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Bachelor-Abschlüsse in Europa "Master-Abgänger haben mehr Biss"

5. Teil: Svea aus den Niederlanden setzt auf detaillierte Studiennachweise

Dalen: "Für mich auf jeden Fall noch den Master" Zur Großansicht

Dalen: "Für mich auf jeden Fall noch den Master"

Svea Dalen, 26, Niederlande

"Ich mache zurzeit meinen Bachelor-Abschluss in Public Management in Den Haag und ich denke, ich werde danach auf jeden Fall noch einen Master-Abschluss machen. Für Bewerber in den Niederlanden ist der Master enorm wichtig. Unternehmensvertreter sind der Meinung, dass die Master-Absolventen mehr Erfahrungen haben und auch mehr Biss.

Die Situation bei uns ähnelt der in Deutschland. In den Niederlanden haben wir auch Fachhochschulen und Universitäten. FH-Absolventen kommen mit einem Bachelor gut unter, bei Uni-Absolventen wird der Master vorausgesetzt. Der Bachelor gilt bei ihnen nicht als vollwertiger Abschluss, weil sie früher immer fünf Jahre studiert haben. Die Unternehmen müssen sich also erst daran gewöhnen, dass sie jetzt Bewerber haben, die nur sechs Semester studiert haben.

Ich hoffe, dass Dokumente wie die Diploma Supplements helfen, denn in ihnen wird beschrieben, welche Qualifikationen Absolventen mitbringen und welche Kurse sie absolviert haben. Solche Schreiben helfen hoffentlich in Zukunft dabei, dass Bachelor-Absolventen besser unterkommen."

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1. Wahlmöglichkeit
der_pirat 28.05.2012
Ich habe mich lange innerlich gegen Bachelor/Master geperrt, weil ich selbst immer erst dann zufrieden war, wenn ich alles erreicht hatte - einschl. Promotion. Aber die Menschen sind unterschiedlich und viele sind auch mit "weniger" zufrieden und das ist gut so. Mit den neuen Abschlüssen herrscht aus meiner Sicht mehr Transparenz.
2. Zu Svea, Den Haag: Hogeschool ist nicht FH!
junkievillage 28.05.2012
Auch wenn Bologna und Lissabon-Konvention die Gleichstellung der tertiären Bildung formal zu Papier gebracht haben: Sveas "Bachelor of Public Management" der Hogeschool Den Haag (sie ist keine Universität!) ist ein Abschluss, der leider nicht dem der Universitäten gleichgestellten, akademischen Abschluss der deutschen FHs ("Bachelor of Arts" oder "Bachelor of Science") entspricht - http://www.thehagueuniversity.com/bachelor-studies/bachelor-degree-programmes/public-management/programme-feature . In den Niederlanden sind Hogescholen nämlich keine den Universitäten gleichgestellten Einrichtungen, sondern dienen der höheren beruflichen Bildung ("Hoger Beroeps Onderwijs") und sind bewusst nicht wissenschaftlich ausgerichtet oder fundiert. Sie dürfen keine Professoren berufen und verfügen meist nur im einstelligen Prozentbereich über promovierte Dozenten. Aus Imagegründen dürfen sie sich dennoch inzwischen "University of Applied Sciences" nennen... Aufgrund der nicht gegebenen Gleichstellung werden Bachelor-Absolventen der Hogescholen auch nicht ohne mind. einjährigen "Pre-Master" (zum Aufholen der Wissenschaftlichkeit) zum Masterstudium von einer niederländischen Universität zugelassen. Im eigenen Lande wird das dort so scharf unterschieden! Auch in Deutschland merken die Hochschulen und die Arbeitgeber immer mehr, dass seit Bologna keine Niveau-Gleichheit gegeben ist. Dennoch strömen Jahr für Jahr -zigtausende Deutsche an die niederländischen Hogescholen, wo sie aber keinen dem deutschen Hochschulsystem tatsächlich gleichwertigen Abschluss erlangen können. Dieses Problem sollte der Spiegel m. E. investigativ aufgreifen und recherchieren, wie vergleichbar die Studienangebote und -abschlüsse in Europa in welchen der jeweiligen Systeme denn wirklich sind. Ein gleich oder ähnlich klingender Abschluss besagt nämlich nach wie vor gar nichts, wenn Ausrichtung und Substanz so verschieden sind.
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