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Arbeiten an Weihnachten "Liebe Einsame, ihr seid nicht allein"

6. Teil: Er macht den Weg frei - Straßenmeister Andreas Steidl, 44

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privat

Andreas Steidl arbeitet bei der Straßenmeisterei Weilheim in Bayern

"Dass ich Weihnachten arbeiten muss, ist für mich nicht neu. Für alle Mitarbeiter der Straßenmeisterei Weilheim steht jedes zweite Jahr ein solcher Feiertagsdienst an. Früher, als die Kinder noch klein waren, war das schlimmer. Mittlerweile sind sie über zehn, da wird nicht mehr gequengelt. Enttäuscht sind sie trotzdem, wenn ich nicht dabei sein kann.

Dieses Jahr habe ich Bereitschaftsdienst von 4 Uhr morgens bis zum Mittag. Wenn unser traditionelles Weihnachtsessen, Würstel mit Kraut, auf dem Tisch steht, bin ich wieder zu Hause und kann auch beim Geschenkeauspacken diesmal dabei sein. Letztes Jahr hatte ich Spätdienst, musste ab dem Nachmittag arbeiten und war wegen des vielen Schnees erst um 23 Uhr zu Hause: Bescherung verpasst, meine Geschenke musste ich allein auspacken.

Grüne Weihnacht = weniger Arbeit

Diesmal habe ich es ganz gut getroffen: Weil ich in Bereitschaft bin, kann ich mich um die Weihnachtseinkäufe drücken, meine Frau muss am Vormittag allein los. Wenn ein Anruf kommt, muss ich sofort zur Straßenmeisterei. Dass wir dieses Jahr wohl eine 'grüne Weihnacht' haben werden, bedeutet für uns weniger Arbeit.

Aus optischen Gründen wären weiße Weihnachten schöner. Auch meine Kinder sind hin- und hergerissen: Als begeisterter Skifahrer wünscht mein Sohn sich Schnee, andererseits will er, dass ich viel Zeit an den Feiertagen zu Hause verbringen kann. Die Hauptarbeit steht für mich erst Silvester an, da habe ich Spätschicht. Das ist aber in Ordnung, Silvester bedeutet mir nicht viel. Den Jüngeren im Team ist es wichtiger, dass sie an dem Abend feiern können.

Für dieses Weihnachten wünsche ich mir, dass die Menschen unsere Arbeit mehr wertschätzen. Viele sehen unsere Schneepflüge nämlich als Straßenblockierer und vergessen, dass wir es sind, die die Straßen erst frei machen - damit sie pünktlich zum Fest zu Hause sind." (mcm)

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insgesamt 13 Beiträge
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1. ????
fiutare 24.12.2011
"Sie schieben Gänse für Tausende Gäste in die Röhre, verhökern Kuscheldecken oder blinzeln in die Polarsonne: Rund 1,3 Millionen Deutsche malochen regelmäßig an Sonn- und Feiertagen." Ach, was für eine Neuigkeit! Hat jemand "Krankenhaus" gesagt? Dort wird an Weihnachten sogar nachts gearbeitet, wenn die Gänse gefressen und für Kuscheldecken irgendwelche blöde Käufer gefunden sind. Dort wurde sogar schon gearbeitet, als es diesen ganzen Überfluss noch nicht gab.
2.
Narn 24.12.2011
Zitat von sysopSie schieben Gänse für 2000 Gäste in die Röhre, verhökern Kuscheldecken oder blinzeln in die Polarsonne:*Sechs Weihnachtsarbeiter mit besonderen Jobs erzählen, was bei ihnen Heiligabend los ist - und wie Loriots "Familie Hoppenstedt"*in die Antarktis fand. Arbeiten an Weihnachten: "Liebe Einsame,*ihr seid nicht allein" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - KarriereSPIEGEL (http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,805175,00.html)
"Arbeiten, wenn andere Geschenke auspacken, die Weihnachtsgans anschneiden oder den geschmückten Tannenbaum bewundern - keine schöne Vorstellung." Ganz ehrlich: DOCH! Diesem ganzen Firlefanz und diesem Theater mit der simplen Begründung, Arbeiten zu müssen, entkommen. Ein Traum. Aber wenigstens Familie Hoppenstedt steht mir bei. Cheers
3. Angst vorm Alleinsein
stanislaus2 24.12.2011
haben nur die, die nicht mit sich selbst allein sein können.
4. Was soll dieser Artikel?
moin8smann 25.12.2011
Was soll dieser Artikel? Warum schreiben Sie nicht über Leute im Pflegedienst, die auch Heiligabend zu ihren "Kunden" müssen und da als Familienersatz dienen? Oder über Krankenschwestern? Not-Apothekern? Leuten bei McDonalds? Oder Tankstellen? Polizisten oder Feuerwehrleuten? Zu wenig Glamour?
5. Alles Gute
Thomas Mainka 25.12.2011
für die Menschen, die unser Leben möglich machen. Die da sind, wenn wir uns am Heiligen abend den Arm brechen oder es schneit wie verrückt. auch die unsichtbaren, die für Strom, Gas, Wasser usw. sorgen. Ich wünsche diesen Menschen ein Frohes Weihnachten, ein guten Rutsch und sage DANKE. Thomas Mainka
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