Nach Zugunglück in Bad Aibling Bahn entschuldigt sich für missratene Stellenanzeige

In Bad Aibling kam es 2017 durch den Fehler eines Fahrdienstleiters zu einem schweren Zugunglück. Nun bewarb die Deutsche Bahn Stellenangebote in Bad Aibling - da gebe es "die guten Jobs".

Unglücksort in Bad Aibling (Archivbild)
DPA

Unglücksort in Bad Aibling (Archivbild)


Das ging gründlich schief: Mit den Worten "Alle wollen nach Berlin - dabei sind die guten Jobs in Bad Aibling" hatte die Deutsche Bahn in einer Facebook-Anzeige ausgerechnet für den Posten eines Fahrdienstleiters geworben. Dabei hatte in Bad Aibling vor zwei Jahren ein unaufmerksamer Fahrdienstleiter eines der schwersten Zugunglücke in Deutschland mit zwölf Toten verursacht.

Die Bahn hat sich am Donnerstag für die misslungene Stellenanzeige entschuldigt. Demnach habe ein Algorithmus den endgültigen Text der Stellenanzeige formuliert. Die Software habe den Text automatisch aus Satzbausteinen, Berufsbild und Ort zusammengesetzt. Man entschuldige sich "in aller Form". Über die Anzeige hatten zuvor mehrere Medien berichtet.

"Es war in keiner Weise unsere Absicht, die Gefühle von Betroffenen oder Angehörigen des Zugunglücks von Bad Aibling zu verletzen. Wir haben die Verbreitung sofort gestoppt", teilte das Unternehmen mit. "Die Verbindung mit Bad Aibling hätten wir beim Beruf Fahrdienstleiter vorher ausschließen müssen." Es sei dafür gesorgt worden, dass "so etwas nicht mehr vorkommt". Wie lange die Anzeige online war, blieb zunächst unklar.

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Zugunglück: Der Unfall bei Bad Aibling

Bei dem Unglück waren am 9. Februar 2016 zwei Züge der Bayerischen Oberlandbahn frontal zusammengestoßen. Zwölf Menschen starben, 89 wurden verletzt. Der Fahrdienstleiter hatte auf seinem Handy gespielt und Signale falsch gestellt. Er wurde wegen fahrlässiger Tötung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.

him/dpa



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