliche finden es oft nicht attraktiv, eine Lehre zu machen. Der Azubi-Mangel führt nun dazu, dass die tariflichen Ausbildungsvergütungen steigen, im vergangenen Jahr zum vierten Mal in Folge.

Azubis verdienen im Westen durchschnittlich 832 Euro brutto pro Monat, im Osten 769 Euro, so das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Das entspricht einem Anstieg von 3,7 und 4,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ostdeutsche Jugendliche verdienen jetzt rund 200 Euro mehr als noch vor neun Jahren.

Laut der BIBB-Studie profitieren die Azubis vor allem von einer vergleichsweise guten Wirtschaftlage in Deutschland, aber auch von den stark sinkenden Zahlen der Schulabgänger. So lag im Jahr 2006, als es noch weniger Stellen als Bewerber gab, die Steigerungsrate bei den Azubi-Gehältern lediglich bei einem Prozent. Erst seit 2012 Tausende freie Stellen nicht besetzt werden konnten, steigen die Azubi-Löhne kontinuierlich um vier bis fünf Prozent.

Spitzenverdiener der Azubis sind Jugendliche, die eine Ausbildung zum Binnenschiffer machen. Auch auf dem Bau oder im Maschinen- und Anlagenbau verdienen Lehrlinge mehr als 1000 Euro im Monat. Im Mittelfeld sind Dachdecker, Gebäudereiniger oder Gärtner (700 bis 800 Euro).

Azubis von Berufen mit traditionell niedrigen Gehältern hinken beim Lohn noch hinterher, aber sie holen auf. Ihre Löhne sind 2015 überdurchschnittlich gestiegen. Restaurantfachkräfte, Fachkräfte für Systemgastronomie und Köche kommen jetzt auf Monatsgehälter von mehr als 730 Euro. Dabei gilt: Der Markt reguliert den Preis; je geringer die Bewerberzahlen, umso höher die tariflichen Steigerungen.

Mickrig bezahlt werden nach wie vor angehende Friseure (494 Euro), Floristen (587 Euro) und Bäcker (600 Euro). Schlusslichter der Ausbildungsberufe sind Schuhmacher und Tankwarte. Sie verdienen nur rund 500 Euro. Friseurlehrlinge im Osten schneiden am schlechtesten ab: Sie erhalten nur 269 Euro im Monat. Zum Leben reicht das nicht.

Lehrlingsberufe mit den höchsten und niedrigsten Gehältern finden Sie hier im Überblick. Mehr zum Thema gut bezahlte Jobs finden Sie hier.

vet

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insgesamt 94 Beiträge
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Seite 1
GaliX622 07.01.2016
1. Tankwart
ist das ernsthaft ein aus Ausbildungsberuf? Wtf.
derhugokommt 07.01.2016
2.
269€... So etwas gehört verboten und unter Strafe gestellt. 500€ sollte die Mindestgrenze sein.
GoaSkin 07.01.2016
3. Bäckereien sollten sich es leisten können
Fast nichts hat seit der Euro-Einführung einen derartigen Preis-Anstieg erlebt, wie Backwaren. Zugleich arbeiten Bäckereien wirtschaftlicher, in dem sie für mehr Filialen produzieren und dass die Kunden wegbleiben, ist auch nicht der Fall. Da sollte doch von den Einnahmen auch was für hohe Azubi-Löhne drin sein.
moosi1 07.01.2016
4. Mindestlohn für Azubis
Für die Stunden im Berufskolleg müsste der Bund den Mindestlohn zahlen im Rahmen der Berufsausbildungsbeihilfe (BAB). Dann passt auch wieder, was der Handwerker mir für eine Lehrlingsstunde in Rechnung stellt.
zora81 07.01.2016
5. Zum Leben zu wenig
Ich finde, man sollte zumindest von seinem Aubildungsgehalt ohne fremde Hilfe leben können. Es gibt ja auch Azubis, die älter sind und umschulen. Kein Wunder, dass alle studieren wollen - und sei es perspektivlosen Quatsch, der im Anschluss direkt in die folgende Dauerarbeitslosigkeit führt..
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