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Beerdigung mit und ohne Religion Runter kommen sie alle

In Berlin ist nicht nur das Diesseits multikulti: Ein buddhistischer Bestatter spricht mit Toten, eine Muslima bringt Leichen innerhalb von 36 Stunden in die Türkei, ein Trauerredner überlegt sich nette Abschiedsworte für ungeliebte Verwandte. Ein Rundflug durch die Berliner Begräbniskulturen.

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Schlicht oder prunkvoll, schnell, preiswert, mit Pfarrer oder ohne Grabstein: Es gibt viele Möglichkeiten, einen Verstorbenen zu bestatten. In Berlin gibt es zumindest bei der Wahl zwischen Erd- und Feuerbestattung einen klaren Favoriten: Im Jahr 2009 sind in der Hauptstadt 30.155 Menschen verstorben, 24.144 wurden in einer Urne beigesetzt, das entspricht einem Anteil von 80 Prozent.

In einer islamisch oder jüdisch geprägten Stadt wäre ein solch hoher Anteil an Urnenbestattungen undenkbar. Im Islam sind Feuerbestattungen tabu, im Judentum zumindest unüblich. Und im sonst so friedlichen Buddhismus wird eine Leiche schon mal zerhackt und den Geiern zum Fraß vorgeworfen.

Welchen Herausforderungen Nicht-Christen begegnen, wenn sie Angehörige ihrer Religion entsprechend bestatten wollen, erzählen die muslimische Bestatterin Nurdide Mutlu und ihr buddhistischer Kollege Uller Gscheidel. Abschied nehmen ohne Gott, darauf hat sich Trauerredner Lutz Saalmann spezialisiert.

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insgesamt 21 Beiträge
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1. keine christlichen Bestattungen mehr?
because 05.11.2011
Das ist ja alles ganz interessant. Aber dass den christlichen Trauerfeiern keine Aufmerksamkeit mehr beigemessen wird, zeugt doch von einem etwas verengten Blick. Außerdem ist "konfessionslos" nicht eigentlich eine Konfession. Unter den "Konfessionslosen" gibt es sicher eine Menge Menschen mit einem Bekenntnis. Die wenigsten bekennenden Muslime sind Mitglied einer Gemeinde, Freikirchlicher sind unter den "Konfessionslosen", und auch Angehörige manch einer Migranten-Gemeinde, die keinen Status öffentlichen Rechtes in Anspruch nimmt.
2. Trauerriten sind nur für die Hinterbliebenen da
MonaM 05.11.2011
Trauerstätten seien eher für die Angehörigen gedacht (http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,795310-3,00.html), sagt der buddhistische Bestatter. Damit hat er recht und das gilt auch für die gesamten Trauerriten inkl. der Trauerfeier selbst. All das ist für die Hinterbliebenen und ihre Bedürfnisse gemacht, den Toten kann es egal sein. Darum ist es zu begrüßen, dass sich immer mehr Menschen den Umgang mit dem Tod nicht mehr vorschreiben lassen und individuelle Wege beschreiten, z.B. Waldbestattungen.
3. naja. die
sitiwati 05.11.2011
Hauptperson ist es egal, wer da schwätzt, einfach entsorgen, meist ist es eh so, dass man ein Begräbnis mit Pomp benutzt, um sein schlechtes Gewissen zu beruhigen!
4. Rituale
Hubert Rudnick 05.11.2011
Zitat von sysopIn Berlin ist nicht nur das Diesseits multikulti: Ein buddhistischer Bestatter spricht mit Toten, eine Muslima bringt*Leichen innerhalb von 36 Stunden in die Türkei, ein Trauerredner überlegt sich nette Abschiedsworte für ungeliebte Verwandte. Ein Rundflug*durch die Berliner Begräbniskulturen. http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,795310,00.html
Ich bin zwar nicht für ein religiöses Begräbnis, aber ich finde, dass man immer den Wünschen des Verstorbenen respektieren sollte und ihm also seinen letzten Willen erfüllen möge. HR
5. .
Rainer Helmbrecht 05.11.2011
Zitat von sitiwatiHauptperson ist es egal, wer da schwätzt, einfach entsorgen, meist ist es eh so, dass man ein Begräbnis mit Pomp benutzt, um sein schlechtes Gewissen zu beruhigen!
Die meisten Vorschriften über Bestattungen werden für den Umsatz der Gemeinden und der Bestattungsunternehmen erlassen. Während in Frankreich jede Familie die Urne ihres Verstorbenen zur freien Verfügung erhält, werden dt Hinterbliebene gegängelt. Völlig sinnlos. MfG. Rainer
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Islam
DPA
Nach der Waschung wird der Leichnam in ein Kefen, ein Leinentuch ohne Nähte, gewickelt. Beim anschließenden Totengebet liest ein Prediger aus dem Koran. Im Grab wird der Verstorbene auf die rechte Seite, das Gesicht gen Mekka, gelegt. In muslimischen Staaten ist die Beisetzung im Leichentuch üblich, in Deutschland haben inzwischen 12 der 16 Bundesländer den Sargzwang aufgehoben.
Judentum
dapd
Dem Verstorbenen wird ein langes, weißes Totenkleid angezogen und eine weiße Kopfbedeckung aufgesetzt. Jeder bekommt den gleichen, einfachen Sarg. Männern wird der Gebetsmantel mit hineingelegt. Am Grab werfen die Anwesenden drei Hände Erde auf den schlichten Sarg, wobei sie jedes Mal sagen: "Von Staub bist du und zum Staub wirst du zurückkehren." Ansprechend wird das Kaddisch gesprochen. Jüdische Gräber dürfen nicht eingeebnet werden, sie sollen Bestand haben für alle Zeiten.
Buddhismus
DPA
Den Buddhisten gilt der Tod gleichzeitig als Ende und Neubeginn. Im Sterbeprozess löst sich der Geist, nach einiger Zeit verbindet er sich wieder mit einem neuen Körper. Es gibt keine einheitlichen Riten oder Zeremonien für die Bestattung. Da der Geist wichtiger ist als der Körper, ist der Sterbeprozess, der bis zu drei Tagen dauern kann, auch wichtiger als die Beisetzung.
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