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Arbeitslose Ingenieure Wir wurden aussortiert

Schizophrenie des Arbeitsmarktes: Während Wirtschaftsverbände eine riesige Ingenieurlücke beklagen, kassieren qualifizierte Fachkräfte Absagen in Serie. Warum bekommen sie kein Bein auf den Boden? Wie gehen sie mit der Situation um? Sechs arbeitslose Ingenieure berichten.

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Ingenieure: Auch dieser Berufsstand kennt Arbeitslose

Eigentlich dürfte es sie nicht geben: arbeitslose Ingenieure. Die deutsche Industrie freut sich am Boom der vergangenen Monate und beklagt, dass sie zu wenig Techniker hat. Und tatsächlich spricht vieles dafür: Wer nach einem Ingenieurstudiengang exakt das bieten kann, was die Unternehmen suchen, kann seine Arbeitskraft meistbietend verkaufen.

Doch offenbar ist die Not, gute Leute zu bekommen, nicht überall gleich groß. Wer nicht haargenau auf ein Stellenprofil passt, darf sich wenig Hoffnung machen, trotzdem eine Chance zu erhalten. Gerade in den beliebtesten Ingenieursfächern - Maschinenbau und Elektrotechnik - gibt es viele Berufseinsteiger mit Anlaufschwierigkeiten. Und trotz demografischer Entwicklung ist es für altgediente Arbeitskräfte schwierig, noch mal eine Stelle zu bekommen.

Der Ingenieurmangel ist ungleich verteilt. Damit kann man kaum von einem allgemeinen Mangel sprechen, sondern eher von Lücken. Auch sonst sind Zweifel erlaubt: Wenn die Personalnot in den Unternehmen wirklich so groß ist, warum verharren sie dann im Jugendwahn, anstatt ältere Bewerber einzustellen und fortzubilden? Warum werden fachlich versierte Kräfte aufgrund schlechter Sprachkenntnisse aussortiert, wo es doch Deutschkurse gibt?

Dass es einzelne Lücken gibt, nutzt den arbeitslosen Kollegen wenig. 20.400 Ingenieure sind derzeit als arbeitssuchend gemeldet. Und jenseits der Statistik behilft sich so mancher mit einem fachfremden Arbeitsplatz, weil er längst die Hoffnung auf eine Rückkehr in den erlernten Beruf aufgegeben hat.

Sechs von diesen Arbeitslosen berichten hier, wie sie in diese Lage gekommen sind. Überwiegend sind es ältere Semester, doch auch Berufsneulinge sind dabei. Sie alle beschreiben, wie sich das anfühlt: zu einer Gruppe zu gehören, die es eigentlich nicht geben dürfte.

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Außerdem wurde angekündigt, ausländische Berufsabschlüsse schneller und unbürokratischer anzuerkennen als bisher - auch als Willkommenssignal. Gabriele Sons von Gesamtmetall plädierte dafür, die Gehaltsgrenze für die uneingeschränkte Anwerbung qualifizierter Ausländer zu senken: von derzeit 66.000 auf rund 40.000 Euro im Jahr. Den Vorschlag unterstützt Arbeitsministerin Ursula von der Leyen und die FDP-Fraktion im Bundestag. Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) kritisiert den Status quo: Es könne nicht sein, "dass ein Zuwanderer mehr verdienen muss als ein Hochschulprofessor, um eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen".
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