Bachelor-Abschlüsse in Europa "Master-Abgänger haben mehr Biss"
4. Teil: Jüri aus Estland fürchtet die Lücke nach dem Bachelor
Jüri Kirpu, 25, Estland
"Bei uns in Estland ist die Situation kompliziert. Wir gehörten früher zur Sowjetunion, und deshalb ist bei uns noch ziemlich viel durcheinander, denn es dauert, bis ein System das andere ablöst. Früher waren bei uns die Wege vorgezeichnet. Man ging zur Schule, dann zur Uni, machte vielleicht noch ein Praktikum und fing an zu arbeiten. Das funktioniert heute nicht mehr. Es entsteht oft eine Lücke zwischen dem Studium und dem Beruf, und die Leute können nichts dagegen machen, weil kein Unternehmen Bewerber ohne Berufserfahrung einstellt.
Ob der Berufseinstieg mit Bachelor gelingt, liegt ganz an der Fachrichtung. Informatiker oder Ingenieure zum Beispiel werden oft sogar schon während ihres Bachelor-Studiums eingestellt. Trotzdem gibt es viele, die noch ihren Master machen wollen, auch in diesen Studiengängen.
Geisteswissenschaftler müssen die richtigen Leute kennen
In den Geisteswissenschaften dagegen sieht es anders aus. Die Nachfrage nach diesen Absolventen ist viel geringer. Ob man eine Stelle bekommt, hängt oft auch davon ab, ob man die richtigen Leute kennt.
Generell ist es so, dass Unternehmen Absolventen mit Master-Abschluss bevorzugen. Gerade während der Krise suchen sie Mitarbeiter, die sehr gut ausgebildet sind, viele praktische Erfahrungen mitbringen und eine hohe Leistungsbereitschaft zeigen. Doch wie soll man das alles vorweisen, wenn man nicht die Chance bekommt, sich in der Praxis zu beweisen?"
- 1. Teil: "Master-Abgänger haben mehr Biss"
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- 3. Teil: Guillermo aus Spanien fragt sich, ob der Master ausreicht
- 4. Teil: Jüri aus Estland fürchtet die Lücke nach dem Bachelor
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- 6. Teil: Juraj aus der Slowakei will mehr Praxis
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