Von Anja Tiedge
Bewertung von Jürgen Hesse, Diplom-Psychologe und Geschäftsführer des Büros für Berufsstrategie Hesse/Schrader
Schon das späte Ausstellungsdatum (fast einen Monat nach dem Ausscheiden) sowie die kurze Verweildauer im Unternehmen (zwei Jahre bei einem Mittdreißiger) erschrecken. Obwohl der Unterzeichnende klar ausgewiesen ist, vermittelt das einen schlechten ersten Eindruck.
Selbst wenn der Rest schön geschrieben ist - das sind schlimme Boten. Ich würde das mit einem Herrn vergleichen, der Smoking und Fliege trägt, aber Sandalen ohne Strümpfe und im Gesicht einen Nasenring. Da kann man nun nicht mehr von Eleganz sprechen.
Hinzu kommt eine Abschlussformulierung, die kein Dank, kein Bedauern und nur ganz magere Zukunftswünsche enthält. Die Formulierung "Für seine private und berufliche Zukunft wünschen wir..." wirkt bildlich gesprochen so attraktiv wie fette Bauernstampfer in Nylons mit dicker Laufmasche. Im Verabschiedungsabsatz gehören die "beruflichen" immer vor die "privaten" Wünsche!
Auch in der Aufgabenbeschreibung kulminiert der negative Eindruck des Desaströsen. Hier sind unwichtige Aufgaben vor wichtigen genannt. Einfache Tätigkeiten wie die PC Office-Vernetzung sind überflüssige Lückenfüller. Zudem folgte fünf Monate nach dem Aufstieg zum Senior-Berater der Ausstieg aus dem Unternehmen, was deutlich auf ein Scheitern in der neuen Position hinweist.
Sehr erstaunlich zudem die ausführliche und geschwätzige neunzeilige Selbstdarstellung des Unternehmens. Wem das schadet? Letztlich dem Beurteilten. Er hätte um mehr Rücknahme bitten sollen.
Insgesamt ein schreckliches Beurteilungsdokument.
Eine berufliche Katastrophe!
Gesamtnote: 4-

Das Musterzeugnis für IT-Berater Gerd Roben

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