Ausbildungsjahr 2016 Die Chancen auf Lehrstellen stehen gut

Die Suche nach einem Ausbildungsplatz dürfte in diesem Jahr für viele Jugendliche vergleichsweise einfach werden. Davon gehen zumindest Experten aus - allerdings gilt das nicht für alle Berufe.

Azubi bei einem Autohersteller: Einzelne Berufe sind stark überlaufen
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Azubi bei einem Autohersteller: Einzelne Berufe sind stark überlaufen


Wer in diesem Jahr eine Lehrstelle sucht, hat nach Einschätzung von Experten gute Chancen. "Die Lage am Ausbildungsmarkt ist für Jugendliche voraussichtlich sehr gut", sagte Andreas Pieper vom Bundesinstitut für Berufsbildung am Donnerstag auf der Bildungsmesse Didacta in Köln.

Der Grund dafür sei unter anderem, dass die Zahl der Schulabgänger im Vergleich zu den Vorjahren leicht sinken werde. Das bedeutet: Es konkurrieren weniger Bewerber um die vorhandenen Stellen. Gleichzeitig nehme die Zahl der betrieblichen Ausbildungsangebote allen Erwartungen nach zu, sagte Pieper.

Die guten Prognosen bedeuten allerdings nicht, dass die Lehrstellensuche für einige Schulabgänger nicht doch schwierig wird. Denn wie leicht sich ein Ausbildungsplatz finden lässt, hängt stark davon ab, wo sich jemand bewirbt. "Bewerber in Bayern und Baden-Württemberg haben es tendenziell sehr gut, da gibt es mehr freie Plätze als Bewerber", sagte Pieper. Deutlich schwieriger sei die Situation dagegen in Mecklenburg-Vorpommern und im Ruhrgebiet.

Wohl nur wenige Flüchtlinge werden eine Ausbildung beginnen

Dazu kommt, dass die Lehrstellensuche in einigen Branchen deutlich einfacher ist als in anderen. Es gibt einzelne Berufe, die stark überlaufen sind und in denen es schwer ist, einen Ausbildungsplatz zu ergattern. Das gilt zum Beispiel für den Beruf Tierpfleger, Fotograf, viele kaufmännische Berufe und zum Teil auch IT-Berufe. Wer "irgendwas mit Medien" machen will, muss sich ebenfalls gegen viel Konkurrenz durchsetzen.

Dass die Integration von Flüchtlingen für das Jahr 2016 einen Einfluss auf den Ausbildungsmarkt hat, glaubt Pieper nicht. Die meisten jungen Flüchtlinge gingen erst einmal zur Schule und müssten die Sprache lernen. Der Experte geht deshalb davon aus, dass in diesem Jahr voraussichtlich nur wenige Flüchtlinge eine Ausbildung beginnen.

fok/dpa



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guenther.sass 10.05.2016
1.
Leider kann ich nach meiner Wahrnehmung nicht bestätigen, dass die Chancen auf eine Lehrstelle gut sind. Unser Sohn hat seit fast einem Jahr schon viele Bewerbungen geschrieben. Trotz Abitur und regionaler Mobilität hat er bisher nur Absagen erhalten. Im Bekanntenkreis kenne ich einige ähnliche Fälle. Die Behauptung von Politikern und Experten, dass die Lehrstellen einfach zu bekommen seien, sind aus meiner Sicht eine nicht korrekt. Etwas mehr Ehrlichkeit wäre hier wohl angebracht.
bernd.stromberg 10.05.2016
2.
Zitat von guenther.sassLeider kann ich nach meiner Wahrnehmung nicht bestätigen, dass die Chancen auf eine Lehrstelle gut sind. Unser Sohn hat seit fast einem Jahr schon viele Bewerbungen geschrieben. Trotz Abitur und regionaler Mobilität hat er bisher nur Absagen erhalten. Im Bekanntenkreis kenne ich einige ähnliche Fälle. Die Behauptung von Politikern und Experten, dass die Lehrstellen einfach zu bekommen seien, sind aus meiner Sicht eine nicht korrekt. Etwas mehr Ehrlichkeit wäre hier wohl angebracht.
Was heißt "regionale Mobilität"? Um welche Region geht es? Um welche Branche und welchen Ausbildungsberuf geht es? Was ist die Definition von "viele Bewerbungen geschrieben"? 10? 20? 50? 400? Entweder geht es um einen sehr seltenen und gleichzeitig sehr gefragten Lehrberuf, die Region gibt im gewünschten Beruf wenig her oder aber es stimmt etwas mit dem Abschlusszeugnis oder der Bewerbung nicht. Mit einem unterirdischen Abiturzeugnis landet man dann u.U. hinter dem guten oder sehr guten Realschüler. Beliebt sind natürlich auch elementare Rechtschreibfehler in der Bewerbung. Letzten Endes bedeutet eine im Allgemeinen günstige Lehrstellensituation im Umkehrschluss nicht, dass es nicht einige Berufsfelder und Branchen gibt in der die Lehrstellensituation schwierig ist. Wobei man sagen muss wer einfach nur "viele Bewerbungen schreibt" und nicht auch den Kontakt zu den Unternehmen bei denen man sich bewirbt sucht und auch mal nachfragt was denn der Grund für die Absage war der macht auch irgendwo etwas verkehrt.
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