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Europäische Union Brüssel will Arbeit im Ausland erleichtern

Vor einem Jobwechsel ins Ausland steht die Bürokratie: Diplome müssen anerkannt, Qualifikationen nachgewiesen werden. Zumindest in der EU soll das jetzt einfacher werden - per Internet.

Weniger Papierkrieg beim Jobwechsel ins Ausland: Durch ein neues Computerprogramm will die Europäische Union es Arbeitnehmern erleichtern, in andere EU-Staaten zu gehen. Dabei soll der sogenannte Europäische Berufsausweis helfen, der ab sofort die Anerkennung von Diplomen und sonstigen Qualifikationen für das Gastland ermöglicht, erklärte die EU-Kommission am Montag in Brüssel.

Zunächst soll dieser Ausweis für Krankenschwestern, Apotheker, Physiotherapeuten, Makler und Bergführer gelten. Die Gruppe von Berufen könnte aber später ausgeweitet werden.

Beim Jobwechsel ins Ausland ist es häufig nötig, erworbene Fähigkeiten dort offiziell anerkennen zu lassen. Das dient der Vergleichbarkeit von Qualifikationen, aber auch dem Schutz der Konsumenten oder Patienten. Wechselwillige in einem der genannten Berufe können diese Prozedur nun elektronisch hinter sich bringen.

Der klassische Weg bleibt erhalten

Zunächst muss der Interessent dabei ein Profil auf der Seite europa.eu/youreurope/epc anlegen und seine Dokumente hochladen, wie die EU-Kommission erläuterte. Er kann dies in jeder EU-Sprache tun. Eine Behörde im Heimatland prüft Echtheit und Gültigkeit und gibt die Bearbeitung an die Kollegen im Gastland weiter. Von dort bekommt dann beispielsweise die Krankenschwester ihr Anerkennungszertifikat, den Europäischen Berufsausweis, den sie ausdrucken kann.

Der klassische, oft mit dem Gang zum Amt verbundene Weg zur Anerkennung der Qualifikationen bleibt laut EU auch für die genannten Berufe weiter möglich. Davon abgesehen könnten für eine langfristige Niederlassung im Ausland auch bei der Nutzung des neuen elektronischen Programms weitere Prüfungen und damit auch wieder Nachweise und andere Unterlagen in Papierform nötig seien.

ler/AFP

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insgesamt 4 Beiträge
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1. Bürokratismus
mcpoel 18.01.2016
Vielleicht fällt dann in Deutsclhand endlich der Meusterzwang im Handwerk. Dafür gibt es in den meisten EU Ländern kein Äquivalent (auch wenn es freiwillige Meisterbriefe gibt). Vielleicht werden Referenzen und tatsächliches Können irgendwann auch wichtiger als Papierdokumente. Das Denken muß sich ändern, nicht der Verwaltungsprozeß.
2. Bergführer, schon klar..
eva_in_Rom 18.01.2016
Entschuldigung aber was ist denn das wieder für ein Quark? Man durchläuft das Anerkennungsverfahren der ZAB, wenn Hochschule und Abschluss nicht in Anabin sind. Bei Ausbildungsberufen sind meistens die IHKs für das Anerkennungsverfahren zuständig. Wozu jetzt neue Behörden schaffen, eine im Herkunftsland und eine in D? Auch die ZAB arbeitet nur per Mail,so weit ich weiß.
3. @1 mcpoel Sie sind nicht auf dem laufenden
manicmecanic 19.01.2016
Der Meisterzwang ist für EU Ausländer ! längst in den meisten Berufen gefallen im Zuge der Niederlassungsfreiheit.Nur mal wieder typisch deutscher Rechtsstaat gilt das NICHT für deutsche Facharbeiter.Also ich als deutscher Facharbeiter habe im eigenen Land weniger Rechte als ein Ausländer.
4. da weiß man, was man hat
freiheitimherzen 19.01.2016
Zitat von manicmecanicDer Meisterzwang ist für EU Ausländer ! längst in den meisten Berufen gefallen im Zuge der Niederlassungsfreiheit.Nur mal wieder typisch deutscher Rechtsstaat gilt das NICHT für deutsche Facharbeiter.Also ich als deutscher Facharbeiter habe im eigenen Land weniger Rechte als ein Ausländer.
Sehr geehrter manicmecanic, dafür würde ich (und sicher auch viele andere in Deutschland) mich eher auf einen deutschen Meisterbrief verlassen - da weiß man, was man hat. Viele Grüße
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