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Ausbildung für Manager Sechs Richtige im MBA-Lotto

Als sie ihr Studium zum Master of Business Administration begannen, wussten sie noch nicht, wohin ihr Weg sie führen würde. Lohnt sich der MBA? Sechs Absolventen erzählen, was ihnen die teure und stressige Managerausbildung gebracht hat. Und wie sie heute arbeiten.

Marie Ringler - an der Schnittstelle von Wirtschaft und Gesellschaft

Marie Ringler: "Ich wollte nicht mein ganzes Leben Politikerin bleiben" Zur Großansicht
David Payr

Marie Ringler: "Ich wollte nicht mein ganzes Leben Politikerin bleiben"

Fünf Tage nachdem Marie Ringler ihr MBA-Studium an der Universität St. Gallen begonnen hatte, brach die Investmentbank Lehman Brothers zusammen. "Da wurde schon sehr kritisch über Konzepte wie den Shareholder-Value und Boni-Zahlungen diskutiert", erinnert sich die 36-Jährige. Auch später im Studium habe sie nie "den kalten Hauch des Neoliberalismus" gespürt. Im Gegenteil, oft sei es um die Frage einer verantwortungsvollen Führung gegangen.

Sonst hätte die damalige Landtagsabgeordnete der Grünen in Wien ihr Teilzeitstudium wohl auch nicht beendet. Schließlich hatte die Soziologin bereits eine langjährige politische Karriere hinter sich. Als Abgeordnete befasste sich mit Technologiepolitik, Innovationsförderung und Datenschutz, sie war Wiener Kultursprecherin. "Ich habe das alles sehr leidenschaftlich und auch erfolgreich gemacht, aber ich wollte nicht mein ganzes Leben Politikerin bleiben", erzählt Ringler. Sie habe zwar gewusst, wie politische Systeme funktionieren, aber ihr fehlte ein fundiertes wirtschaftliches Wissen - daher das berufsbegleitende MBA-Studium in St. Gallen: "Gerade die quantitativen Fächer wie Rechnungswesen und Finanzanalyse haben mir viel gebracht."

Doch im Laufe des MBA-Studiums sei ihr auch klar geworden, dass eine klassische Karriere im Unternehmen nichts für sie ist. "Ich wollte an der Schnittstelle von Wirtschaft und Gesellschaft arbeiten", sagt Ringler. Dabei kristallisierte sich immer stärker das Thema Social Entrepreneurship heraus - "ich finde es einfach spannend, wie man mit unternehmerischen Ansätzen zur Lösung von gesellschaftlichen Problemen beitragen kann".

Seit 2011 ist Ringler Länderdirektorin von Ashoka Österreich und zudem zuständig für die Slowakei, Tschechien und Ungarn. Die Non-Profit-Organisation fördert Sozialunternehmer. Ringler trifft solche Gründer, wählt diejenigen aus, die von Ashoka drei Jahre finanziell unterstützt werden, hilft ihnen bei Problemen und bringt sie mit Unternehmen zusammen, um mögliche Kooperationen auszuloten. "Der MBA hat mir geholfen, die Logik eines Unternehmens besser zu verstehen und strukturierter an Fragestellungen heranzugehen", sagt sie. "Wenn ich heute mit Banken über Kreditrisiken bei Sozialunternehmern spreche, dann weiß ich einfach, wie die ticken."

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