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Windradmonteur "Der härteste Job, den ich gemacht habe"

Arbeit mit Aussicht: Immer im Windschatten Fotos
Sebastian Höhn

Auf Deutschlands Windparkbaustellen haben die Monteure den gefährlichsten Job. In großer Höhe schrauben sie an Rotorblättern und Maschinenhäusern. Sie kennen dabei nur einen Feind.

Als sich die aufgehende Sonne an diesem frostigen Wintermorgen endlich durch den dicken Bodennebel kämpft, wird es schnell geschäftig auf der Baustelle. Ständig klingelt das Handy von Baustellenleiter Alexander Scherle. Spannung liegt in der Luft, denn heute soll es losgehen. An zwei Windrädern, deren Türme knapp 140 Meter hoch über dem brandenburgischen Kiefernwald aufragen, sollen Nabe und Rotorblätter befestigt werden, ein gefährlicher Job in schwindelerregender Höhe. Die Windradmonteure haben wochenlang auf diesen Tag gewartet. Immer wieder war es ausgerechnet der Wind, der die Montage verhinderte.

Es ist die wichtige Schlussphase auf der Windradbaustelle bei Wahlsdorf, einem kleinen Ort 45 Kilometer südlich der Berliner Stadtgrenze. Neun Windräder sind in dem kleinen Windpark während der vergangenen Monate entstanden, lose verstreut über einige Quadratkilometer. In wenigen Wochen sollen sie ans Netz gehen und jeweils 2,5 Megawatt Strom produzieren.

Die Windindustrie boomt. Bis Ende 2015 sind laut Bundesverband Windenergie fast 26.000 Windkraftanlagen in Deutschland errichtet worden. Ihr Anteil an der Gesamtstromerzeugung stieg vergangenes Jahr deutlich von 9,1 auf 13,3 Prozent. In Brandenburg wird der Ausbau der Windkraft besonders intensiv vorangetrieben. Dort stehen nach Niedersachsen und Schleswig-Holstein die meisten Anlagen.

Doch wie in anderen Bundesländern wächst der Druck der Bürgerinitiativen, die sich gegen die Windparks wehren. In Wahlsdorf ärgern sich Anwohner und Lokalpolitiker über zu kurze Abstände zu den Siedlungen, über die Größe der Anlagen und darüber, dass Wald abgeholzt wurde.

Die Baustellenteams bekommen von Protesten nichts mit.

Vor einem der Windräder steht der 165 Meter hohe Baukran bereits in Position. Drei Monteure, die gleich die jeweils 15 Tonnen schweren Rotorblätter festschrauben werden, sind im Turminneren auf dem Weg hoch ins Maschinenhaus.

Eine Mannschaft aus aller Welt

Auf der Baustelle wird Englisch gesprochen. Die etwa 40 Spezialisten, die hier arbeiten, kommen aus verschiedenen Ländern und reisen ständig um die halbe Welt. Der Bauleiter ist Deutscher, für die Arbeitssicherheit ist ein Engländer zuständig, Polen montieren die Rotorblätter, die Kräne und ihre Mannschaften kommen aus Österreich. Beauftragt hat sie der amerikanische Konzern General Electric, der Hersteller der Windräder. "Wir sind alle ganz eng miteinander. Denn hier muss sich jeder auf jeden verlassen können", sagt Stephen Roscoe, der Engländer. Die Sicherheitsvorkehrungen sind streng, regelmäßig wird zum Beispiel das Abseilen aus großer Höhe trainiert.

30 Minuten dauert der Aufstieg per Leiter. Oben im Maschinenhaus sitzen die beiden polnischen Monteure Kamil Kowalinski und Martin Dabrowski bereits vorn in der Nabe. Funkgeräte krächzen. Der Kran, an dessen Spitze eine österreichische Flagge weht, hat das erste Rotorblatt schon fast auf Montagehöhe gehoben. Ganz langsam, wie in Zeitlupe, bewegt sich die Traverse, in der das 60 Meter lange Rotorblatt liegt, auf die Nabe zu. Martin Dabrowski dirigiert den Kranführer über Funk. Kommandos und Antworten schallen aus Lautsprechern. Es ist Millimeterarbeit. Ein starker Windstoß würde jetzt alles zunichte machen. Am Ende verschrauben die beiden Monteure das Rotorblatt mit der Nabe.

