Image-Umfragen Diese Berufe gelten als vertrauenswürdig - und sexy

Welche Jobs genießen das größte Vertrauen? Und welche vermitteln besonderen Sex-Appeal? Zwei Studien verraten die Lieblingsberufe der Deutschen.

Feuerwehrmann aus Göttingen
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Feuerwehrmann aus Göttingen


Ärzte gelten schon lange als vertrauenswürdig - und auch als sexy. Nicht umsonst drehen sich seichte Liebesromane gern um sie. Aber was ist mit Ingenieuren, Verkäufern, Polizisten?

Zwei Untersuchungen zeigen, welches Bild die Deutschen von verschiedenen Berufsgruppen haben. Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hat ermittelt, welche Berufe besonderes Vertrauen genießen.

Die andere Untersuchung ist eine Auswertung der beliebten Dating-Plattform Tinder, die Menschen zum Flirten zusammenbringt. Einige Berufsgruppen sind dort offenbar besonders beliebt.

Und was kann man daraus lernen? In den meisten Fällen sind vertrauenswürdige Berufe offenbar auch sexy: Der Feuerwehrmann, der einen aus dem brennenden Haus rettet, ist auch ein attraktiver Flirtpartner - und Piloten sind ohnehin kaum zu übertreffen.

Unternehmer hingegen passen nicht in dieses Schema: Das Vertrauen ist eher gering, die Anziehungskraft dennoch hoch. Eine Frage des Geldes?

Lesen Sie hier die Einzelergebnisse:

Beginnen wir mit den zehn Berufen, denen das geringste Vertrauen entgegengebracht wird. Fast schon traditionell finden sich hier Politiker. Nur 14 Prozent der Befragten vertrauen ihnen "voll und ganz" oder zumindest "überwiegend".

Nur wenig besser sieht es bei Versicherungsvertretern aus. Das Klischee: Sie kommen in die Wohnung, machen falsche Versprechungen und am Ende zahlt man mehr, als sein muss. Nur 19 Prozent vertrauen ihnen dennoch.

Mit falschen Versprechungen hat vielleicht auch das Misstrauen in die Werbebranche zu tun. Nur 27 Prozent trauen denen über den Weg, die dort arbeiten.

Schlecht schneidet auch unsere eigene Berufsgruppe ab, Journalisten liegen auf dem viertletzten Platz, mit 36 Prozent. Dass Politikern nicht einmal halb so viel Vertrauen entgegengebracht wird, ist da nur ein kleiner Trost.

Mal vergöttert, mal verteufelt: Auch Profisportler schneiden im Vergleich nicht gut ab - 42 Prozent trauen ihnen. Da wirken sich sicher der Fifa-Skandal, diverse Dopingfälle und Wettbetrügereien aus.

Bankern und Bankangestellten vertrauen nur 43 Prozent. Die Finanzkrise hat hier Spuren hinterlassen - im Bild Dick Fuld, der frühere Chef der betrügerischen Krisenbank Lehman Brothers. Doch auch ohne solche Fälle sorgt das berüchtigte Kleingedruckte für Misstrauen.

TV-Moderatoren sind nur für jeden Zweiten vertrauenswürdig, 48 Prozent der Befragten gaben das an. Dennoch sehen viele Menschen etwa Moderatorin Judith Williams gern dabei zu, wie sie beim Shoppingsender HSE24 auftritt.

Das Showbusiness scheint aber insgesamt anrüchig zu sein: Schauspieler schneiden in Sachen Vertrauen genauso mittelmäßig ab wie Moderatoren.

Auch Händler und Verkäufer sind unter den zehn Berufen, die das wenigste Vertrauen genießen - mit 52 Prozent.

Die besten unter den Schlechten sind Unternehmer: 54 Prozent vertrauen ihnen. Ihr Image ist in den vergangenen zwei Jahren etwas besser geworden, 2014 lagen sie noch bei 51 Prozent. Besonders anziehend sind Unternehmer, die gerade ihre eigene Firma aufgemacht haben: Bei der Kuppelplattform Tinder sind Gründer die zweitbegehrteste Berufsgruppe. Wie sich das dann auf das Vertrauen auswirkt, geben die Zahlen nicht her. Aber das ist beim Dating vielleicht auch nicht immer so wichtig.

