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Bezahlter Urlaub statt Masseur US-Angestellte wünschen sich deutsche Sozialleistungen

Schöne neue Arbeitswelt? So soll der Google-Campus mal aussehen Zur Großansicht
REUTERS

Schöne neue Arbeitswelt? So soll der Google-Campus mal aussehen

Im Büro wartet der Masseur, zu Hause räumt die Putzhilfe auf: Im Silicon Valley werden viele Mitarbeiter verwöhnt. Dabei hätten sie lieber andere Extras - die in Deutschland selbstverständlich sind.

Freibad und Fitnesscenter, Kletterwand und Kegelbahn: Was könnte großartiger sein als bei einem Tech-Konzern im Silicon Valley zu arbeiten? Ein Job bei einer Firma in Deutschland. Diese Antwort legt eine Studie der US-Internetplattform Glassdoor nahe.

Die Job- und Karriere-Community, auf der Mitarbeiter anonym ihre Firmen bewerten können, hat ausgewertet, welche Arbeitgeberangebote Angestellte in den USA besonders schätzen - und herausgekommen ist eine Liste deutscher Sozialleistungen.

Auf Platz eins: Zuzahlung zur Krankenversicherung. Es folgen: bezahlter Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Rentenbeitrag. Was für deutsche Angestellte selbstverständlich ist, wird in den USA als tolles Extra verkauft. Und vier von fünf US-Angestellten geben an, dass ihnen diese Angebote wichtiger sind als eine Gehaltserhöhung.

Wie gut deutsche Mitarbeiter im Vergleich mit Kollegen in den USA dastehen, zeigt auch die Glassdoor-Liste der großzügigsten Arbeitgeber. Spitzenreiter ist Netflix - weil die Firma ein Jahr bezahlte Elternzeit anbietet und Vätern und Müttern garantiert, dass sie nach der Auszeit in den alten Job zurückkehren dürfen. Bei Spotify gibt es immerhin sechs Monate bezahlte Elternzeit und danach einen Monat flexible Arbeitszeiteinteilung. Auch das reicht für die Topliste der großzügigsten Arbeitgeber.

Glassdoor erhebt selbst keinen Anspruch auf Vollständigkeit der Liste. Die Bewertung von Arbeitgeberangeboten sei sehr subjektiv, und so werde ein Plätzchenbackkurs schon mal positiver gewertet als ein Jahr Elternzeit. Für Arbeitgeber sei die Liste aber ein guter Indikator, wie sie den Kampf um die besten Talente gewinnen können. Für deutsche Angestellte ist sie ein guter Beweis dafür, wie gut es uns geht.

Hier die Liste im Detail:

1. Netflix. Bietet ein Jahr bezahlte Elternzeit an und garantiert die Rückkehr auf den alten Job in Voll- oder Teilzeit.

2. REI. Hier dürfen sich Angestellte einmal im Jahr bei vollem Lohn zwei Tage freinehmen, um ihrem liebsten Freizeitsport nachzugehen.

3. Salesforce. Spendet pro Mitarbeiter 1000 Dollar im Jahr an einen Wohltätigkeitsverein der Wahl. Angestellte dürfen pro Jahr sechs Tage freinehmen, um sich ehrenamtlich zu engagieren und kriegen in der Zeit ihr Gehalt weitergezahlt.

4. Spotify. Bietet für Mütter und Väter sechs Monate bezahlte Auszeit und einen Monat flexible Arbeitszeiteinteilung an. Zahlt außerdem das Einfrieren von Eizellen und Fruchtbarkeitsbehandlungen.

