Beerdigung mit und ohne Religion Runter kommen sie alle

In Berlin ist nicht nur das Diesseits multikulti: Ein buddhistischer Bestatter spricht mit Toten, eine Muslima bringt Leichen innerhalb von 36 Stunden in die Türkei, ein Trauerredner überlegt sich nette Abschiedsworte für ungeliebte Verwandte. Ein Rundflug durch die Berliner Begräbniskulturen.

Von David Krenz


DPA

Schlicht oder prunkvoll, schnell, preiswert, mit Pfarrer oder ohne Grabstein: Es gibt viele Möglichkeiten, einen Verstorbenen zu bestatten. In Berlin gibt es zumindest bei der Wahl zwischen Erd- und Feuerbestattung einen klaren Favoriten: Im Jahr 2009 sind in der Hauptstadt 30.155 Menschen verstorben, 24.144 wurden in einer Urne beigesetzt, das entspricht einem Anteil von 80 Prozent.

In einer islamisch oder jüdisch geprägten Stadt wäre ein solch hoher Anteil an Urnenbestattungen undenkbar. Im Islam sind Feuerbestattungen tabu, im Judentum zumindest unüblich. Und im sonst so friedlichen Buddhismus wird eine Leiche schon mal zerhackt und den Geiern zum Fraß vorgeworfen.

Welchen Herausforderungen Nicht-Christen begegnen, wenn sie Angehörige ihrer Religion entsprechend bestatten wollen, erzählen die muslimische Bestatterin Nurdide Mutlu und ihr buddhistischer Kollege Uller Gscheidel. Abschied nehmen ohne Gott, darauf hat sich Trauerredner Lutz Saalmann spezialisiert.



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because 05.11.2011
1. keine christlichen Bestattungen mehr?
Das ist ja alles ganz interessant. Aber dass den christlichen Trauerfeiern keine Aufmerksamkeit mehr beigemessen wird, zeugt doch von einem etwas verengten Blick. Außerdem ist "konfessionslos" nicht eigentlich eine Konfession. Unter den "Konfessionslosen" gibt es sicher eine Menge Menschen mit einem Bekenntnis. Die wenigsten bekennenden Muslime sind Mitglied einer Gemeinde, Freikirchlicher sind unter den "Konfessionslosen", und auch Angehörige manch einer Migranten-Gemeinde, die keinen Status öffentlichen Rechtes in Anspruch nimmt.
MonaM 05.11.2011
2. Trauerriten sind nur für die Hinterbliebenen da
Trauerstätten seien eher für die Angehörigen gedacht (http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,795310-3,00.html), sagt der buddhistische Bestatter. Damit hat er recht und das gilt auch für die gesamten Trauerriten inkl. der Trauerfeier selbst. All das ist für die Hinterbliebenen und ihre Bedürfnisse gemacht, den Toten kann es egal sein. Darum ist es zu begrüßen, dass sich immer mehr Menschen den Umgang mit dem Tod nicht mehr vorschreiben lassen und individuelle Wege beschreiten, z.B. Waldbestattungen.
sitiwati 05.11.2011
3. naja. die
Hauptperson ist es egal, wer da schwätzt, einfach entsorgen, meist ist es eh so, dass man ein Begräbnis mit Pomp benutzt, um sein schlechtes Gewissen zu beruhigen!
Hubert Rudnick, 05.11.2011
4. Rituale
Zitat von sysopIn Berlin ist nicht nur das Diesseits multikulti: Ein buddhistischer Bestatter spricht mit Toten, eine Muslima bringt*Leichen innerhalb von 36 Stunden in die Türkei, ein Trauerredner überlegt sich nette Abschiedsworte für ungeliebte Verwandte. Ein Rundflug*durch die Berliner Begräbniskulturen. http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,795310,00.html
Ich bin zwar nicht für ein religiöses Begräbnis, aber ich finde, dass man immer den Wünschen des Verstorbenen respektieren sollte und ihm also seinen letzten Willen erfüllen möge. HR
Rainer Helmbrecht 05.11.2011
5. .
Zitat von sitiwatiHauptperson ist es egal, wer da schwätzt, einfach entsorgen, meist ist es eh so, dass man ein Begräbnis mit Pomp benutzt, um sein schlechtes Gewissen zu beruhigen!
Die meisten Vorschriften über Bestattungen werden für den Umsatz der Gemeinden und der Bestattungsunternehmen erlassen. Während in Frankreich jede Familie die Urne ihres Verstorbenen zur freien Verfügung erhält, werden dt Hinterbliebene gegängelt. Völlig sinnlos. MfG. Rainer
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