Outsourcing kurios Für die Tochter vom Chef Hausaufgaben lösen
Nervige Aufgaben? Dafür hat man doch Angestellte! Ein chinesischer Unternehmer hat seine Mitarbeiter die Schulaufgaben seiner zwölfjährigen Tochter lösen lassen. Sie mussten Überstunden schieben, um Bilder zu malen und Aufsätze zu schreiben.
Angestellte sind was Tolles. Sie schlagen sich den ganzen Tag mit Excel-Tabellen herum, bestellen nebenher noch die Geburtstagsblumen für die Gattin und machen abends die Hausaufgaben für die Tochter. Das klingt nach einem Witz, ist aber Realität, zumindest in Jinhua im Osten Chinas. Dort hat ein Firmenchef seine Mitarbeiter Überstunden machen lassen, um die Hausaufgaben seiner zwölf Jahre alten Tochter zu erledigen. Zeitweise waren bis zu neun Angestellte damit beschäftigt, Bilder zu malen oder Aufsätze zu schreiben, berichtet die "Qianjiang Evening News".
"Der Chef sagte: 'Mach ein paar Hausaufgaben, das ist wie eine Übung'", berichtete einer der betroffenen Angestellten der Zeitung. In der Regel habe der Unternehmer zwei Mitarbeiter verpflichtet, für seine Tochter Matheaufgaben zu lösen oder kleine Modelle zu bauen. In den Ferien rund um das chinesische Neujahrsfest sei der Dienst allerdings ausgeufert: Das Mädchen sollte über seine Heimatstadt ein Bild malen, ein Video filmen, ein Foto machen oder einen Aufsatz schreiben. Um bessere Noten zu bekommen, entschied sie sich, alle vier Aufgaben zu übernehmen - beziehungsweise weiterzugeben.
Doch damit waren diesmal auch die Mitarbeiter überfordert. "Es war ein Dilemma", klagte einer Angestellten, der zum Fotografieren verdonnert worden war. "Ich konnte keine überragenden Bilder machen, weil sie ja von einer Zwölfjährigen stammen sollten, aber schlechte Bilder wollte mein Chef auch nicht."
Sein Kollege, der sich um das Video kümmern sollte, gab seine Aufgabe kurzerhand selbst weiter - an einen Freund, der bei einem regionalen Fernsehsender arbeitet. Der lieferte einen zwei Minuten langen Clip - professionell geschnitten, mt Musik unterlegt und mit Luftaufnahmen des Ortes.
Dem Fotografen wurde es schließlich zu viel - er wandte sich an die "Qianjiang Evening News". So erfuhren auch die Lehrer des Mädchens von dem Betrug: "Das ist völlig aus dem Ruder gelaufen", sagte einer von ihnen der Zeitung. Welche Konsequenzen die Schule nun ziehen wird, ist noch offen.
afp/vet
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