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Versicherung für Berufsunfähigkeit Fiese Fallen im Fragebogen

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DPA

Schwieriger Fragebogen: Für die Berufsunfähigkeitsversicherung sollte man den Arzt fragen

Sind Ihre Rückenschmerzen vielleicht doch chronisch? Ist schon Bettruhe eine ärztliche Behandlung? Oft entscheiden Details im Fragebogen zur Berufsunfähigkeit, ob man später Geld bekommt. Erinnerungslücken rächen sich - Versicherer nutzen jeden Winkelzug, um nicht zu zahlen.

Es gibt Fragen, die bringen die Antragsteller einer Berufsunfähigkeitsversicherung regelmäßig ins Schleudern. Eine geht so: "Sind Sie in den letzten zehn Jahren in einem Krankenhaus, Klinikum, einer Rehabilitations- oder Kureinrichtung untersucht, beraten oder behandelt worden?"

Oder vielleicht so: "Bestehen oder bestanden in den letzten fünf Jahren bei Ihnen Krankheiten, Gesundheits- oder Funktionsstörungen oder Beschwerden des Herzens, an Lunge oder Magen?"

Wer jetzt unsicher ist, der sollte lieber seinen Arzt fragen. Denn bei diesen Angaben muss man den Fragebogen der Versicherer peinlich korrekt ausfüllen, sagt Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale.

Nicht ohne Rückendeckung

"Da muss man sich auf jeden Fall Rückendeckung holen", rät sie. Denn geprüft wird die Richtigkeit der Angaben nicht zum Vertragsbeginn, sondern erst im Schadensfall - und dann kommt es regelmäßig zum Streit.

"Oft wird darüber gestritten, ob die vorvertragliche Anzeigepflicht verletzt wurde", sagt Arno Schubach, Fachanwalt für Versicherungsrecht aus Koblenz. Gerade Dinge wie Rückenschmerzen würden oft nicht in den Gesundheitsfragen angegeben, da sie als unwichtig angesehen werden.

Doch wer immer mal wieder Rückenschmerzen habe und deswegen beim Arzt auch schon lindernde Spritzen bekommen hat, der sollte dies tunlichst seinem Versicherer mitteilen.

Wer falsch antwortet, hat keinen Anspruch

Einige Versicherte versuchen sich herauszureden, sie hätten sich nicht erinnern können oder es sei ihnen nicht klar gewesen, dass diese Vorerkrankung wichtig sei. Doch das Oberlandesgericht Karlsruhe stellte vor kurzem noch einmal klar: Wer die Gesundheitsfragen objektiv falsch beantwortet, hat keinen Anspruch auf Zahlungen.

Konkret ging es um einen Bauschlosser und Lagerarbeiter, der auf dem Fragebogen des Versicherungsunternehmens lediglich angab, in den letzten zehn Jahren eine Angina gehabt und nur wenige Tage Antibiotikum genommen zu haben. Tatsächlich war er allerdings mehrere Tage arbeitsunfähig unter anderem wegen einer Thrombose. Damit habe der Antragsteller den Versicherer arglistig getäuscht.

Oft geht es bei den Streitfällen auch um eine für den Außenstehenden kleinliche Definitionsfrage, von der abhängt, ob die Versicherung zahlt. Demnach ist es sehr wohl auch eine Behandlung, wenn der Arzt einer Patientin Ruhe verschreibt und ihr eine längere Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellt.

Da geht noch was

"Bei Selbstständigen gibt es zudem häufig Streit über die Pflicht zur Umorganisation des Betriebs", sagt Schubach. Er nennt ein Beispiel: Ein Installateur, der 20 Gesellen beschäftigt, wird berufsunfähig. Er kann nicht mehr selbst handwerklich tätig sein, könnte aber in den Augen des Versicherungsunternehmens etwa die Rechnungen am Computer bearbeiten. Doch ein Handwerker über 50 habe oft schlicht keine ausreichenden Computerkenntnisse, sagt Schubach.

Auch der Zeitpunkt für den Eintritt der Berufsunfähigkeit spielt eine wichtige Rolle. Demnach tritt die Berufsunfähigkeit rückblickend betrachtet erst dann ein, wenn nach Ansicht eines Arztes keine Besserung der Arbeitskraft mehr zu erwarten ist. Der Zeitpunkt des Eintritts der Ausgangserkrankung oder der Arbeitsunfähigkeit sind für diese Frage unwichtig.

Obacht Azubis!

Für Auszubildende ist zudem eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs von Bedeutung. Will sich ein Auszubildender versichern, muss der Versicherer den Berufsbegriff auf die Tätigkeiten nach der Ausbildung ausweiten. "Denn als Azubi hat man einen ganz anderen Arbeitsalltag als nach der Ausbildung", erklärt Schubach.

Konkret ging es um eine Frau, die als Auszubildende zur Sekretärin eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen hatte. Während ihrer Ausbildung erlitt sie mehrere Gehirnblutungen, konnte die Ausbildung aber abschließen und danach auch arbeiten, wenn auch in einem anderen Beruf. Die Versicherung hatte sich auf die geänderte Tätigkeit der Frau berufen und wollte die Zahlungen einstellen. Dieses Argument ließ der BGH nicht gelten.

dpa/jon

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