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Urteil zu Berufskleidung Piloten müssen Mützen tragen

Auch vor und nach der Landung: Piloten haben den Hut auf Zur Großansicht
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Auch vor und nach der Landung: Piloten haben den Hut auf

Oben ohne ist bei der Lufthansa nach wie vor nur Pilotinnen erlaubt. Ihre männlichen Kollegen müssen weiterhin Mütze tragen. Das entschied jetzt das Landesarbeitsgericht Köln. Ein Pilot hatte gegen die Ungleichbehandlung geklagt.

Ob die Kopfbedeckung drückt oder nicht, ist egal: Lufthansa-Piloten müssen ihre Dienstmütze auch im Flughafen-Terminal aufbehalten, ihre Kolleginnen dagegen nicht. Mit diesem Urteil gab das Kölner Landesarbeitsgericht der Fluggesellschaft recht, die Berufung gegen ein Urteil des Arbeitsgerichts vom Frühjahr 2011 eingereicht hatte.

Geklagt hatte ein Pilot, der kurzfristig von einem Flug abgesetzt worden war, nachdem ihn ein Vorgesetzter bei der Flugvorbereitung ohne Uniformmütze erwischt hatte. Laut Betriebsvereinbarung des Konzerns müssen Piloten nämlich auch außerhalb des Flugzeugs die Pilotenmütze tragen - Pilotinnen indes ist es freigestellt, ob sie die Kappe tragen oder nicht. Der Kläger hielt das für ungerecht und verwies auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz.

Die Lufthansa hielt dagegen, dass "die Regelung dem historisch gewachsenen Erscheinungsbild ihrer Piloten entspreche und deshalb nicht Ausdruck einer unterschiedlichen Wertigkeit der Geschlechter sei". Dass für Frauen andere Uniformregeln gelten, sehe man schließlich auch daran, dass sie Röcke zum Dienst tragen dürften.

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Von dem Urteil betroffen seien knapp 3400 Lufthansa-Piloten, so ein Konzernsprecher. Nur etwa sechs Prozent der Cockpit-Crew sind Pilotinnen. Inwieweit die Regel auch für die Piloten der Lufthansa AG-Töchter German Wings und Lufthansa Cargo gelte, sei noch unklar.

Das Gericht schloss sich der Sicht der Lufthansa weitgehend an: Es spricht demnach nichts dagegen, für Männer und Frauen unterschiedliche Uniformen vorzuschreiben (Aktenzeichen 5 Sa 549/11).

Der Pilot findet die Mütze vor allem unbequem und sperrig. Er kann gegen das Urteil in Revision gehen, dann müsste sich das Bundesarbeitsgericht damit beschäftigen. Er ließ offen, ob er diesen Schritt gehen will.

