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Deutscher Städtevergleich Wo die meisten Frauen arbeiten

60 Prozent aller Berufstätigen, doppelt so viel wie in Emden - bei der Frauenquote ist Frankfurt (Oder) Spitze. Der Arbeitsmarkt ist verblüffend vielfältig. Der Regionen-Überblick zeigt die Hochburgen der Akademiker und Vollzeitler, junger und älterer Menschen.

Voller Einsatz ohne Teilzeit: Arbeiter im Wolfsburger VW-Werk Zur Großansicht
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Voller Einsatz ohne Teilzeit: Arbeiter im Wolfsburger VW-Werk

Hier regiert die IG Metall. So lässt sich zusammenfassen, was die Städte und Landkreise auszeichnet, in denen die meisten Arbeitnehmer eine Vollzeitstelle haben. Wolfsburg als Sitz des Stammwerks von Volkswagen zählt fast so viele sozialversicherungspflichtig Beschäftigte wie Einwohner (viele davon natürlich Pendler von außerhalb), und von denen arbeiten 86,7 Prozent Vollzeit.

Dahinter rangieren neben industrielastigen Landkreisen wie Hohenlohe (Baden-Württemberg) und Olpe (Nordrhein-Westfalen) weitere Zentren der Stahl- und Autoindustrie, darunter Emden, Salzgitter oder der bayerische Landkreis Dingolfing-Landau, wo BMW sein größtes Werk hat.

Am Ende der Skala stehen strukturschwache Landkreise in Rheinland-Pfalz. Knapp vor den Flop 3 mit besonders hohem Teilzeitanteil rangieren Universitätsstädte wie Freiburg, Tübingen oder Göttingen. Die Zahlen hat manager magazin online auf Grundlage der Arbeitsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit berechnet. Aktuell sind die Daten für Städte und Landkreise erst mit Stand September 2013 verfügbar, viel dürfte sich daran in der Zwischenzeit aber nicht geändert haben.

Anteil der Vollzeitbeschäftigten
Deutschland gesamt 74,4 Prozent
Top 3
Stadt Wolfsburg 86,7 Prozent
Stadt Emden 83,7 Prozent
Hohenlohekreis (Baden-Württemberg) 82,5 Prozent
Flop 3
Landkreis Kusel (Rheinland-Pfalz) 65,2 Prozent
Landkreis Cochem-Zell (Rheinland-Pfalz) 65,4 Prozent
Stadt Delmenhorst 65,4 Prozent
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Berechnung manager magazin

  • Frankfurt (Oder) ist die Hauptstadt berufstätiger Frauen

Model bei der Friseur-WM 2014: In Frankfurt (Oder) sind Frauen in der Mehrheit Zur Großansicht
DPA

Model bei der Friseur-WM 2014: In Frankfurt (Oder) sind Frauen in der Mehrheit

In einem anderen Ranking stehen die niedersächsischen Autostädte ganz am Ende. Nirgendwo in der Republik haben Frauen so wenig Anteil am Arbeitsmarkt wie in den niedersächsischen Fabrikstädten, in Emden beträgt die Quote knapp 30 Prozent an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.

Für das Bundesland steht immerhin der Landkreis Helmstedt mit an der Spitze der Regionen, wo die Frauen am Arbeitsplatz in der Mehrheit sind. Das sind sonst überwiegend ostdeutsche Städte und Kreise (einschließlich Berlin), wo Frauen schon in der DDR eine hohe Erwerbsbeteiligung hatten.

Absolute Spitze ist Frankfurt (Oder), wo die Wirtschaft nach dem Niedergang der dortigen Chip- und Solarfabriken noch vor allem mit der Europa-Universität Viadrina glänzt.

Anteil der weiblichen Beschäftigten
Deutschland gesamt 46,2 Prozent
Top 3
Stadt Frankfurt (Oder) 58,2 Prozent
Landkreis Helmstedt (Niedersachsen) 57,5 Prozent
Stadt Weimar 57,2 Prozent
Flop 3
Stadt Emden 30 Prozent
Stadt Wolfsburg 30,9 Prozent
Stadt Salzgitter 32 Prozent
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Berechnung manager magazin

  • Jugendliche sind im Bayerischen Wald stark vertreten

Zum Beispiel Tourismus: Aus dem Bayerischen Wald wandern die Jungen nicht ab Zur Großansicht
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Zum Beispiel Tourismus: Aus dem Bayerischen Wald wandern die Jungen nicht ab

Auch sonst ist die brandenburgische Grenzstadt in der Statistik auffällig. So stark der Anteil der Frauen am Arbeitsmarkt in Frankfurt (Oder) ist, so schwach ist derjenige der Jugendlichen. Dieses Bild zieht sich quer durch Ostdeutschland. Nur die Namensschwester Frankfurt am Main und der benachbarte Main-Taunus-Kreis schieben sich als westdeutsche Vertreter zwischen die 25 Städte und Kreise mit der geringsten Jugendquote.

Die Abwanderung der Jungen und der Geburtenknick nach der Wende von 1989 erklären wohl maßgeblich das Jobwunder ohne Jobs im Osten: Obwohl die Beschäftigung stagniert, sind die Arbeitslosenquoten dort in den vergangenen Jahren stark gesunken. Es kommen einfach kaum noch junge Arbeitsuchende auf den Arbeitsmarkt nach.

Ganz anders sieht das in ländlichen Regionen im Westen aus, vor allem in Bayern. Gerade im Bayerischen Wald trifft der (etwas abgenutzte) Slogan "Laptop und Lederhose" am ehesten zu. Im internationalen Vergleich ist aber auch dort der Anteil der Jugend bescheiden.

