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Bachelor-Abschlüsse in Europa "Master-Abgänger haben mehr Biss"

6. Teil: Juraj aus der Slowakei will mehr Praxis

Tilesch: "Viele verwechseln den Bachelor mit einem Studienabbruch" Zur Großansicht
Ma¿o ¿trauch

Tilesch: "Viele verwechseln den Bachelor mit einem Studienabbruch"

Juraj Tilesch, 26, Slowakei

"Noch vor zehn Jahren dauerte das Studium bei uns fünf Jahre, in Medizin oder Kunst sogar sechs, und erst dann machten die Studenten ihren Abschluss.

Dieses Studiensystem ist in den Köpfen vieler Menschen noch sehr verankert. Sie denken, dass man das Studium abgebrochen hat, wenn man mit einem Bachelor die Uni verlässt. Drei von vier Studenten wollen deshalb auf jeden Fall noch den Master machen, alles andere ist für sie wertlos.

"Allmählich wird es besser"

Vor allem fehlt Unternehmen bei den Bachelor-Studenten die praktische Erfahrung. Die haben die meisten Hochschulen erst in den Master gelegt. An den Technischen Hochschulen wurde schon nachgebessert, sie legen im Bachelor-Studium jetzt viel Wert auf Praxis, allmählich wird es also besser.

Trotzdem ist die Lage alles andere als entspannt. Denn die Arbeitslosenquote bei Akademikern ist bei uns recht hoch. Und wenn die Unternehmen die Wahl haben, nehmen sie lieber die Bewerber mit den höheren Abschlüssen, das ist ganz klar."

  • now68
    KarriereSPIEGEL-Autorin Britta Mersch arbeitet als freie Journalistin in Köln.

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insgesamt 2 Beiträge
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1. Wahlmöglichkeit
der_pirat 28.05.2012
Ich habe mich lange innerlich gegen Bachelor/Master geperrt, weil ich selbst immer erst dann zufrieden war, wenn ich alles erreicht hatte - einschl. Promotion. Aber die Menschen sind unterschiedlich und viele sind auch mit "weniger" zufrieden und das ist gut so. Mit den neuen Abschlüssen herrscht aus meiner Sicht mehr Transparenz.
2. Zu Svea, Den Haag: Hogeschool ist nicht FH!
junkievillage 28.05.2012
Auch wenn Bologna und Lissabon-Konvention die Gleichstellung der tertiären Bildung formal zu Papier gebracht haben: Sveas "Bachelor of Public Management" der Hogeschool Den Haag (sie ist keine Universität!) ist ein Abschluss, der leider nicht dem der Universitäten gleichgestellten, akademischen Abschluss der deutschen FHs ("Bachelor of Arts" oder "Bachelor of Science") entspricht - http://www.thehagueuniversity.com/bachelor-studies/bachelor-degree-programmes/public-management/programme-feature . In den Niederlanden sind Hogescholen nämlich keine den Universitäten gleichgestellten Einrichtungen, sondern dienen der höheren beruflichen Bildung ("Hoger Beroeps Onderwijs") und sind bewusst nicht wissenschaftlich ausgerichtet oder fundiert. Sie dürfen keine Professoren berufen und verfügen meist nur im einstelligen Prozentbereich über promovierte Dozenten. Aus Imagegründen dürfen sie sich dennoch inzwischen "University of Applied Sciences" nennen... Aufgrund der nicht gegebenen Gleichstellung werden Bachelor-Absolventen der Hogescholen auch nicht ohne mind. einjährigen "Pre-Master" (zum Aufholen der Wissenschaftlichkeit) zum Masterstudium von einer niederländischen Universität zugelassen. Im eigenen Lande wird das dort so scharf unterschieden! Auch in Deutschland merken die Hochschulen und die Arbeitgeber immer mehr, dass seit Bologna keine Niveau-Gleichheit gegeben ist. Dennoch strömen Jahr für Jahr -zigtausende Deutsche an die niederländischen Hogescholen, wo sie aber keinen dem deutschen Hochschulsystem tatsächlich gleichwertigen Abschluss erlangen können. Dieses Problem sollte der Spiegel m. E. investigativ aufgreifen und recherchieren, wie vergleichbar die Studienangebote und -abschlüsse in Europa in welchen der jeweiligen Systeme denn wirklich sind. Ein gleich oder ähnlich klingender Abschluss besagt nämlich nach wie vor gar nichts, wenn Ausrichtung und Substanz so verschieden sind.
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