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Ältere Arbeitnehmer "Die wollen alle möglichst schnell raus"

Rüstig: Ein weicher Übergang in die Rente ist verführerisch, interessiert aber wenige Zur Großansicht
Corbis

Rüstig: Ein weicher Übergang in die Rente ist verführerisch, interessiert aber wenige

Mehr Zeit für Hobbys durch einen Teilzeitjob, das Berufsleben langsam ausklingen lassen und dem "Ruhestandsschock" eine Nase drehen - das klingt schön. In der Theorie. Aber in der Praxis kann sich die Altersteilzeit bisher nicht durchsetzen. Warum eigentlich?

Am Montag, wenn sich andere ins Büro schleppen, schläft Marlies Weirich aus, dann macht sie sich in aller Ruhe fertig fürs Schwimmbad. Am Donnerstag geht sie ins Fitnessstudio. Die Geräte hat sie dann fast für sich allein. "Das Schöne ist, dass morgens unter der Woche wenig Betrieb ist, meistens sind nur zwei Leute da." Zur Arbeit ins Finanzamt Trier, Amtsstelle "Veranlagungsbezirk Einkommenssteuer H bis K", geht die 60-Jährige nur noch am Dienstag, Mittwoch und Freitag, dafür aber gut erholt und gerne.

Seit 1971 ist Marlies Weirich beim Finanzamt beschäftigt. Seit dem 1. Juli 2008 macht sie Altersteilzeit - sie lässt ihr Berufsleben langsam ausklingen und das Rentnerdasein allmählich beginnen, sie arbeitet noch, ist aber auch schon ein wenig im Ruhestand. Von einem Tag auf den anderen erschöpft in die Rente zu sinken - undenkbar für sie. Ehemaligen Kollegen, hat sie beobachtet, falle die Decke auf den Kopf, weil sie die viele Freizeit nicht gewohnt seien. Es droht still zu werden, wenn all das zu plötzlich kommt.

Um eben diesen Ruhestandsschock zu vermeiden, wurde 1996 das Altersteilzeitgesetz geschaffen. Beschäftigten sollte es, mit Fördergeldern von den Arbeitsagenturen, ein Leben ermöglichen wie das von Marlies Weirich. Damit die Teilzeit lohnt, wurde das Gehalt aufgestockt: Für 50 Prozent der Arbeit bekam man 70 Prozent des alten Gehaltes, in manchen Tarifverträgen sogar mehr. Stellte der Arbeitgeber für die freie Teilzeitstelle einen Arbeitslosen oder Berufsanfänger ein, hat die Arbeitsagentur die Aufstockung sogar übernommen. In der Theorie klingt die Idee gut, und tatsächlich ist die Altersteilzeit sehr beliebt geworden. Aber ganz anders, als geplant.

