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Steuerrecht Bundesfinanzhof bestätigt strenge Regeln zum Arbeitszimmer

Ist das ein Arbeitszimmer? Für das Finanzamt gilt: Der Raum darf nicht privat genutzt werden Zur Großansicht
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Ist das ein Arbeitszimmer? Für das Finanzamt gilt: Der Raum darf nicht privat genutzt werden

Wer sein Arbeitszimmer von der Steuer absetzen will, darf es nur beruflich nutzen. Das hat der Bundesfinanzhof klargestellt. Geklagt hatte ein Mann, der in seinem Büro zu Hause seine Immobilien verwaltet.

Ein Arbeitszimmer darf nur von der Steuer abgesetzt werden, wenn der Raum nahezu ausschließlich beruflich genutzt wird. So hat der Bundesfinanzhof entschieden.

Geklagt hatte ein Mann, der in seinem Einfamilienhaus ein Arbeitszimmer hat, in dem er sich um die Verwaltung seiner vermieteten Mehrfamilienhäuser kümmert. In seiner Steuererklärung 2006 hatte er 804 Euro als "Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer" geltend gemacht - mit der Begründung, das heimische Büro bilde den Mittelpunkt seiner gesamten beruflichen Tätigkeit. Beim Finanzamt scheiterte er damit.

Der Fall landete vor dem Finanzgericht - und das erkannte die Kosten zumindest teilweise an: Der Mann nutze den Raum zu 60 Prozent beruflich, deshalb könne er 60 Prozent der Aufwendungen von der Steuer absetzen. Dieses Urteil hat das höchste Steuergericht nun kassiert.

Ein nur zeitweise für die Arbeit genutzter Raum wird steuerlich nicht anerkannt, heißt es in der Grundsatzentscheidung des Bundesfinanzhofs (GrS 1/14). Auch eine Arbeitsecke in einem Raum, der ansonsten privaten Zwecken dient, kann nicht geltend gemacht werden.

Das Urteil des Großen Senats war mit Spannung erwartet worden, weil es Millionen Steuerzahler betrifft, die einen Teil ihrer Arbeit zu Hause erledigen.

vet/dpa

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insgesamt 49 Beiträge
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1. Informationsbedürfnis
ApuMichael 27.01.2016
Haben die Richter Gründe für ihre Entscheidung angegeben? Könnte SPON die Gründe zusammenfassen? Gäbe es es einen Link zu der Entscheidung? - Ich frag ja nur.
2. Das war doch klar!
awoth 27.01.2016
Es hätte ja u.U. Steuerentlastungen für Millionen von Leuten bedeutet.... Weiter so Deutschland!
3.
onesimus 27.01.2016
Da würde mich mal die Begründung interessieren. Mit Vermietung wird ja auch zu versteuerndes Einkommen erzielt, somit sollte ein Raum zur in dem die Mitverwaltung erledigt wird als Werbungskosten abgesetzt werden können. Auch anteilig, wenn er noch als Arbeitszimmer dient und der entsprechende Anteil dann als Arbeitszimmer. Vorausgesetzt natürlich, daß nichts anderes darin geschieht. Oder brauche ich dafür zwei Zimmer??
4. Unsere Gerichte sind irgendwie weltfremd
bstendig 27.01.2016
Vielleicht sollte der Bürger die eine oder andere Steuer nicht akzeptieren, da sie nur zu x% für den Steuerzahler verwendet wird. Es wäre die logische Fortsetzung und das Ende von z.B. Entwicklungshilfe.
5. Rechtsprechung
Dr.W.Drews 27.01.2016
Das ist Rechtsprechung für Reiche. Wer nur eine kleine Wohnung besitzt oder mietet der bekommt eben nichts. Großverdiener setzen auch noch gleich den Porsche Panamera als Dienstwagen ab.
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