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Arbeiten in Wien So lebt es sich als Piefke

3. Teil: Der Burgtheater-Intendant - "die Lebenskulturen unterscheiden sich"

  Matthias Hartmann , 49, leitet seit 2009 das Wiener Burgtheater Zur Großansicht
Reinhard Maximilian Werner

Matthias Hartmann, 49, leitet seit 2009 das Wiener Burgtheater

"Das Burgtheater zu leiten ist ein Traum. So wie Prospero im 'Sturm': Wir sind der Stoff, aus dem die Träume sind; und unser kleines Leben ist von einem großen Schlaf umringt. Wer will nicht an die führende deutsprachige Bühne, an diesen Olymp?

Die Arbeitsbedingungen hier sind sehr gut. Leider ändert sich das gerade, weil in den letzten Jahren versäumt wurde, die Subventionen anzupassen. Wir arbeiten mit stehenden Budgets, während sich ringsherum alles verteuert. In den letzen 13 Jahren gab es am Burgtheater keine Lohnsteigerung. Dafür gab es in der Spielzeit 2012 einen Zuschauerrekord, wir hatten knapp 440.000 Besucher.

Die Deutschen können nicht vernünftig tanzen

Jedes Theater ist sein eigener Mikrokosmos, überall auf der Welt. Was in Wien wirklich besonders ist, ist das Publikum. Hier gibt es die meisten Theaternarren: Sie sind außerordentlich begeistert, quer durch alle Altersgruppen und soziale Schichten. Das ist großartig.

Ich werde als Deutscher wahrgenommen, und auch ich nehme die Deutschen hier anders wahr als in Deutschland. Das ist manchmal ein bisschen unangenehm. Für die Österreicher ist Deutschland ein hochgradig respektierter, großer Nachbar, der einem aber mit seiner Humorlosigkeit, seiner Pedanterie, seiner zwanghaften Pünktlichkeit und dieser Besserwisserei gehörig auf die Nerven gehen kann. Außerdem können die Deutschen alle nicht vernünftig tanzen. Man hat eine gewisse Abscheu vor diesem Piefke.

Verstehen ist nicht gleich verstehen

Ich glaube, dass die österreichische und die deutsche Lebenskultur sich grundsätzlich voneinander unterscheiden. Dass man sich gegenseitig auf der Straße nach dem Weg fragen kann, heißt nicht, dass man sich untereinander wirklich versteht. Beide Kulturen haben negative wie positive Seiten. Mir geht es in meinem Alltag auf die Nerven, dass Besprochenes nicht unbedingt eingehalten oder ausgeführt wird - ich denke jetzt an so manchen Handwerker. Als Theatermann mag ich wiederum das Ambivalente, das Spielerische der Österreicher. Außerhalb des Theaters habe ich tatsächlich mehr österreichische als deutsche Freunde.

Wenn ich während der Proben versuchen würde, Wienerisch zu reden, würde ich sicherlich ausgelacht. Das finde ich schade, tatsächlich würde ich gerne Wienerisch können. Und ich finde es auch toll, dass meine Kinder nicht mehr 'doch', sondern 'oh ja' sagen. Das österreichische 'oh ja' ist so viel behaglicher als dieses deutsche 'doch'."

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1. Keine Panik!!!
A.E.I.O.U. 03.01.2013
Den Piefkes geht es in Wien ja immer noch besser als den Schwaben in Berlin...
2. Ach Gottchen
wwwwalter 03.01.2013
DIE Piefkes gibt es nicht, liebe Österreicher, und DIE Österreicher wohl auch nicht - das solltet ihr irgendwann gelernt haben. Z.B. ist ein Bayer den Österreichern viel näher als einem Mecklenburger oder einem Westfalen, egal ob sprachlich, historisch, oder gar genetisch betrachtet.
3. Was kommt als nächstes Thema ?
mottasvizzera 03.01.2013
Schwaben in Berlin... Deutsche in Wien ... Deutsche in der Schweiz ? Was wird damit bezweckt ?
4. Piefke---
paulsen2012 03.01.2013
oder lauwarmer Wiener Schmähgenäsel ? Dann doch lieber Piefke aus Preußen !, das es aber beudauerlicherweise nicht mehr gibt, weil es den "Alliierten" zu tüchtig erschien.
5.
Tiananmen 03.01.2013
Zitat von wwwwalterDIE Piefkes gibt es nicht, liebe Österreicher, und DIE Österreicher wohl auch nicht - das solltet ihr irgendwann gelernt haben. Z.B. ist ein Bayer den Österreichern viel näher als einem Mecklenburger oder einem Westfalen, egal ob sprachlich, historisch, oder gar genetisch betrachtet.
...oder, wie wir Schwaben sagen, ist der Bayer der Übergang vom Österreicher zum Menschen ;-) Nix für ungut.
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