Altersteilzeit
Schade auch - eine Bilanz
"Beliebt, aber nicht zukunftsgerecht" - so fiel das Urteil des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zur Altersteilzeit aus. Zum Ende der staatlichen Förderung zog das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit eine ernüchternde Bilanz.
Eigentlich beliebt,...
Seit 1996 gibt es das Altersteilzeitgesetz und die Zuschüsse der Arbeitsagenturen. Ende 2007 waren 540.000 Personen in Altersteilzeit. Damit nutzte zuletzt jeder sechste sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Alter zwischen 55 und 65 Jahren die Regelung.
...aber nur in einer Variante
Die Möglichkeit, statt reduziert weiterzuarbeiten einfach früher in den Ruhestand zu gehen, wurde erst auf Druck der Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften ins Altersteilzeitgesetz aufgenommen. Zum Schluss ist in den Betrieben fast nur noch Altersteilzeit nach dem Blockmodell vereinbart worden. Ende 2007 machten 88 Prozent der geförderten Arbeitnehmer Altersteilzeit nach dem Blockmodell, lediglich 12 Prozent arbeiteten in echter Teilzeit.
Liebling der Büroarbeiter...
Auch hier hat sich die Altersteilzeit ganz anders entwickelt als beabsichtigt: Vor allem in den vermeintlich "verschleißfreien" Büroberufen gingen die Beschäftigten in Altersteilzeit. Vorne lagen unter anderem die Bank- und Versicherungsbranche, öffentlicher Dienst und Verwaltung. Menschen in körperlich belastenden Berufen dagegen nutzten die Altersteilzeit dagegen eher selten. Der Grund: Viele Beschäftigte in diesen Berufen konnten sich einen weiteren Gehaltsverzicht während der Altersteilzeit schlicht nicht leisten.
...und Liebling der Unternehmen
7,2 Milliarden Euro haben die Arbeitsagenturen von 1996 bis 2007 insgesamt in die Förderung der Altersteilzeit gesteckt. 2007 kostete ein geförderter Altersteilzeitler die Arbeitsagenturen im Schnitt über 13.000 Euro. Die Bedingung für die Zuschüsse war, dass das Unternehmen einen Arbeitslosen oder Berufsanfänger einstellt. Die Forscher des IAB vermuten aber, dass die Mitnahmeeffekte groß waren: Das heißt, die Unternehmen hätten wohl ohnehin eingestellt – auch ohne Förderung.
Ein gleitender Übergang in den Ruhestand wie bei Marlies Weirich ist die Altersteilzeit nämlich kaum. Fast 90 Prozent aller Altersteilzeitler nutzen das so genannte "Blockmodell": Sie arbeiten für ein reduziertes Gehalt voll weiter - und gehen dafür ein paar Jahre früher. De facto ist die Altersteilzeit in dem allermeisten Fällen eben keine Teilzeit - sondern einfach ein Vorruhestand. Auch deswegen hatte die Regierung beschlossen, die Förderung ab Januar 2010 einzustellen. Seitdem spielt die Altersteilzeit kaum noch eine Rolle.

Helmut Wolff hat als Betriebsrat bei einem Hersteller für Sicherheitssysteme über die Jahre viele Kollegen in die Altersteilzeit begleitet. Klassische Teilzeit wollte so gut wie niemand. "Die wollen alle so früh wie möglich raus und einen klaren Schnitt", sagt er. "Auch der Arbeitgeber will das lieber so."

Der Ruhestand ist ein Skoda Felicia, Baujahr 1960

Seit April 2010 befindet sich der 62-jährige Münsteraner nun selbst in der "Freistellungsphase", so heißen die arbeitsfreien Jahre vor dem offiziellen Rentenbeginn. Über das Internet hat er sich einen Skoda Felicia, Baujahr 1960, taubenblau, gekauft. Als er noch arbeitete, stand das Cabrio verpackt unter einem Unterstand. Jetzt schraubt der gelernte Energieanlagenelektroniker an dem Oldtimer. "Es hat natürlich ein paar Monate gedauert, bis mir klar war, dass ich jetzt ein anderes Leben habe", sagt Wolff. "Einen richtigen Ruhestandsschock hatte ich aber nicht."

"Es war eine Überraschung, dass der gleitende Übergang in den Ruhestand so selten praktiziert wurde", sagt Matthias Knuth, Professor am Institut Arbeit und Qualifikation an der Universität Duisburg-Essen. Dass die gut gemeinte Idee in der Praxis scheiterte, hat seiner Ansicht eine ganze Reihe von Ursachen.

Nicht jeder Arbeitnehmer hat ein so inniges Verhältnis zu seinem Job, dass er möglichst lange arbeiten will. Gerade bei Älteren, so Knuth, staue sich ziemlich viel Frust an, wenn der Betrieb ständig umstrukturiert wird. "Deren größte Sorge ist nicht der Ruhestandsschock, sondern dass sie möglichst schnell rauskommen."

