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Arbeitslose Ingenieure Wir wurden aussortiert

7. Teil: Der Datenverarbeitungsfachmann: "Ich habe die Suche aufgegeben"

Gocht: "Ich habe meine Nische gefunden und bin zufrieden" Zur Großansicht

Gocht: "Ich habe meine Nische gefunden und bin zufrieden"

Achim Gocht, 57, arbeitet jetzt im Garten und führt Wandergruppen rund um Chemnitz

"Ich habe im Datenverarbeitungszentrum in Chemnitz gearbeitet. Wir haben für andere Betriebe Lohn- und Gewerbesteuerabrechnungen gemacht. Nach der Wende sind viele Firmen in Insolvenz gegangen, da hat es für uns auch nicht mehr gereicht.

Ich habe sofort eine betriebswirtschaftliche Weiterbildung zum Controller gemacht. Wie so viele habe ich gedacht, man braucht sich nur im Westen bewerben, dann klappt das schon. Aber ich habe keine Antwort erhalten und bin in die Arbeitslosenhilfe gerutscht. Dann habe ich mich zum Multimediafachmann weiterqualifiziert und 83 Bewerbungen für den Raum München abgeschickt. Das einzige Angebot kam von einer Zeitarbeitsfirma, die nur ein Profil erstellen wollte.

Mehr oder weniger selbst versorgen

Ich glaube nicht, dass meine DDR-Ausbildung ein Problem ist. Für die Personalchefs passen meine Qualifizierung und die Arbeitslosigkeit einfach nicht zusammen. Ich habe auch in einer schnelllebigen Branche gearbeitet. Vielleicht denken manche, ich wäre mit 57 nicht flexibel genug. Dabei hätte ich bestimmt kein Problem, mich einzuarbeiten.

Wenn ich Fachkräftemangel höre, kann ich nur lachen. Mich auf dem ersten Arbeitsmarkt zu bewerben, habe ich aufgegeben. Mein persönliches Ziel ist jetzt, im Garten Gemüse zu produzieren, so dass wir uns mehr oder weniger selbst versorgen können. Außerdem arbeite ich als Wanderleiter.

Das bringt natürlich nicht genug ein, aber Geld spielt für mich auch nicht mehr die große Rolle. Ich habe mich mit den Verhältnissen, die mir von den gesellschaftlichen Veränderungen aufgezwungen wurden, abgefunden. Ich gehe meinen eigenen Weg. Mir fehlt nichts."

(ems)

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