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Bürodesign-Blogger Im Büro ist es so lange schön... 

Bürodesign: Einmal durchs Bild steigen, bitte Fotos
Rapt Studio/ Foto: Mariko Reed

...wie die Mittagspause dauert, heißt es. Doch das muss nicht so sein: Weltweit tunen Firmen ihre Arbeitsplätze mit Rutschen, Laufstrecken, Bonsaigärten. Geschichtslehrer Stephen Searer gewährt auf seinem Blog Einblick in rund tausend Büros.

Zur Person
  • Stephen Searer präsentiert auf seinem Bürofoto-Blog "Office Snapshots" interessante Arbeitsplätze aus aller Welt und gibt so einen Einblick in knapp tausend Firmen. Auch 52 deutsche Büros sind dabei. Er lebt in Santa Barbara im US-Bundesstaat Kalifornien.
KarriereSPIEGEL: Herr Searer, wie kommt ein Geschichtslehrer dazu, Bürofotos zu sammeln?

Searer: Vor acht Jahren bin ich auf Fotos aus dem Google-Hauptquartier in Mountain View gestoßen, so hat alles angefangen. Ich fand das Design der Büros sehr inspirierend und wollte wissen, ob es so etwas auch in anderen Firmen gibt. Also habe ich auf Flickr einfach mal nach Suchbegriffen wie 'New York office space' oder 'Los Angeles headquarters' gesucht. Und weil ich sonst keine guten Seiten zum Thema Bürodesign gefunden habe, habe ich einfach selbst eine gestartet.

KarriereSPIEGEL: Und damit verdienen Sie jetzt Ihren Lebensunterhalt?

Searer: Ja. Die ersten Fotos meiner Sammlung waren ziemlich lausig - trotzdem haben sich viele Menschen angesprochen gefühlt. Wie wäre es, in einer anderen Firma zu arbeiten? Das ist eine Frage, die offenbar viele umtreibt. Als meine Frau und ich vor vier Jahren nach Santa Barbara gezogen sind, habe ich meinen Job als Lehrer aufgegeben, um Vollzeit an Office Snapshots arbeiten zu können. Geld verdiene ich durch Werbeanzeigen. Ich versuche aber, sie auf ein Minimum zu reduzieren. Videos, die automatisch starten oder Anzeigen, die sich über Texte legen, kann ich nicht ausstehen, deshalb gibt es so etwas bei mir nicht.

KarriereSPIEGEL: Wo kriegen Sie denn die ganzen Fotos her?

Searer: Von den Architektur- und Designfirmen, die die Büros gestaltet haben. Die meisten lassen ja ohnehin Profi-Fotos für ihre eigenen Mappen oder Webseiten machen und nach diesen Bildern frage ich gezielt. Mittlerweile kommen aber auch immer mehr mit Fotos auf mich zu. Von den meisten Firmen, zu denen die Büros gehören, habe ich selbst noch nie gehört.

KarriereSPIEGEL: Sie haben schon Bilder von knapp tausend Büros auf Ihrer Seite. Geht Ihnen da nicht bald der Stoff aus?

Searer: Nein, da mache ich mir gar keine Sorgen. Es werden so viele Büros neu eingerichtet, umgestaltet oder modernisiert, dass man gar nicht alle abbilden kann. Außerdem verändert sich das Bürodesign ständig. Was vor zehn Jahren schick war, geht heute gar nicht mehr. Wo es früher viele kleine Räume gab, findet man jetzt Großraumbüros.

KarriereSPIEGEL: Was vielen Mitarbeiter gar nicht gefällt…

Searer: Ja, der Wunsch nach Rückzugsräumen ist weit verbreitet. Ich glaube aber, dass der Trend zum Großraumbüro anhalten wird. Das Konzept verbreitet sich so schnell, weil es viele Vorteile mit sich bringt. Ich bin gespannt, wie es weitergeht, aber ich würde wetten, dass es keine Rückkehr zum Einzelbüro geben wird. Mobilität und Telearbeit werden wohl eine große Rolle bei der Entwicklung von Büros der Zukunft spielen.