Betriebe können ihren Personaleinsatz besser mit dem Block- als mit dem klassischen Teilzeitmodell planen. "Teilzeitstellen zu schaffen, ohne dass die Produktion es erfordert, bedeutet einen zusätzlichen Aufwand", sagt Knuth. Altersteilzeitler Wolff bestätigt das: "Als Betriebsrat auf einer halben Stelle, das wäre gar nicht gegangen." Und Marlies Weirich musste erst einmal das Büro wechseln, ehe sie in Altersteilzeit gehen konnte - von der Buchstabengruppe D bis F zu H bis K, weil nur dort eine Teilzeitstelle frei war.

Stahlarbeiter in Teilzeit? Undenkbar!

Es fehlt die Teilzeitkultur. Jahrzehntelang orientierte sich der deutsche Arbeitsmarkt am Leitbild des männlichen Familienernährers mit Vollzeit-Gehalt. Marlies Weirich fiel die Entscheidung für die Altersteilzeit wohl auch deswegen leicht, weil andere Kolleginnen auf dem Amt bereits reduziert arbeiteten - Teilzeit war dort nichts Ungewöhnliches mehr. "Aber ein Stahlarbeiter, der sein ganzes Leben voll gearbeitet hat, wird eine Teilzeitbeschäftigung wohl kaum für sich als richtige Arbeit ansehen", sagt Knuth.

Ist die Altersteilzeit damit gestorben? Keineswegs, sagt Knuth. Er ist sich sicher: Ihre Stunde wird kommen - nicht nur, weil Teilzeit-Jobs insgesamt gängiger werden und sich damit die Arbeitskultur im Land wandelt. "Vor allem durch die Rente mit 67 stellt sich die Frage noch einmal ganz neu, wie Arbeitnehmer ihre Kräfte bis dahin am besten einteilen können", sagt Knuth.

So denkt auch Marlies Weirich. "Ich hätte das früher belächelt, aber ein 8-Stunden-Tag ist mit dem Alter nicht mehr so easy", sagt sie. "Wenn ich abends nach Hause kam, hatte ich für den Haushalt kaum noch Kraft." Jetzt, in Teilzeit, fällt ihr die Arbeit leichter - dafür muss sie aber sogar bis 68 im Beruf bleiben. So sieht es die Altersteilzeit-Regelung für rheinland-pfälzische Beamte vor. Doch Weirich ist zuversichtlich: "In der Politik gibt es ja viele, die im hohen Alter noch arbeiten."

Und schließlich geht sie ja jetzt jeden Donnerstag ins Fitnessstudio.

  • KarriereSPIEGEL-Autor Bernd Kramer ist freier Journalist in Berlin.