Das Mittelfeld lassen wir mal weg - und kommen zu den Berufen, die das größte Vertrauen genießen. Auf Platz zehn stehen Polizisten, mit satten 81 Prozent der Befragten, die ihnen vertrauen.

Ähnlich schneiden Lehrer ab: 82 Prozent der Befragten sagen, sie vertrauen der Berufsgruppe "voll und ganz" oder zumindest "überwiegend". Das reicht für Platz neun.

In Deutschland mag man ja technische Lösungen gerne - und auch die dazugehörigen Tüftler. Ingenieure und Techniker kommen beim Vertrauen auf Platz acht und haben in diesem Punkt so stark zugelegt wie keine andere Gruppe - allerdings wurde die Umfrage vor dem Abgasskandal bei VW durchgeführt. Auch in der Liebe ist die Berufsgruppe begehrt. Sie schaffte es unter die sieben beliebtesten Jobs auf Tinder.

Piloten sind nach wie vor Vertrauenspersonen. Daran konnte weder der furchtbare Fall eines Germanwings-Piloten etwas ändern, der 2015 einen Jet absichtlich zum Absturz brachte, noch die vielen Pilotenstreiks der vergangenen Jahre. Die Zustimmung sank zwar von 91 auf 87 Prozent, das reicht aber noch immer für Platz sieben. Und keine Berufsgruppe ist offenbar so anziehend wie die fliegenden Uniformträger: Platz eins bei Tinder.

Eine Berufsgruppe, die in den vergangenen Jahren ebenfalls mehrfach öffentlichkeitswirksam gestreikt hat, sind Lokführer. Zusammen mit Bus-, U-Bahn- und Straßenbahnfahrern gelten sie aber noch immer als seriöser Berufsstand.

Es piekt jetzt ein bisschen: Wenn Ärzte in dieser Liste nicht weit oben stünden, wäre das tragisch. 89 Prozent vertrauen ihnen. Das macht Platz fünf. Und als sexy gelten sie gleich auch noch (Platz vier), was vielleicht die vielen Arztserien im Fernsehen erklärt.

Noch einen Deut besser schneiden Apotheker ab.

Überhaupt vertrauen die Menschen all denen, die anpacken, um anderer Leute Leib und Leben zu retten - wir sind in dieser Liste jetzt bei den Top drei angekommen, die mit 95 und 96 Prozent ganz dicht beieinander liegen. Hier finden sich Krankenschwestern und -pfleger,...

...Sanitäter, die immer kommen, wenn die Not am größten ist,...

...und schließlich Feuerwehrleute. Die zupackenden Retter gelten auch beim Flirt als anziehend, bei Tinder sind sie auf Platz drei. Klar, die haben ja auch keine Angst vor Feuer.

mamk



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insgesamt 20 Beiträge
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Seite 1
jakopp.auckstayn 03.03.2016
1.
Eine Umfrage von Tinder?Das ist natürlich Seriosität pur!
tobi1971 03.03.2016
2.
Als (hauptberuflicher) Ingenieur und (ehrenamtlicher) Feuerwehrmann lese ich das gerne.
UluKay 03.03.2016
3.
So, wenn wir jetzt die Höhe der Gehälter an diese Ergebnisse anpassen, ist die Welt schon ein bisschen gerechter
gutes_essen 03.03.2016
4.
Zitat von jakopp.auckstaynEine Umfrage von Tinder?Das ist natürlich Seriosität pur!
Naja, ich denke schon, dass das eine gewisse Berechtigung hat. Bei Tinder klickt man an, wen man im Bett haben möchte. Folglich kann man davon ausgehen, dass der angebenen Beruf in der eh schon kurzen Beschreibung eine Rolle spielt.
rational_bleiben 03.03.2016
5.
Sie müssen bei den Angaben schon unterscheidbare Aussagen machen. Nur x% vertrauen Menschen, die in der Werbebranche arbeiten ist eine Aussage mit ganz anderem Inhalt als y% der Menschen vertrauen Polizisten. Es scheint hier einmal um Privatpersonen zu gehen, die einen bestimmten Beruf ausüben und das andere mal um eine Person in Unfiform, also während der Ausübung des Berufs. Natürlich vertraue ich einem Polizisten, der mir sagt, ich solle die Straße meiden weil weiter unten ein gefährlicher Sondertransport meinen Weg kreuzt. Kaufe ich ein Auto von dem netten Herrn, bin ich plötzlich nicht mehr so vertrauensvoll.
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