07. Februar 2012, 16:54 Uhr

Zu schwerer Koffer

Pilot fordert eine Million Dollar von Fluglinie

Vorsicht, Schwertransport: Piloten schleppen oft wuchtige Koffer durch den Flughafen. Weil er sich dabei eine Rückenverletzung zuzog, verklagt ein australischer Pilot eine Billigfluglinie auf umgerechnet 820.000 Euro - Ausgaben fürs Rasenmähen und Autowaschen inklusive.

Ein jeder hat sein Täschchen zu tragen. Nur ist es bei manchen schwerer als bei anderen. 18 Kilo Gewicht musste der Pilot David Linton Kloster hochwuchten, als er sich Ende 2009 auf dem Weg zur Arbeit befand und in den Bus stieg. Nach eigenen Angaben zog er sich dabei eine Rückenverletzung zu und musste ein halbes Jahr später operiert werden, wie die australische Zeitung "Daily Telegraph" berichtet.

Jetzt fordert Kloster von seinem Arbeitgeber Virgin Australia mehr als eine Million australische Dollar (820.000 Euro). Seine Begründung: Die Rückenschmerzen seien auf das Tragen der schweren Bordtasche zurückzuführen - und das hätte die Fluggesellschaft vermeiden können. Denn die Luftfahrtkarten und Handbücher, die zur gewichtigen Last wurden, hätten doch im Flugzeug aufbewahrt oder auf einem iPad gespeichert werden können.

Das Oberste Gericht des Bundesstaates Queensland bestätigte am Dienstag, dass der Pilot die Klage gegen die Airline eingereicht hat. Auf 817.000 australische Dollar des verlangten Gesamtbetrags veranschlagt David Linton Kloster, 57, allein seinen Verdienstausfall; mit 112.000 Dollar schlagen medizinische Ausgaben zu Buche.

Dazu kommen laut eidesstattlicher Versicherung 141.000 Dollar für allerlei "allgemeine" und "spezielle" Schäden. Zu den Spezialausgaben rechnet Kloster unter anderem Kosten fürs Rasenmähen, Autowaschen, den Haushalt und Baumarbeiten. Denn all das habe er wegen seiner Verletzung nicht selbst erledigen können.

Dem Gericht zufolge wurde die Entschädigungsklage bereits Anfang Januar eingereicht. Virgin Australia habe aber noch keine offizielle Benachrichtigung über die Klage erhalten, sagte Emma Copeman, Sprecherin der Fluggesellschaft. In jedem Fall nehme das Unternehmen seine Verantwortung für die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter "sehr ernst".

jol/afp


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