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insgesamt 13 Beiträge
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1. In der Politik gibt es ja viele, die im hohen Alter noch arbeiten."
sagmalwasdazu 15.02.2012
Zitat von sysopCorbisMehr Zeit für Hobbys durch einen Teilzeitjob, das Berufsleben langsam ausklingen lassen und dem "Ruhestandsschock" eine Nase drehen - das klingt schön. In der Theorie. Aber in der Praxis kann sich die Altersteilzeit bisher nicht durchsetzen. Warum eigentlich? http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,815304,00.html
Ja, Macht, Einfluß und Klüngeltum ist unbezahlbar und daran klebt man. Für die normalen Arbeitnehmer bedeutet dies aber ein sehr hohen finanzieller Verlust. Dennoch wollen alle möglichst schnell raus, aus dieser Tretmühle. Wenn man dies so für sich erkannt hat, mag man gar nicht mehr arbeiten. Lieber Heute, als Morgen.
2. Wunsch und Wirklichkeit
sicherheitsexperteirrland 15.02.2012
Der deutsche Arbeitgeber kann nur 40 Stunden oder gar nicht (abgesehen vom öffentlichen Dienst), deshalb war es mit dem früher gehen so beliebt... Der deutsche Arbeitnehmer geht im Durchschnitt mit 58 in Rente, heisst : einer mit 68, einer mit 58, einer mit 48..... (Taschenrechner hilft ansonsten, summieren und durch drei teilen).... Dienst nach Vorschrift machen sowieso 90 % und lesen Bücher a la wie überlebe ich im Konzern.... Grosser Fachkräftemangel, grosse PR, grosser Aufruhr.. aber: kleines Gehalt für Inländer und Ausländer, am besten Mitarbeiter bis 30, am besten keine Vorschriften für Alte und Behinderte, es kostet ja unter Umständen ein paar Euro mehr, die sind nicht billig und willig.... Nur weiter so, auf die (erfahrenen) Fachkräfte kann man ja zugunsten von jung und dynamisch verzichten... nur einen braucht man Ende : Den Insolvenzverwalter, der den Laden zumacht.... (Aus Rechtsgründen keine Unternehmensnamen)
3.
augu 15.02.2012
Wer als Selbstständiger seine Arbeit selbstbestimmt ohne Anweisungen eines Vorgesetzten einteilen und machen kann , für den ist der langsame Übergang von Arbeit in Rente interessant (allerdings nur als Rentner mit ausklingender selbstständiger Tätigkeit möglich, nicht als Altersteilzeit). Wer dies nicht kann, weil abhängig beschäftigt, der möchte mit dem Blockmodell möglichst schnell ein freier Mann werden, der dann selbst entscheidet, ob er noch ein bißchen dazuverdienen will.
4.
salmasius 15.02.2012
1. Wer einen weiten Weg zur Arbeit absolvieren muss, wählt selbstverständlich das Blockmodell. 2. Wer den plötzlichen Eintritt des Ruhestandes nicht verkraftet, hat sein Lebetag etwas falsch gemacht, weil er sich und sein Selbstwertgefühl nur durch die Lohnarbeit definiert hat und im Grunde genommen aus eigener Initiave heraus nichts mit sich und seinem Leben hat anfangen können.
5. Ich bin dann mal weg...
LouisWu 15.02.2012
Zitat von sysopCorbisMehr Zeit für Hobbys durch einen Teilzeitjob, das Berufsleben langsam ausklingen lassen und dem "Ruhestandsschock" eine Nase drehen - das klingt schön. In der Theorie. Aber in der Praxis kann sich die Altersteilzeit bisher nicht durchsetzen. Warum eigentlich? http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,815304,00.html
Endlich wird mal die Wahrheit gesagt. Auch in meinem Betrieb ist die Devise: Möglichst früh raus. Nicht, weil uns die Art der Arbeit nicht gefällt oder der Chef so böse ist, sondern weil gerade gut ausgebildete Leute auch eine Menge andere Interessen haben, denen sie möglichst viel ihrer gesunden Restlebenszeit widmen möchten. Die jammernden Forderungen der Politiker nach "mehr Arbeitsplätzen für Ältere" ist sinnlos, die belügen sich selbst und uns auch. Und zwar, weil die Leute, die wirklich bis 67 arbeiten wollen, höchstens 20-30% der Arbeitnehmer ausmachen. Der Rest will raus. Früh, so früh wie man es sich leisten kann, das ist eine für jeden individuelle Rechenaufgabe. Und das tatsächlich gegen den Wunsch unseres Chefs, denn der will die erfahrenen Leute gerne möglichst lange halten. Das mag natürlich in anderen Branchen anders sein...