"Dieser Job ist der härteste, den ich in meinem Leben bisher gemacht habe", sagt Kamil Kowalinski. "Aber er gibt mir sehr viel." Eigentlich habe er Wirtschaftswissenschaften und Informatik studiert, erzählt der 32-Jährige. Vor einiger Zeit habe er sein Leben jedoch komplett auf den Kopf gestellt - und bei der Windenergiefirma angefangen. "Elf Jahre lang habe ich nach dem richtigen Job gesucht, nun habe ich ihn gefunden", sagt Kowalinski.

Seinem Kollegen Martin Dabrowski geht es ähnlich. Der 28-Jährige ist Maschinenbau-Ingenieur und arbeitete als Klimatechniker, bevor er als Windradmonteur anfing. "Ich mache das jetzt seit fast vier Jahren. Es ist viel spannender", sagt er. Und der Verdienst sei besser. Dass er bis zu fünf Mal pro Woche auf Windräder klettern muss, mache ihm nichts mehr aus. In seiner Freizeit trainiere er die Kampfkunst Capoeira, erzählt er. Das halte ihn fit.

Bei Sonnenuntergang sind alle Rotorblätter montiert. Der kleine Windpark ist damit fast fertiggestellt. Für Dabrowski und Kowalinski aber geht es schon bald weiter. Auf die nächsten Windräder - in England, Ägypten und Marokko.

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insgesamt 5 Beiträge
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1. Danke für jedes Windrad!
f36md2 11.02.2016
Den Windrad-Monteuren bin ich wirklich dankbar. Sie setzen das um, was endlich Realität geworden ist: Saubere Energie ohne Kohledreck oder hochgefährliche Atomkraftwerke mit ihrem widerlichen Müll. Jedes Windrad zeigt mir: "Wir schaffen das!" - und es läuft doch! Weiter so.
2. ...
alternativloser_user 11.02.2016
Zwar nicht direkt ein Windrad, aber so in etwa sieht es da oben aus ;) https://youtu.be/v5SuYoo_YHU
3. Zusammen
Markus Landgraf 11.02.2016
Zitat von f36md2Den Windrad-Monteuren bin ich wirklich dankbar. Sie setzen das um, was endlich Realität geworden ist: Saubere Energie ohne Kohledreck oder hochgefährliche Atomkraftwerke mit ihrem widerlichen Müll. Jedes Windrad zeigt mir: "Wir schaffen das!" - und es läuft doch! Weiter so.
Atom, Wind und Sonne, nur zusammen kann es gelingen.
4. Was fuer ein Job!
biber01 11.02.2016
Ich hab' schon zittrige Knie, wenn ich auf der Leiter in ca. 6 m Hoehe die Dachrinnen am Haus saubermache.. Schade, das der Verdienst der Monteure nicht zur Sprache kam.
5.
bernd.stromberg 14.02.2016
Zitat von Markus LandgrafAtom, Wind und Sonne, nur zusammen kann es gelingen.
Warum ausgerechnet Atom? Atomstrom ist teuer und um spontane Lastspitzen auszugleichen Unflexibel. Gaskraftwerke sind (auch laut Fachleuten) eigentlich das Mittel der Wahl um die EE zu unterstützen: Erdgas ist noch für Jahrhunderte vorhanden; Gaskraftwerke haben heutzutage von allen fossilen Energieträgern den höchsten Wirkungsgrad und Gas verbrennt relativ schadstoffarm und auch mit relativ wenig CO2. Gaskraftwerke haben zudem den Vorteil dass man sie im Gegensatz zu AKWs recht günstig vorhalten kann und sie im Bedarfsfall sehr schnell hochfahren und Strom produzieren lassen kann um z.B. Lastspitzen auszugleichen. Ansonsten ja, Respekt für die Windrad-Monteure. Wer Windräder unschön oder befremdlich findet, dem sollte man ein AKW vor die Nase setzen. Ich hatte dieses "Vergnügen" über Jahrzehnte...
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Vor-/Nachteile der Energieträger
Die Energiewirtschaft befindet sich im Umbruch - SPIEGEL ONLINE zeigt die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Energieträger.
Erdöl
Plus: Erdöl ist der Schmierstoff industrieller Volkswirtschaften. In Deutschland deckt Öl rund 35 Prozent des Energiebedarfs - so viel wie kein anderer Rohstoff. Im Verkehrssektor gibt es momentan kaum Alternativen zu Öl: Das bestehende Tankstellennetz ist auf Benzin und Diesel ausgerichtet, die heute gängigen Motoren fahren fast nur mit diesen beiden Treibstoffen.

