Protokolle von Marie-Charlotte Maas
Singapur selbst ist kein großer Markt: kaum so groß wie Hamburg, fünf Millionen Einwohner - und eine Geburtenrate, die noch unter der von Deutschland liegt. Die strengen Gesetze und das harte Durchgreifen der Behörden sind legendär. Wer eine Zigarette achtlos fallen lässt, muss mit umgerechnet 500 Euro Strafe rechnen. Kaugummis werden bei der Einreise gleich vom Zoll beschlagnahmt - man könnte sie ja auf die Straße spucken.
Dennoch ziehen jedes Jahr Zehntausende Menschen aus aller Welt auf die Insel an der Südspitze Malaysias. 2010 hat Singapur Aufenthaltserlaubnisse und Staatsbürgerschaften an fast 50.000 Ausländer vergeben. In der ehemaligen britischen Kolonie leben und arbeiten rund 7000 Deutsche. Die meisten sind bei einem der knapp 1200 deutschen Unternehmen im Land angestellt, "die Zahl steigt kontinuierlich", sagt Tim Philippi, Geschäftsführer der Deutsch-Singapurischen Industrie-und Handelskammer.
Boomende Branchen seien Logistik, Finanzwesen und IT, aber auch Chemie, Elektronik und Maschinenbau. In Zukunft sollen Gesundheitspflege und Tourismus dazu kommen. 2010 hat Singapur sein Bruttoinlandsprodukts um 14,5 Prozent gesteigert, für 2011 rechnet man mit einem Wachstum von fünf bis sechs Prozent. "Singapur hat einen rasanten Wandel vom Schwellen- zum Industrieland durchgemacht", so Philippi. Heute sei es einer der teuersten Standorte weltweit.
Was Singapur außer einer rasant wachsenden Wirtschaft, hohen Mietpreisen und strengen Gesetzen zu bieten hat, erzählen vier Deutsche, die dort eine neue Heimat gefunden haben.
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