Berlin Richter befinden Tattoo als zu sexistisch für die Polizei

Eigentlich dürfen Berliner Polizisten ihre Tattoos seit Kurzem offen zeigen. Ein tätowierter Bewerber wurde trotzdem abgelehnt, weil das Motiv zu anzüglich sei. Zu Recht - urteilte nun ein Gericht.

Göttin Diana auf einem Gemälde von Louis Galloche (Symbolbild)
imago/ United Archives International

Göttin Diana auf einem Gemälde von Louis Galloche (Symbolbild)


Er will Polizist in Berlin werden, doch auf seinem Unterarm prangt die Göttin Diana mit entblößten Brüsten. Die Polizei lehnte ihn deshalb ab. Der geschasste Bewerber klagte dagegen. Mit einer einstweiligen Verfügung wollte er erreichen, dass die Stelle nicht an jemand anderen vergeben wird. Das Berliner Gericht wies den Antrag jedoch zurück und gab der Polizei recht (Aktenzeichen 58 Ga 4429/18).

Eigentlich dürfen Berliner Polizisten seit Anfang des Jahres ihre Tätowierungen auch offen zeigen. Zuvor wurden Bewerber mit auffälligen Tattoos nur dann eingestellt, wenn sie diese bis zum Ende ihrer Ausbildung auf eigene Kosten vollständig entfernen ließen. Ausnahmen galten nur für sehr kleine und unauffällige Tattoos. Unter der Kleidung waren Tätowierungen aber erlaubt.

In jedem Fall verboten sind auch weiterhin Tätowierungen mit extremistischen, entwürdigenden, sexistischen oder gewaltverherrlichenden Bildern. Und was genau als sexistisch gilt, ist Auslegungssache, wie nun das Gericht entschied.

Die Polizei habe Spielraum bei der Beurteilung, hieß es in dem Beschluss. Es seien keine Ermessensfehler bei der Ablehnung des Bewerbers zu erkennen. Als Argument sei "gut vertretbar", dass eine solche Abbildung bei einem Polizei-Mitarbeiter von Bürgerinnen und Bürgern als sexistisch wahrgenommen werden könne. Der abgelehnte Bewerber kann gegen den Beschluss Beschwerde beim Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg einlegen.

koe/dpa

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