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Für flexible Arbeitszeiten gibt es eine Reihe von unterschiedlichen Modellen. Manche werden in vielen Unternehmen, andere nur ausnahmsweise praktiziert. Insgesamt arbeiten gut 40 Prozent der Beschäftigten in Deutschland mit einem solchen Stundenplan. Ein kleines Glossar der modernen Welt der Arbeitszeiten.
Reduzierte Tagesarbeitszeit
Der Klassiker, der kaum Freiräume ermöglicht. Ein Angestellter arbeitet zum Beispiel nur vormittags oder nachmittags. Die Zeitfenster ändern sich nicht.
Reduzierte Wochenarbeitszeit
Eine fast ebenso gängige Variante: Drei- oder Viertagewoche, die übrigen Tage sind frei, und Teilzeitmitarbeiter bestimmen in Absprache mit ihrem Team den freien Tag oft selbst.
Reduzierte Monatsarbeitszeit
Wenig verbreitet: Man verteilt ein Zeitbudget beliebig auf den Kalendermonat. Drei Wochen am Stück arbeiten, eine Woche frei - das geht.
Gleitzeit
Auch "gleitende Arbeitszeit" genannt, bedeutet, dass Beginn, Ende und Dauer der täglichen oder wöchentlichen Arbeitszeit nicht festgelegt sind, sondern zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern verabredet werden. Man unterscheidet "einfache" und "qualifizierte" Gleitzeit. Bei der "einfachen" Gleitzeit wird eine feste "Kernarbeitszeit" und ein "Gleitzeitrahmen" festgelegt, z.B. 7-20 Uhr Gleitzeitrahmen / 10-17 Uhr Kernarbeitszeit. Bei der "qualifizierten" Gleitzeit wird die "Kernarbeitszeit" noch einmal reduziert oder ganz abgeschafft. Vereinbart wird meist eine bestimmte Stundenzahl in der Woche, im Monat oder im Jahr. Die weitere Planung der Arbeitszeit übernimmt der Arbeitnehmer in eigener Verantwortung.
Arbeitszeitkonten
Viele Unternehmen haben mittlerweile Konten eingeführt, auf welchen die Arbeitszeit laut Vertrag, Tarif oder Vereinbarung mit der tatsächlich geleisteten Arbeit verrechnet wird. Besonders bei Modellen wie Gleitzeit oder bei Schichtarbeit werden sie eingesetzt; zudem gibt es meist Vereinbarungen, wie viel "Guthaben" oder "Schulden" auf einem solchen Konto angesammelt werden dürfen.
Sabbatical
Im Sabbatjahr ließen die Bauern Israels, so erzählt das Alte Testament, die Felder ruhen und alle Schulden wurden erlassen. In der Arbeitswelt können Beschäftigte in regelmäßigen Zeiträumen ein bezahltes Sabbatjahr nehmen, wenn sie zum Beispiel Arbeitszeit angespart oder eine Zeitlang Vollzeit für das halbe Gehalt gearbeitet haben.
Jahresarbeitszeit
Streng genommen eine Variante der Gleizeit: Arbeitgeber und Angestellte verteilen in Absprache das Arbeitszeitvolumen eines Betriebs nicht gleichmäßig, sondern flexibel über ein Jahr. Dieses Modell bietet sich dann an, wenn es vorhersehbare saisonale Schwankungen im Arbeitsaufkommen gibt.
Job-Sharing
Ein recht seltenes Modell: Ein, zwei oder auch drei Kollegen teilen sich eine Vollzeitstelle. Wer wann im Büro sitzt, machen sie unter sich aus. Jeder Jobpartner ist im Prinzip für sich selbst verantwortlich. Eine weitere Variante ist das "Job-Pairing", bei dem mehrere Kollegen ein Team bilden, das die Verantwortung, meist für ein weit gestecktes Arbeitsziel oder Projekt, gemeinsam trägt.
Vertrauensarbeitszeit
Dieses Arbeitszeitmodell hat kaum noch mit dem genauen Zeitraum zu tun, der für Arbeit aufgewandt werden muss. Es orientiert sich eher an einem bestimmten Arbeitsziel, einem Produkt zum Beispiel, das bis zu einem bestimmten Zeitpunkt fertig sein soll. Bei der Vertrauensarbeitszeit liegt es weitgehend in der Verantwortung des Arbeitnehmers, seine Zeit und seine Arbeit zu organisieren. Überstunden gibt es bei diesem Modell nicht, dafür auch kein Zuspätkommen. Eine vertraglich festgelegte Arbeitszeit aber sehr wohl, sie wird jedoch meist nicht kontrolliert.

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