Nach Skandal Australische Regierung verbietet Sex zwischen Ministern und Mitarbeitern

Australiens Vize-Premier Joyce ist verheiratet, hat vier Kinder - und seine frühere Pressesprecherin geschwängert. Die Affäre hat nun Konsequenzen für alle australischen Minister.

Barnaby Joyce
REUTERS/ AAP/ Mick Tsikas

Barnaby Joyce


Australiens konservativer Premierminister Malcolm Turnbull will den Mitgliedern seiner Regierung künftig keine sexuellen Beziehungen mit Mitarbeitern mehr durchgehen lassen. Turnbull kündigte am Donnerstag einen neuen Verhaltenskodex an, wonach Minister - "egal, ob verheiratet oder nicht" - keine Affären mit Mitarbeitern haben dürfen.

Der Regierungschef reagierte damit auf die außereheliche Affäre seines Vizes Barnaby Joyce. Der Parteichef seines Koalitionspartners, der National Party, hatte zu Beginn der Woche bestätigt, dass seine frühere Pressesprecherin Vikki Campion ein Kind von ihm erwartet. Der australische "Daily Telegraph" hatte die Affäre enthüllt und ein Foto der schwangeren 33-Jährigen auf der Titelseite gedruckt.

Joyce ist seit 24 Jahren verheiratet und hat zusammen mit seiner Frau vier Töchter. In seinem Statement entschuldigte sich der 50-Jährige bei seiner Gattin, den Kindern und seinen Wählern.

Auszeit zum Nachdenken und um Vergebung bitten

Turnbull bezeichnete das Verhalten seines Stellvertreters als "entsetzlichen Einschätzungsfehler". Er habe seiner Frau und seinen vier Kindern "schrecklich wehgetan". Er wolle "nicht moralisieren", so Turnbull, aber Politiker seien Vorbilder und müssten sich bewusst sein, dass ihre Partner und Kinder wegen ihrer politischen Karriere zurückstecken. Dafür verdienten diese "Ehre und Respekt". Den Rücktrittsforderungen der Opposition schloss er sich aber nicht an.

Angesichts des wachsenden Drucks will er allerdings offenbar verhindern, dass Joyce ihn während seiner Abwesenheit aufgrund einer USA-Reise kommende Woche im Amt vertritt. Turnbull kündigte im Parlament an, Joyce werde kommende Woche eine Auszeit nehmen, um nachzudenken, seine Familie um Vergebung zu bitten "und ein neues Heim für seine Partnerin und ihr Baby" zu schaffen.

Dem untreuen Politiker wird außerdem vorgeworfen, seiner Geliebten nach deren Weggang aus seinem Büro zwei neue Jobs verschafft zu haben, darunter bei einem anderen Minister.

Joyce hatte die Regierung bereits vergangenes Jahr in Schwierigkeiten gebracht, weil er verschwiegen hatte, dass er auch die neuseeländische Staatsbürgerschaft besitzt. Wegen der doppelten Staatsbürgerschaft musste er auf seinen Parlamentssitz verzichten, so dass die rechtsliberale Koalition keine Mehrheit mehr hatte. In der fälligen Nachwahl eroberte er sich den Sitz dann aber wieder zurück.

vet/dpa



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