Minus: Der Ölpreis ist in den vergangenen Jahren rasant gestiegen - und mit ihm der Spritpreis. Autofahrer mussten zeitweise mehr als 1,50 Euro für Benzin zahlen. Die deutsche Volkswirtschaft verliert dadurch Milliardenbeträge, denn das Land ist fast völlig von Importen abhängig. Weltweit liegen die meisten Ölvorkommen in politisch heiklen Regionen wie dem Nahen Osten, Russland, Venezuela oder Nigeria. Versorgungskrisen kann man daher nicht ausschließen. Darüber hinaus ist Erdöl ein endlicher Rohstoff: Die bekannten Vorkommen gehen langsam zur Neige. Große neue Felder wurden in den vergangenen Jahren kaum entdeckt - und wenn, dann nur in schwierig zu erschließenden Gebieten wie der Arktis. Hinzu kommt die CO2-Problematik: Wenn Öl verbrannt wird, entsteht das Klimagas Kohlendioxid .
Erdgas
Plus: Erdgas ist der klimafreundlichste fossile Energieträger - bei der Verbrennung entsteht weniger CO2 als bei Kohle oder Öl. Außerdem halten die Vorräte noch eine Weile: Die Reichweite der Gasvorkommen wird auf rund 60 Jahre geschätzt, bei Öl sind es nur 40 Jahre. Verfeinerte Fördertechniken machen zudem den Zugriff auf große neue Gas-Reservoirs möglich. Ein weiterer Vorteil: Gas kann einen wichtigen Beitrag zur Stromerzeugung leisten. Denn Gaskraftwerke lassen sich schnell hoch- und runterfahren - diese Flexibilität hilft, die Schwankungen beim Windstrom auszugleichen.

Minus: Weltweit verfügen nur wenige Länder über Gasvorkommen. Entsprechend groß sind die Abhängigkeiten - Deutschland bezieht rund 40 Prozent seines Erdgases aus Russland. Problematisch ist außerdem die noch immer weit verbreitete Bindung an den Ölpreis: Je teurer Erdöl wird, desto teurer wird auch Gas. Stromkonzerne klagen bereits, dass sich Gaskraftwerke kaum mehr rentieren. Private Haushalte kennen dasselbe Problem beim Heizen - Gas ist kaum günstiger als Öl. Auch beim Autofahren stellt Erdgas keine Alternative dar: Der aktuelle Preisvorteil gegenüber Benzin und Diesel liegt nur an der steuerlichen Begünstigung.
Kohle
Plus: Kohle gibt es fast überall auf der Welt - einseitige Importabhängigkeiten wie beim Gas sind deshalb nicht zu befürchten. Auch Deutschland verfügt über nennenswerte Ressourcen: Braunkohle lässt sich ohne Subventionen fördern, für Steinkohle ist dies bei weiter steigenden Preisen zumindest denkbar. Außerdem reichen die Vorräte so lange wie bei keinem anderen fossilen Energieträger: Schätzungen gehen von rund 200 Jahren aus. Kohle eignet sich vor allem zur Stromerzeugung in der Grundlast - rund 50 Prozent des deutschen Stroms stammen aus Kohlekraftwerken .

