Miese Jobstarts "Ich sollte so tun, als wäre ich die Praktikantin"

Der eine muss erst die Schreibtischplatte reparieren, der anderen wird vom Chef angeboten, doch einfach im Büro zu übernachten. Hier erzählen SPIEGEL-ONLINE-Leser von kuriosen Starts in neue Jobs.

Junge Frau im Büro
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Junge Frau im Büro


Seine zukünftige Chefin hatte ihm im Bewerbungsgespräch von abwechslungsreichen Aufgaben und einem super Klima vorgeschwärmt. Doch als Werner an seinem ersten Tag in der Softwareschmiede erschien, bekam er nicht einmal einen Arbeitsplatz.

"Besagte Chefin bugsierte mich schwer im Stress in ein leeres Rumpelkämmerchen auf einen Stuhl ohne Schreibtisch", schreibt er SPIEGEL ONLINE. Dort saß er stundenlang ohne Aufgabe.

Nachmittags dann: ein großes Meeting. Die Chefin eröffnete der Belegschaft, dass die Firma von US-Amerikanern aufgekauft worden sei und dass sie selbst und die gesamte Führungsmannschaft deshalb nun sofort gekündigt hätten. "Sie meinte dann noch an mich gerichtet, dass dies meine Motivation aber nicht schmälern sollte", erinnert sich Werner. Er fuhr grußlos nach Hause.

Ein Extrembeispiel? Auf jeden Fall. Aber so selten ist ein verpatzter Start in den Job nicht. Zahlreiche SPIEGEL-ONLINE-Leser haben uns ihre Erlebnisse gemailt. Eine erste Auswahl veröffentlichten wir bereits Ende Mai.

Seither haben uns weitere haarsträubende Zuschriften erreicht. Hier ist Teil zwei der miesen Jobstarts:

Leseraufruf
    Wie sieht es bei Ihnen aus? Wie lief der erste Tag und wie haben Sie reagiert? Erwartete Sie der rote Teppich oder mussten Sie sich erst mal Schreibtisch, Computer und Telefon zusammenklauben?
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lov



insgesamt 23 Beiträge
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Seite 1
Romiman 18.06.2018
1. Erster Tag...
Ja, so einen ersten Tag hatte ich auch. Deutscher Consulter in der KFZ-Industrie, ich hab gegen 9:00 angefangen. Und dann 22:20 hab ich mich doch kleinlaut zur Frage durchgerungen: "Gibt's denn hier keinen Feierabend?". Dienstbesprechungen waren in dieser Firma Freizeitvergnügen, Sonderzahlungen gab es natürlich keine. Nach 4 zermürbenden Jahren hab ich den Absprung geschafft (gleiche Branche, ähnliche Tätigkeiten und von Anfang an 4stellig brutto mehr). Die Firma gibt's heute noch, die Zweigstelle, in der ich war, aber nicht mehr. In dieser "neuen" Firma bin ich heute noch, und Plan ist, von hier aus in Rente zu gehen.
karlsiegfried 18.06.2018
2. Alles ist besser geworden ...
nur das Berufsleben ist schlechter geworden. Und es wird noch schlechter werden.
quercus_ilex 18.06.2018
3. Das liest sich alles ganz fantastisch,
wenn man weiß, dass man selbst in einem halben Jahr die erste Stelle antreten wird :)
observerlbg 18.06.2018
4. Oh ja, kommt mir sehr bekannt vor...
Wenn man sowas nicht selbst erlebt hat, ist es nahezu unglaublich. Aber zum Glück sind solche Fäle eher die Ausnahme. Ursache derart verfahrener Situationen ist meisten mangelnde Kommunikation innerhalb eines Unternehmens. Wie das möglich ist trotz modernster Kommunikationsmittel und -Methoden? Es ist wohl mangelnder Respekt, Intoleranz, Egozentrik, fehlende Empathie und/oder einfach nur Dummheit und führt nach meiner Erfahrung in absehbarer Zeit zur Insolvenz.
touri 18.06.2018
5.
Vielleicht nicht an die Hand genommen werden (wobei viele Unternehmen genau dafür Mentoring Programme haben), aber es ist die Pflicht des AG mir zu sagen was ich tun soll und mir die hierfür notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen. Mein Job ist es, im Rahmen meiner vertraglichen Verpflichtungen, eine Arbeitsleistung zu erbringen. Ich mach doch nicht noch den Job meines AG mit und suche nach einem Arbeitsfeld, sonst sitze ich am Ende in der Buchhaltung, obwohl ich mich für einen Job im Vertrieb beworben hatte. Im übrigen werden meistens Leute eingestellt, um solche die gegangen sind zu ersetzen. Auch hier sollte das Aufgabengebiet klar sein.
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