Die aktuelle Stellenanzeige Sheriff gesucht! Einsatzort: Berlin

Sie sorgen gerne für Recht und Ordnung? Wollen als Sheriff durch die Straßen patrouillieren, und zwar nicht in der Einöde, sondern mitten in Berlin? Dann wartete hier die ideale Aufgabe auf Sie.

Brandenburger Tor in Berlin
DPA

Brandenburger Tor in Berlin

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Sie kennen das: Ein Hundebesitzer räumt den Haufen seines Köters nicht weg, sondern hinterlässt eine Tretmine. Mitten auf dem Bürgersteig. Oder ein Autofahrer parkt auf dem Gehweg. Jemand hat Plastik in der Biomülltonne entsorgt.

So etwas erleben Sie immer wieder - und ärgern sich. Regelverstöße, wohin man blickt. Die gute Nachricht: Jetzt können Sie aktiv werden.

Die Berliner Senatsverwaltung für Inneres und Sport fordert dazu auf, in der Hauptstadt als Sheriff durch die Straßen zu streifen und Verstöße gegen Recht und Ordnung an die Behörde zu melden. Das Amt hat dazu die App "Ordnungsamt Online" entwickelt, die seit dem 1. Juli verfügbar ist. SPIEGEL ONLINE zitiert aus der Stellenanzeige und kommentiert sie.

Die vom Land Berlin zur Verfügung gestellte mobile Applikation ermöglicht allen Bürgerinnen und Bürgern das Melden von Störungen im öffentlichen Raum.

App-Ansicht der Berliner Senatsbehörde für Inneres und Sport
Ordnungsamt Online

App-Ansicht der Berliner Senatsbehörde für Inneres und Sport

Bisher gab es nur eine entsprechende Website. Jetzt besteht die Aufgabe darin, mit einem Smartphone auf Streife zu ziehen und Störungen zu melden. Zum Beispiel:

Illegale Müllablagerungen: Kaugummis, die auf Parkbänken kleben, Bananenschalen im Gebüsch und so weiter.

Lärmbelästigungen: Der Nachbar dreht (mal wieder) die Musik zu laut auf, schnarcht ohrenbetäubend durch die Altbauwände hindurch oder sitzt - und grillt - mit Freunden die ganze Nacht auf dem Balkon.

Störungen im ruhenden Verkehr: Hierzu zählen falsch parkende Autos oder dusselig abgestellte Fahrräder, aber auch kaputte Ampeln.

Die Ordnungshüter sollen via App bei der Behörde oder Polizei melden, welcher Verstoß wo passiert ist, und können auch Fotos vom "Tatort" hochladen.

App-Ansicht der Berliner Senatsbehörde für Inneres und Sport
Ordnungsamt Online

App-Ansicht der Berliner Senatsbehörde für Inneres und Sport

Die formalen Anforderungen an die Hilfspolizisten sind gering: Sie sollten ein Smartphone besitzen und mindestens zwölf Jahre alt sein. Weitere Eigenschaften dürften aber mindestens wünschenswert sein.

Aus der Aufgabe ergibt sich: Es ist hilfreich, wenn man Spaß daran hat, seine Mitmenschen zu verpetzen. Blockwart-Mentalität, andere "melden" und auf deren Bestrafung hoffen. Mit der App ist es dabei kein Problem, wenn einem das irgendwie auch peinlich ist:

Die Nutzung der App ist auch ohne die Angabe personenbezogener Daten (anonym) möglich.

Die Ordnungshüter dürfen andere also anonym anschwärzen. Sie erfahren dann allerdings nicht, ob ihre Meldung Folgen für die Missetäter hatte. Dazu ist zumindest die Angabe Ihrer E-Mail-Adresse erforderlich. Dieses Feedback über den "Bearbeitungsstand" bleibt der einzige Lohn, denn der Dienst ist ehrenamtlich.

Die ersten Ordnungshüter sind bereits in Berlin aktiv und teilen im Internet ihre Erfahrungen. Sie ärgern sich demnach nicht nur massiv über die vielen Regelverstöße in ihrer Stadt, sondern auch über ihr neues Arbeitsgerät - die App. Sie soll ziemlich träge sein und der Server zuweilen "nicht erreichbar". Das könnte man eigentlich gleich mal melden.

fok



insgesamt 21 Beiträge
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Seite 1
MickyLaus 06.07.2016
1. So What?
Wär sich an Recht und Ordnung hält wird halt nicht verpetzt. oder liebt es der Autor Dreck von anderen selbsz oder auf seine Kosten wegräumen zu lassen z. B. Der Staat wird dank Schäuble und Ko immer weiter ausgedünnt zu Lasten der anständigen Leute; das Brechen der Regeln für alle zu Volkssport geworden. Ellenbogen und Asozialität ist Trumpf heutzutage, Smugness allenthalben; bei der Ober, der ehmaligen Mittekschicht und der Unterschicht, bei alt wir jung, deshalb tut es gut das es diese App gibt (falls es sie wirklich gibt). Denunzieren kann man eh nur politisch Verfolgte, nicht Asoziale oder Straftäter. Also bitte nicht dieses Totschlagargument.
Strangelove 06.07.2016
2. ja ja die Blockwart App
Das passiert wenn man immer mehr Gelder spart, dann muss es der Bürger richten. Aber ganz so schlimm wie beschrieben muss es nicht sein. Wenn ich eine defekte Ampel oder Schlaglöcher melde ist das weder verpetzen oder sonst was schlimmes, man hilft dadurch, dass schlimmeres passiert. Bislang ging das über die 115 und ewigem Warten und weiterverbunden werden, so gesehen ist die App ein Fortschritt wenn sie nicht dazu dient seine Mitmenschen wegen Lappalien anzuzeigen. Zu befürchten ist aber, dass es jetzt wirklich viele neue Hilfssherrifs gibt, denn anonym macht es erst richtig "Spaß" jemanden zu verpfeifen. Besser wäre, dass das nicht so einfach möglich ist und mehr Aufwand erfordert.
was-zum-teufel... 06.07.2016
3. Klasse:
Die App für den "Blockwart". Willkommen in Deutschland 2016 :-( !
Andreas Wedel 06.07.2016
4. Und wer ist nun schlimmer?
Ist es derjenige, der den Dreck macht, oder ist es derjenige, der sich darüber ärgert?
mr-woody 06.07.2016
5. also
ich glaube nicht das es dadurch mehr Denunzianten geben wird, zumal die klassiker, laute Musik, falsch geparkt oder Hundehaufen wird nicht beseitigt dort nich unbedingt so schnell abgearbeitet werden können wie es in diesen Fällen nötig wäre, wenn es überhaupt ginge (kann ja schlecht die Personalien des Hundebesitzers verlangen), somit zum denunzieren wohl nur bedingt geeignet. Und wirkliche Blockwarte die einen nerven können sind eh Profis und brauchten dies App auch vorher nicht. Ich kann damit aber Müll und Schlaglöcher etc. Melden, das finde ich gut.
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