Minus: Kein Energieträger ist so klimaschädlich wie Kohle. Bei der Verbrennung entsteht rund doppelt so viel CO2 wie bei Gas. Problematisch könnte dies vor allem dann werden, wenn man bestehende Atomkraftwerke durch neue Kohlekraftwerke ersetzt - oder wenn Elektroautos künftig in großem Stil Kohlestrom tanken. Bedenklich sind außerdem die Arbeitsbedingungen, unter denen Kohle gefördert wird : Zu den größten Produzenten zählen China, Russland und Südafrika - Länder, in denen immer wieder Bergleute ums Leben kommen.
Atomenergie
Plus: Kernkraftwerke produzieren - wenn sie einmal gebaut sind - günstigen Strom. Der Rohstoff Uran wird nur in geringen Mengen verbraucht, so dass die laufenden Betriebskosten gering sind. Atomstrom kann in der Grundlast eingesetzt werden, also unabhängig von kurzfristigen Wetterschwankungen. In Frankreich wird Atomstrom auch zum Heizen verwendet, langfristig könnten so auch Elektroautos betrieben werden. Bei der Kernenergie wird kaum CO2 freigesetzt. Sie ist damit klimafreundlicher als Kohle oder Gas.

Minus: Der größte Nachteil der Atomenergie ist das Risiko eines GAUs. Selbst wenn man dafür eine geringe Wahrscheinlichkeit unterstellt - der Schaden wäre enorm. Die Katastrophe in Tschernobyl war nur ein Vorgeschmack dessen, was im dicht besiedelten Mitteleuropa passieren würde: Tausende Opfer, auf ewig verseuchte Landstriche, Vermögensverluste in zigfacher Milliardenhöhe. Hinzu kommt die ungelöste Frage der Endlagerung : Obwohl die Kernenergie seit rund 50 Jahren genutzt wird, gibt es bis heute keine dauerhafte Deponie für die verstrahlten Abfälle. Ob es überhaupt ein sicheres Endlager geben kann, ist umstritten: Der Atommüll strahlt zum Teil mehr als 100.000 Jahre lang - was in dieser Zeit alles passiert, kann niemand vorhersagen. In jüngster Zeit wird ein weiteres Problem immer häufiger diskutiert: Was geschieht, wenn Terroristen einen Anschlag auf ein Kernkraftwerk verüben? Oder wenn sie in den Besitz von spaltbarem Material gelangen? Sicherheitsexperten haben auf diese Fragen keine abschließende Antwort.
Wasser
Plus: Die Wasserkraft ist sehr umweltfreundlich - mit geringem Eingriff in die Natur lässt sich günstig Energie gewinnen. Rund fünf Prozent des deutschen Stroms stammen aus Wasserkraftwerken. Außerdem lässt sich in Stauseen sehr gut Energie speichern: Bei einem Überangebot an Strom wird Wasser nach oben gepumpt. Bei Bedarf wird es dann abgelassen, um die Turbinen anzutreiben.

Minus: In Deutschland ist das Potential der Wasserkraft so gut wie ausgeschöpft. Fast jeder Fluss hat ein Kraftwerk, ebenso fast jeder See. Im Ausland wiederum ist die Wasserkraft zum Teil in Verruf geraten: Riesenprojekte wie der Jangtse-Staudamm in China zerstören die Natur in großem Stil.
Wind
Plus: Von allen erneuerbaren Energien ist die Windkraft in den vergangenen Jahren am stärksten gewachsen. Mittlerweile beziehen die Deutschen deutlich mehr Strom aus Windrädern als aus Wasserkraftwerken. Auch in Zukunft hat die Branche großes Wachstumspotential - vor allem offshore, also in Windparks auf dem Meer . Ein weiterer Vorteil: Die Windkraft ist verhältnismäßig günstig. Die Betreiber der Anlagen bekommen über das Erneuerbare-Energien-Gesetz nur wenig mehr Förderung als der Preis für konventionellen Strom an der Energiebörse hoch ist. Zum Vergleich: Solarstrom wird weit höher vergütet.

