Protokolle: Marie-Charlotte Maas
Vielleicht liegt es auch an den Arbeitsbedingungen, dass die Dänen zu den glücklichsten Völkern der Welt gehören. Das Schlaraffenarbeitsland nördlich von Deutschland hat flache Hierarchien, eine gute Kinderbetreuung, humane Arbeitszeiten und eine sehr gute Bezahlung. Rund 31.000 deutsche Migranten leben in dem Königreich, nach türkischen Auswanderern stellen sie die zweitgrößte Ausländergruppe in Dänemark.
Doch es gibt auch Schattenseiten: Hohe Lebenshaltungskosten und Steuern und ein laxer Kündigungsschutz können deutsche Einwanderer verschrecken - wenn sie überhaupt erst einen Job ergattern konnten. Denn die Finanz- und Wirtschaftskrise ist auch an den Dänen nicht spurlos vorübergegangen. Im Herbst 2008 lag die Arbeitslosigkeit noch bei 1,7 Prozent, derzeit sind es 7,4 Prozent.
Besonders junge Dänen tun sich schwer bei der Jobsuche. Die Arbeitslosenquote liegt zwar unter dem Durchschnitt aller EU-Länder, doch Reiner Perau von der Deutsch-Dänischen Handelskammer schätzt die Arbeitsbedingungen in Dänemark zurzeit sogar schlechter ein als in Deutschland.
Wer es allerdings geschafft hat, kann sich über die guten Arbeitsbedingungen freuen. Vor allem für eine Gruppe sei das Wagnis lohneswert, sagt Perau: "Paare mit Kindern und Karrierewunsch sind in Dänemark bestens aufgehoben." Gesucht werden derzeit unter anderem Fachkräfte in der Informations- und Biotechnologie und der Pharmaindustrie.
Vier Deutsche erzählen, warum sie den Sprung nach Kopenhagen gewagt haben und wie sie dort leben und arbeiten.
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