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Amerikanischer Jobtraum Wie Deutsche ihr Glück in New York suchen

3. Teil: Ariane Hundt, Fitnesstrainerin: "Sei nicht zu blauäugig"

Ariane Hundt, 35: Die Personal Trainerin aus Dortmund ist seit zehn Jahren in New York Zur Großansicht
Katharina Finke

Ariane Hundt, 35: Die Personal Trainerin aus Dortmund ist seit zehn Jahren in New York

"Ohne Greencard oder Visum ist es schwer, eine Stelle in den USA zu finden. Als ich mit 24 nach New York kam, hatte ich über 200 Bewerbungen geschrieben und nichts bekommen. Die erste Frage beim Vorstellungsgespräch zielte immer auf die Aufenthaltsgenehmigung ab, denn die Arbeitgeber zahlen nicht gern fürs Visum. Also schlug ich mich erst mal mit mehreren Nebenjobs gleichzeitig durch: Deutschunterricht geben, Messekarten verkaufen, babysitten.

Damit konnte ich gerade so die Miete zahlen. Dann kam 9/11, und nichts ging mehr. Also bin ich zum Arbeiten nach Connecticut, was mir nicht gefallen hat. Das Leben war so langweilig, dass ich eine Ausbildung als Personal Trainerin machte.

Zwei Jahre später stellte mich, zurück in New York, endlich eine Firma ein und sponserte meine Greencard. Mein Einstiegsgehalt waren 45.000 US-Dollar, damit kommt man in New York nicht weit. Aber ich habe mich schnell hochgearbeitet. Nach drei Jahren mit 15 Stunden täglich am Schreibtisch war ich Assistant Director of Research. Dafür blieb mein Privatleben auf der Strecke. Ich wusste, dass sich etwas ändern muss. Ich wollte ein Bootcamp auf der Brooklyn Bridge aufmachen.

Der Start war ernüchternd

Also gab ich vor und nach der Arbeit Fitnesskurse und legte mir Geld zur Seite. Außerdem machte ich einen Master in Ernährungswissenschaften. Vor vier Jahren kündigte ich dann meinen Job und machte mich als Personal Trainerin selbständig. Das erste Bootcamp war ernüchternd: Keiner kam. Ich verteilte unzählige Flyer, Medien fingen an, über mich zu berichten, immer mehr Menschen kamen. Nach vier Monaten hatte ich das gleiche Gehalt wie in meinem alten Job. Inzwischen ist es eines der erfolgreichsten Bootcamps der Stadt und mein "Slim & Strong-Kurs" Wochen im Voraus ausgebucht.

Pech hatte ich bislang nur einmal, als letztes Jahr ein Angestellter mein Vertrauen missbrauchte. Erst wollte ich alles hinschmeißen, dann habe ich mich wieder aufgerappelt. Schließlich erfüllt mir mein Job einen Traum: Ich kann positiven Einfluss auf Menschen haben. Und dafür gebe ich viel. Ich stehe sechs Tage die Woche um fünf Uhr auf und arbeite bis acht Uhr abends.

Mein Rat ist daher immer: Sei nicht blauäugig und komm einfach hierher, sondern informiere dich erst mal. Ich habe mir das auch gut überlegt, aber nie mit so einem Erfolg gerechnet: Ich darf mich neben meinem Idol David Kirsch als Fitnessexpertin einreihen, in den nächsten Wochen kommt meine Workout-DVD auf den Markt. Und bald mache ich mein eigenes Studio in Manhattan auf. This is really a dream come true."

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