Minus: Kritiker halten Windräder für eine Verschandelung der Landschaft. Außerdem weht der Wind sehr unzuverlässig: Bei einer starken Brise wird das deutsche Stromnetz überlastet, bei Flaute muss Strom aus dem Ausland hinzugekauft werden. Praktikable Speicher für Windenergie gibt es bisher nicht. Ein weiterer Nachteil: Starker Wind bläst vor allem in Norddeutschland, die großen Verbrauchszentren liegen aber im Süden und Westen. Um den Strom abzutransportieren, sind zahlreiche neue Leitungen nötig .
Sonne
Plus: Die Sonne ist nach menschlichen Maßstäben eine ewige Energiequelle , und sie scheint für jeden umsonst. Hätten alle Dächer Deutschlands eine Solaranlage, könnte so ein großer Teil des hiesigen Strombedarfs gedeckt werden - klimaschonend und unabhängig von Importen. Darüber hinaus lässt sich das Sonnenlicht auch zur Warmwasserbereitung nutzen: Mit Solarkollektoren kann man herkömmliche Heizungen ergänzen und so die Energiekosten drücken.

Minus: Die Sonne hat den gleichen Nachteil wie der Wind - ihre Energie lässt sich nicht zu jeder Uhrzeit nutzen. Das größte Problem ist jedoch der Preis: Solarstrom kostet viel mehr als konventioneller Strom. Und trotz milliardenschwerer Subventionen leistet Sonnenenergie bislang nur einen geringen Beitrag zur deutschen Stromversorgung: Schätzungen schwanken zwischen einem um zwei Prozent. Damit die Photovoltaik in Mitteleuropa wettbewerbsfähig wird, müsste es eine technische Revolution geben - oder die Preise für konventionelle Energie müssten dramatisch steigen.
Biomasse
Plus: Holz, Stroh, Mais - beim Verbrennen dieser Stoffe wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie die Pflanzen vorher der Atmosphäre entzogen haben. Biomasse lässt sich in vielen Bereichen einsetzen: zum Heizen (beispielsweise mit Holzpellets), zum Autofahren (mit Biodiesel oder Bioethanol ) oder zur Stromerzeugung (mit Biogas). Der große Vorteil: Biomasse ist gespeicherte Energie. Man kann also frei entscheiden, wann man sie nutzen möchte - anders als bei Wind- oder Solarkraft. Ein weiterer Pluspunkt: Energiepflanzen, die in Deutschland wachsen, reduzieren die Abhängigkeit von Importen.

Minus: In jüngster Zeit gerät die Bioenergie massiv in die Kritik. Denn die Pflanzen benötigen enorme Anbauflächen - und treten damit in direkte Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. Gerade bei Biotreibstoffen wird das zum Problem: Lässt es sich moralisch rechtfertigen, dass die Reichen Mais tanken - während die Armen hungern? Hinzu kommt ein gigantisches Mengenproblem: Wollte Deutschland seinen gesamten Benzin- und Dieselbedarf mit Biokraftstoffen decken, wäre dafür eine Fläche nötig, die größer ist als die gesamte Bundesrepublik. Das Gleiche gilt fürs Heizen: Sollten alle Bundesbürger auf Holzpellets umsteigen, würde der deutsche Wald dafür nicht reichen - erneut wären Energie-Importe nötig.
Erdwärme
Plus: Die Wärme im Erdinneren steht rund um die Uhr zur Verfügung. Sie lässt sich sowohl zum Heizen als auch zur Stromerzeugung nutzen. Gäbe es keine Probleme mit der Bohrtechnik, könnte die Geothermie den gesamten deutschen Energiebedarf decken.

Minus: In Deutschland muss man Hunderte oder gar Tausende Meter tief bohren, um ein ausreichendes Temperaturniveau zu erreichen. Die Kosten der Geothermie sind deshalb sehr hoch. Mancherorts gibt es außerdem Probleme mit dem Grundwasser. Andere Länder sind hier aus geologischen Gründen in einer besseren Position: Island zum Beispiel deckt seinen Energiebedarf zum Großteil mit der Wärme aus dem Erdinneren.

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