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Kündigung per Twitter "Du bist gefeuert! Viel Glück ohne Geld"

Kein Pizza-Job für Cella: Gratis-Pizza hätte es auch gegeben (Symbolfoto) Zur Großansicht
Corbis

Kein Pizza-Job für Cella: Gratis-Pizza hätte es auch gegeben (Symbolfoto)

Cella lästert auf Twitter über ihre neue Stelle bei einem Pizzaservice: "Morgen fängt mein Scheißjob an." Ihr Chef antwortet prompt, ebenfalls per Tweet - die junge Frau aus Texas muss den Dienst gar nicht erst antreten.

Warum arbeiten, wenn man auch berühmt werden kann? Das könnte das Resümee von Cella sein, einer junge Frau aus Texas, wenn sie auf die vergangenen vier Tage blickt. Viel weiß man nicht über diese Berühmtheit. @Cellla_ ist ihr Nutzername beim Kurznachrichtendienst Twitter, gefolgt von einem Sonnenschein-Symbol, wo sonst der Nachname stehen könnte. Und sie arbeitet nicht so gern für Jet's Pizza in Mansfield, einem Vorort von Dallas.

Dafür allein wird man noch nicht berühmt. Aber Cella hat etwas Einmaliges geschafft. In einer Social-Media-Welt, in der regelmäßig jemand seinen Job verliert, weil er zum Beispiel auf Facebook öffentlich über seinen Chef lästert, ist ihr ein Superlativ gelungen: Sie wurde wegen eines Tweets gefeuert, noch bevor sie überhaupt bei Jet's Pizza angefangen hat. Sie findet das anscheinend eher lustig:

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Allerdings ist Cella in die Sache wohl nur so reingerutscht, weil sie keine Lust aufs Pizza-Business hatte. So twitterte sie am 6. Februar: "I start this fuck ass job tomorrow", gefolgt von mehreren Daumen-runter-Symbolen. Dumm nur, dass ein künftiger Kollege über den Tweet stolperte und ihn seinem Chef, Robert Waple, zeigte. Der hatte wenig Lust auf eine Mitarbeiterin, die so wenig Lust auf ihre Aufgabe hat.

Also reaktivierte er tags darauf seinen Twitter-Account unter @Robertwaple, um Cella zu antworten: "Nein, du wirst heute nicht in deinem FA Job anfangen" - mit der Abkürzung "FA" vermied er es, Cellas Ausfälligkeiten zu wiederholen. "Ich habe dich gerade gefeuert! Viel Glück ohne Geld und ohne Berufsleben!"

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Inzwischen ist der Tweet nicht mehr aufzufinden, aber die Verbreitung über das Netzwerk hat längst Fahrt aufgenommen, mit Zitaten wie diesem. Cella vermutete zunächst einen Scherz.

Derweil stellte @Robertwaple klar, dass er tatsächlich Cellars Chef ist. Und dass er den Job für alles andere als furchtbar halte: "Man muss die Registrierkasse bedienen, Telefonbestellungen annehmen, Sandwiches und Salate vorbereiten. Dazu gibt's Gratis-Pizza. Wie schlimm hätte die Arbeit werden können?"

Ein Anruf bei dem Lieferservice bringt Cella schließlich Gewissheit: Ihr Tweet hat sie tatsächlich um den Job gebracht. Die Geschichte macht da schon die Runde, weltweit und mit dem Screenshot ihrer Originalnachricht, die sie inzwischen gelöscht hat:

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Auf Twitter wird diskutiert, ob die Kündigung nicht zu weit gehe - schließlich hatte Cella die Firma nicht namentlich erwähnt. Cella selbst gibt sich demonstrativ gelassen. Sie twittert, dass sie auf den Job nicht angewiesen sei - mit einer Grafik, die ein Mädchen mit Geldbündeln zeigt.

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Die Geschichte von dem Teenie, der sich um seinen Pizza-Job flucht, schafft es als Kurzmeldung in mehrere Zeitungen. Liest man Cellas eigene Retweets, könnte man den Eindruck bekommen, dass sie in Zustimmung ertrinkt. Da applaudieren Follower, weil sie es dem Chef gezeigt habe, oder raten ihr, diesen Moment des Ruhms mit Merchandising-Produkten auszuschlachten.

Tatsächlich wird der Fall viel kontroverser diskutiert. So schreibt @FifaDummy: "Wenn du dir zu fein dafür bist, bei einem Pizzadienst zu arbeiten, verdienst du es nicht besser. Viel Glück bei der Suche nach einem reichen Ehemann."

Und angesichts der Jubel-Arien, die sie über ihre Twitter-Schmonzette sammelt, sagt @farfenugen: "Fällt dir gar nicht auf, dass alle hier ÜBER dich lachen und nicht MIT dir? Mein Gott, wie blöd bist du?"

mamk

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 50 Beiträge
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1. Einfach
schlaueralsschlau 10.02.2015
Nur dumm das Mädchen
2. Tweet falsch übersetzt...
SilkeBee 10.02.2015
Im Artikel ist der Tweet des Chefs leider falsch in's Deutsche übersetzt! Ändert nicht sehr viel am Inhalt, aber... Der Chef schrieb nicht "Viel Spaß ohne Geld und ohne Berufsleben!" sondern "Viel Glück in Deinem Leben ohne Geld und ohne Job"
3. Karriere
hondje 10.02.2015
Und ich sage Morgen fange ich bei einen Scheiß Chef an und nun kann ich auch zu Hause bleiben ha ha bin mal gespant.
4.
dani7830 10.02.2015
wenn sie den Job so blöd fand obwohl noch nicht angefangen warum bewirbt man sich erst dort.
5. @hondje
Malshandir 10.02.2015
Nein, denn in Deutschland muss eine Kuendigung schriftlich erfolgen. Also dann doch zur Arbeit.
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