Anteil der Beschäftigten unter 25 Jahren
Deutschland gesamt 11,1 Prozent
Top 3
Landkreis Cham (Bayern) 17,3 Prozent
Landkreis Rottal-Inn (Bayern) 17,2 Prozent
Landkreis Freyung-Grafenau (Bayern) 17,1 Prozent
Flop 3
Stadt Frankfurt (Oder) 6,5 Prozent
Landkreis Spree-Neiße (Brandenburg) 7,3 Prozent
Landkreis Greiz (Thüringen) 7,6 Prozent
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Berechnung manager magazin

  • Ältere dominieren den ostdeutschen Arbeitsmarkt

Kahnfahrt im Spreewald: Ruhiges Treiben im Spree-Neiße-Kreis Zur Großansicht
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Kahnfahrt im Spreewald: Ruhiges Treiben im Spree-Neiße-Kreis

Wenig überraschend, zeigt die Erwerbsbeteiligung der Älteren annähernd ein Spiegelbild der Jugendquote. Menschen ab 50 sind vermehrt an ostdeutschen Arbeitsplätzen anzutreffen. Wieder taucht Frankfurt (Oder) als einer der Extremwerte auf, nicht weit hinter dem Spree-Neiße-Kreis in der brandenburgischen Niederlausitz. Das Umland von Cottbus prägen neben dem idyllischen Spreewald und Brauchtum der sorbischen Minderheit vor allem der Braunkohletagebau mit angeschlossenen Kraftwerken.

Am Ende der Skala stehen wiederum bayerische Orte. Allerdings hat hier neben den Landkreisen auch die Großstadt München samt Umland eine Chance. Übrigens weist Frankfurt am Main, bereits wegen der für westdeutsche Verhältnisse geringen Jugendquote (8,2 Prozent) erwähnt, mit 24,7 Prozent auch einen sehr niedrigen Anteil Älterer auf. Die Finanzmetropole ist demnach eine Hochburg der mittleren Jahrgänge.

Anteil der Beschäftigten ab 50 Jahren
Deutschland gesamt 29,5 Prozent
Top 3
Landkreis Spree-Neiße (Brandenburg) 40,4 Prozent
Landkreis Stendal (Sachsen-Anhalt) 39,4 Prozent
Stadt Frankfurt (Oder) 38,8 Prozent
Flop 3
Landkreis Eichstätt (Bayern) 23,8 Prozent
Landkreis München 23,9 Prozent
Stadt München 23,9 Prozent
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Berechnung manager magazin

  • Die Siemens-Städte haben den höchsten Akademikeranteil

Siemens ist nah: Hauptsitz der Universität im Erlanger Schloss Zur Großansicht
Universität Erlangen-Nürnberg

Siemens ist nah: Hauptsitz der Universität im Erlanger Schloss

Bayern zeigt sich auch in der Statistik der Akademiker auffällig. Die von technischer Forschung geprägten Universitätsstädte Erlangen und München, beide große Standorte des Industrieriesen Siemens, teilen sich die Topränge mit dem thüringischen Jena. Dort sind ebenfalls Universität und Hightech-Industrie eng verwoben.

Doch auch am Ende der Skala mit Akademikerquoten unter vier Prozent finden sich zwei bayerische Landkreise (darunter die bereits erwähnte niederbayerische BMW-Hochburg Dingolfing). Dem Erfolg am Arbeitsmarkt tut die geringe formale Bildung aber keinen Abbruch. Die Arbeitslosenquote ist ähnlich niedrig.

Anteil der Beschäftigten mit akademischem Abschluss
Deutschland gesamt 12,4 Prozent
Top 3
Stadt Erlangen 29,4 Prozent
Stadt Jena 29,2 Prozent
Stadt München 25,3 Prozent
Flop 3
Landkreis Südwestpfalz (Rheinland-Pfalz) 3,5 Prozent
Landkreis Freyung-Grafenau (Bayern) 3,8 Prozent
Landkreis Dingolfing-Landau (Bayern) 3,9 Prozent
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Berechnung manager magazin
  • KarriereSPIEGEL-Autor Arvid Kaiser (Jahrgang 1977) ist Online-Redakteur beim manager magazin.

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insgesamt 13 Beiträge
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    Seite 1    
1. Lankreis Greiz
spon-facebook-634762581 11.06.2014
Und dann schauen wir noch mal nach, in welchem Bundesland der Landkreis Greiz liegt. (Vielleicht sollte man Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen doch zusammenlegen - schon allein, damit die Journalisten das nicht immer durcheinander bringen.)
2. kleiner Tipp
legionelle 11.06.2014
der Landkreis Greiz gehört immer noch zu Thüringen!
3. Deutscher Städtevergleich
abby_thur 11.06.2014
Zitat von spon-facebook-634762581Und dann schauen wir noch mal nach, in welchem Bundesland der Landkreis Greiz liegt. (Vielleicht sollte man Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen doch zusammenlegen - schon allein, damit die Journalisten das nicht immer durcheinander bringen.)
Erfurt liegt für die meisten auch in Sachsen ;)
4. Lächerlich
seelenklemptner 11.06.2014
Solche Beiträge könnte sich der Spiegel wirklich sparen.
5. und...
legionelle 11.06.2014
...Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zusammen zu legen, nur damit es geographisch weniger gut gebildete Menschen leichter haben, bringt auch nix!
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