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Kulturschock in China Leg den Dünndarm nicht in den Bauch zurück!

Tapfer liest sie sich in Peking durch 1000 Fragen zum Führerschein, kämpft um gebuchte Billigtickets, ist frustriert - und dann wieder überwältigt von der Hilfsbereitschaft der Chinesen. Buchautorin Sonja Piontek berichtet aus einem ebenso sagen- wie grauenhaften Land.

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Chinglisch: "Bitte singen Sie nicht konfus"
Wer in Peking ein Restaurant besucht, wird auf der Speisekarte keinen Reis entdecken. Wer in China auf einer mehrspurigen Straße den rechten Fahrstreifen befährt, sollte sich nicht wundern, wenn Pfeile darauf hinweisen, dass er sich auf der Linksabbiegespur befindet. Wer zum Neujahrsfest Feuerwerkskörper kauft, sollte Verstärkung mitbringen: Sie haben bis zu hundert Schuss und sind oft so groß, dass sie mit weniger als drei Mann kaum zu tragen sind.

China ist ein sagenhaftes Land, sagen die einen. Andere finden es grauenvoll. In jedem Fall ist China völlig anders, als wir es uns im Westen vorstellen. Für mich hat China viele Facetten: von faszinierend, bunt, überwältigend, aufregend bis hin zu laut, absurd, chaotisch - aber vor allem eines: nie langweilig.

Ich hatte das Glück, als Marketing-Managerin drei Jahre in der Volksrepublik leben zu dürfen und die uns so fremde Kultur beruflich wie auch privat kennen und lieben zu lernen. Mittlerweile bin ich wieder zurück in Deutschland, um eine einmalige Erfahrung und einige wundervolle Freundschaften reicher.

Es fiel mir anfangs schwer, mich wieder an die Korrektheit des deutschen Straßenverkehrs zu gewöhnen, wo ich doch das Fahren auf Chinas schiefkrummen Straßen so genossen habe und auch viel gelernt habe über Ölpedale und Fahrzeuge mit Alarmapparaten mit spezieller Klangwirkung.

Ich weiß mittlerweile auch, wie peinlich es sein kann, eine Situation in einer so fremden Kultur zu be- oder gar verurteilen, ohne zu verstehen, um was es wirklich geht. Wir Westler betrachten chinesische Lösungen oft als chaotisch, dilettantisch und absurd - aber es ist eben nicht die einzige und vor allem nicht die einzig wahre Sichtweise. Und so kommt es im Alltagsleben häufig zu Situationen, in denen uns der Ausdruck "Maybe have problem" die Andersartigkeit der chinesischen Kultur bewusst werden lässt.

Von Sonja Piontek ist das Buch "China, die türkise Couch und ich" im Conbook Verlag erschienen. Die folgenden vier Geschichten sind Auszüge daraus.

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Zur Autorin
Nick May
Sonja Piontek (Jahrgang 1976) studierte Kulturwirtschaft mit Schwerpunkt Südostasien in Passau und Padjadjaran (Indonesien). Drei Jahre lang lebte und arbeitete sie in Peking als Marketing-Managerin - und schrieb darüber das Buch "China, die türkise Couch und ich" (Conbook Verlag). Einfach und bequem: Direkt im SPIEGEL-Shop bestellen
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Kulturschock: Arbeiten in fremden Welten

Kulturschock

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Serie "Kulturschock"
Wer im Ausland arbeitet, erst recht in exotischen Ländern, erlebt oft einen Kulturschock - und erwischt spielend die Fettnäpfe, im Berufsleben wie in der Freizeit. Was haben Sie in fernen Ländern erlebt? Schicken Sie eine E-Mail an kulturschock@spiegel.de

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