5. World Wildlife Fund. Gibt seinen Mitarbeitern jeden zweiten Freitag frei.

6. Airbnb. Hier bekommt jeder Angestellte ein 2000-Dollar-Guthaben für Übernachtungen in Airbnb-Unterkünften.

7. PwC hilft seinen Angestellten bei der Rückzahlung ihrer Studiengebühren mit 1200 Dollar im Jahr.

8. Pinterest. Gestattet drei Monate bezahlte Elternzeit und danach einen Monat Teilzeit.

9. Burton. Gibt seinen Angestellten Skipässe und einen Tag zum Skifahren frei, wenn es viel geschneit hat.

10. Twilio. Hier kriegen alle Mitarbeiter einen Kindle und 30 Dollar im Monat für Bücher.

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1. Kindle statt Krankenversicherung,
ex_Kamikaze 04.02.2016
das bekommen wir auch bald. TTIP ist im Anmarsch....
2. ja das tolle deutsche System
manicmecanic 04.02.2016
Das im Artikel kaum verhohlen gelobt wird.Wir erleben nur gerade historisch gesehen wie es zusammen klappt.Die Leistungen werden immer kleiner und die Zuzahlungen immer größer.Mittlerweile sind selbst nach offiziellen Zahlen die Mehrheit der Lohnempfänger als Rentner Sozialfälle.Da ziehe ich das alte Amisystem vor wo ich wenigstens die paar Teuros ganz für mich behalten kann statt zwangsweise wie ein unmündiges Kind in alle möglichen schwarzen Löcher einzuzahlen.Ich habe mehrfach in den Staaten gelebt und kenne eine Menge Menschen querbeet von ungelerntem Arbeiter bis zu high potentials.Selbst die Unterlinge haben ein ganz gutes Auskommen nach dem Arbeitsleben,und der große Unterschied ist daß man nicht wie hier die biblischen 45 Jahre im Job schaffen muß um Pension zu bekommen.Sicher ist die Leistung dann klein,aber man ist dann nicht schon altersmäßig jenseits von gut und böse.Aber der deutsche ist ja nicht in der Lage so frei über sein Leben zu entscheiden nach der Meinung der Herrschenden.
3. wundert mich nicht
Lagrange 04.02.2016
viel besser als in Deutschland kann es Arbeitnehmern ja auch kaum gehen. Das Rechtssystem bevorteilt hier (ähnlich wie beim Mietrecht) ganz klar das Individuum. Wir lassen uns unser gutes Sozialsystem ja auch einiges kosten. Ich bin jedenfalls froh eine Arbeitsstelle in Deutschland zu haben - trotz der hohen Steuern
4. Falsch!
sameagle 04.02.2016
"Für deutsche Angestellte ist sie ein guter Beweis dafür, wie gut es uns geht." Es sollte wohl eher für amerikanische Angestellte ein guter Beweis sein wie schlecht es Ihnen geht! Und uns sollte es daran erinnern, das es sich zu kämpfen lohnt und die ewigen Schauermärchen vom Jobverlust durch zu viel Lohn usw. der Arbeitgeber nicht immer so ernst zu nehmen sind. Wenn ich nur daran denke welches Elend der Mindestlohn lt. Arbeitgebern über dieses Land bringen sollte........
5.
misterknowitall 04.02.2016
Zitat von manicmecanicDas im Artikel kaum verhohlen gelobt wird.Wir erleben nur gerade historisch gesehen wie es zusammen klappt.Die Leistungen werden immer kleiner und die Zuzahlungen immer größer.Mittlerweile sind selbst nach offiziellen Zahlen die Mehrheit der Lohnempfänger als Rentner Sozialfälle.Da ziehe ich das alte Amisystem vor wo ich wenigstens die paar Teuros ganz für mich behalten kann statt zwangsweise wie ein unmündiges Kind in alle möglichen schwarzen Löcher einzuzahlen.Ich habe mehrfach in den Staaten gelebt und kenne eine Menge Menschen querbeet von ungelerntem Arbeiter bis zu high potentials.Selbst die Unterlinge haben ein ganz gutes Auskommen nach dem Arbeitsleben,und der große Unterschied ist daß man nicht wie hier die biblischen 45 Jahre im Job schaffen muß um Pension zu bekommen.Sicher ist die Leistung dann klein,aber man ist dann nicht schon altersmäßig jenseits von gut und böse.Aber der deutsche ist ja nicht in der Lage so frei über sein Leben zu entscheiden nach der Meinung der Herrschenden.
Ach kommen Sie. Die Hälfte der Bevölkerung in den USA lebt am Existenzminimum. Und den Senioren geht es in den Staaten sicher nicht besser als hier. Außerdem wird der Zusammenbruch der Sozialkassen auch seit 30 Jahren heraufbeschworen und trotzdem klappt es immer noch sehr gut. Man darf nur nicht den Fehler machen und zuviele Ausnahmen zulassen oder Einzahler aus dem System entlassen. Den wie bei allen Umlagen wird es für den Einzelnen immer teuerer je weniger einzahlen. Ach was rede ich, besonders auffällig an dem Amisystem ist ja der Egoismus, und Sie scheinen genau dies zu präferieren. Sowas hat natürlich keinen Platz in einem Sozialsystem.
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