dapd/dpa/hae

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insgesamt 67 Beiträge
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1.
relies 29.10.2012
Unfassbar, mit was sich bei uns Gerichte beschäftigen müssen. Es gibt innnerhalb und ausserhalb der Lufthansa momentan doch wirklich dringendere Dinge als die Mützenpflicht gerichtlich klären zu lassen.
2. Eine schiefe und falsche Gerichtsentscheidung,
laotse8 29.10.2012
da Pilotinnen eben nicht etwas anderes ggf. feminineres zu tragen haben als die Mütze, sondern ihnen dazu überhaupt nichts vorgeschrieben wird. Es geht also nicht um geschlechtsspezifisch angepasste Kleidung, sondern um Bindung oder völlige Freiheit je nach Geschlecht. Solcherlei Männerdiskrimierung liegt allerdings im aktuellen Mainstream deutscher Dekadenz. Wenn es den staatlichen Eseln wirtschaftlich zu gut geht ...
3.
Xangod 29.10.2012
Zitat von laotse8da Pilotinnen eben nicht etwas anderes ggf. feminineres zu tragen haben als die Mütze, sondern ihnen dazu überhaupt nichts vorgeschrieben wird. Es geht also nicht um geschlechtsspezifisch angepasste Kleidung, sondern um Bindung oder völlige Freiheit je nach Geschlecht. Solcherlei Männerdiskrimierung liegt allerdings im aktuellen Mainstream deutscher Dekadenz. Wenn es den staatlichen Eseln wirtschaftlich zu gut geht ...
Hier werden doch gerade Männer nicht diskriminiert, wie bei der heute üblichen Gleichmacherei. Es wird doch gerade berücksichtigt, daß Männer und Frauen verschieden sind. Was ja auch gut so ist. Was noch fehlt, wäre eine Pilotinnenquote bei allen Fluggesellschaften - würde mich nicht wundern, wenn sich da die Quoten-Versagermädchen in unseren politischen Parteien für einsetzen würden.
4. Ein weiteres Steinchen im Mosaik
mnbvc 29.10.2012
Entgegen der allgemeinen Propaganda werden in diesem Land mehrheitlich (nicht nur, aber mehrheitlich) Männer diskriminiert. Da mag man an das dt. Sorgerecht denken, das vom Europ. Gerichtshof für Menschenrechte eindeutig kassiert wurde. Einerseits werden immer aktive Väter gefordert, nur wenn die Damen diese nicht haben wollen, ist das auch ganz schnell wieder ganz anders. Man mag daran denken, dass eine JustizminsterIN Männern verboten hat, Gentests von Kindern zu machen, für die sie Unterhalt bezahlen müssen, weil die Mütter der Kinder, sie als Vater bezeichnen. Die Mütter durften die Tests ablehnen, so dass der "Vater" damals auf den bloßen Verdacht hin abkassiert wurde. Man kann an die Bundeswehr denken, zu der Männer gehen MUSSTEN, während Frauen gehen DURFTEN. Das ist geschlechtlich definierter Zwangsdienst und somit nichts als sexuelle Diskriminierung gewesen. Da passt es auch, dass Männer sich beim Bund kahlscheren lassen müssen, während Frauen das Haar in jeder Länge tragen dürfen. Seltsam. Dann gibt es noch die Ämterquoten der meisten Parteien von 50% für Frauen. Aber die meisten Parteien kommen nicht einmal auf 30% an weiblichen Mitgliedern. Dazu Unisextarife bei allen Versicherungen, obwohl Frauen dort wegen der längeren Lebensdauer (und nicht wegen der Kinder; die sind in der KV vernachlässigbar und in der RV oder der PflegeV ganz egal) erkennbar höhere Kosten verursachen, so dass die Männer mit höherer Einzahlung und kürzerem Leben die Damen quersubventionieren. Es gibt noch einige Beispiele mehr. Und alles nur, weil Frauen absolut berechnet weniger verdienen als Männer. Bei den meisten Statistiken, die zu diesem Ergebnis kommen, wird allerdings nicht die für den Lohn aufgewendete Arbeitszeit berücksichtigt. So werden Teilzeitfrauen mit Vollzeitmännern verglichen. Ich kann aber nicht erkennen, was daran ungerecht ist, wenn ein Vollzeitarbeiter in der Branche XY mehr verdient als ein Teilzeitarbeiter derselben Branche. Unabhängig vom Geschlecht. Und nun wird an der Quote für Vorstände von Privatunternehmen (!) geschraubt. Dann bitte auch eine Frauenquote für den Afghanistaneinsatz, für Gefängnisschließer, für die Müllabfuhr und derlei unerquickliche Beschäftigungen. Und eine Männerquote für die Grundschulen, Kindergärten, für das Pflegepersonal in den Kliniken, für die Moderation von Talkrunden im Fernsehen und die Cover der zehntausend Zeitschriften im Kiosk.
5.
mulcahy@gmx.at 29.10.2012
ja und? es gibt etliche berufe, in denen berufskleidung vorgeschrieben ist. z.b. das pflegepersonal, so es nicht im op arbeitet, in weiss, weisse schuhe und blaue westen. kein schmuck, keine langen fingernägel, keine gefärbten fingernägel. ist halt so.
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