KarriereSPIEGEL: In welchem Büro aus Ihrer Sammlung würden Sie denn am liebsten arbeiten?

Searer: Ich teile mir im Moment ein Büro mit einem Freund, von daher würde ich wohl eines der kleinen, individuellen wählen. Vom Stil her gefällt mir das eher schlicht gehaltene Büro von Index Ventures in San Francisco am besten.

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insgesamt 12 Beiträge
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1. das letzte
guilty 03.08.2015
gefällt mir auch am besten. bei dem bild von der spiegelkantine befürchte ich das dort leicht mal staub und ähnliches von oben aufs essen fällt.
2. Entmündigende Arbeitsumgebung
No Way, Jose 03.08.2015
Rutsche und Piratenschiff scheint wesentlich billiger zu sein, als für die Mitarbeiter ruhige Einzelbüros zu konstruieren. Anscheinend läßt es sich die aktuelle Generation Berufseinsteiger gefallen, in einen hyperaktiven Kindergarten gesetzt zu werden. Warum, ist mir schleierhaft. Ich würde das als Beleidigung empfinden.
3. Ich kenne da ein paar Highlights...
passwortVergessen 03.08.2015
Auch ich würde gerne mal von der Möglichkeit Gebrauch machen, zu kündigen, um durch die Lande zu ziehen, um mir anschaulich zu machen, wie andere Arbeitgeber ihren werten Mitarbeitern das Geld aus der Tasche ziehen, indem sie sich einen Kindertraumpalast bauen lassen, der die Angestellten davon ablenkt, dass sie sich zu Hause nicht mal Möbel anschaffen können. Begrüßenswert fände ich da kinderkrippenartige Schlafsäle, die nicht dafür gedacht sind, dass man für ein go-live an Tagen an denen die Bahn streikt, je nach "Schlafposition" um 4, 6 oder 8 Uhr pünktlich erscheinen soll (a.m.), sondern dafür, das bei ausgeschlafenen Mitarbeitern auch das p.m. noch besser von der Hand geht. Ich hoffe, Herr Searer nutzt seine Eskapaden zu Fortbildungszwecken bezüglich der Raumausstattung von Schul- bzw. Klassenräumen.
4. Ausgewogenheit als Kunst guter Gestaltung
asapreta 03.08.2015
Überladende Verspieltheit mit gewisser Neigung zum Kitsch, sowie eine zwanghaft – weil bezugslos - wirkende Suche nach dem „Gag“ kennzeichnen einige der hier präsentierten Büros. Dagegen bewahrt das Büro von Index Venture in seiner Schlichtheit die Ästhetik des Raums. Eine hervorragende Gestaltung auf Grund seiner Ausgewogenheit von Funktionalität, Raumwirkung und Spiel mit thematischem Bezug ist mit dem Arbeitsplatz von Onefootball in Berlin gelungen.
5.
Locutus 03.08.2015
Zitat von passwortVergessenAuch ich würde gerne mal von der Möglichkeit Gebrauch machen, zu kündigen, um durch die Lande zu ziehen, um mir anschaulich zu machen, wie andere Arbeitgeber ihren werten Mitarbeitern das Geld aus der Tasche ziehen, indem sie sich einen Kindertraumpalast bauen lassen, der die Angestellten davon ablenkt, dass sie sich zu Hause nicht mal Möbel anschaffen können. Begrüßenswert fände ich da kinderkrippenartige Schlafsäle, die nicht dafür gedacht sind, dass man für ein go-live an Tagen an denen die Bahn streikt, je nach "Schlafposition" um 4, 6 oder 8 Uhr pünktlich erscheinen soll (a.m.), sondern dafür, das bei ausgeschlafenen Mitarbeitern auch das p.m. noch besser von der Hand geht. Ich hoffe, Herr Searer nutzt seine Eskapaden zu Fortbildungszwecken bezüglich der Raumausstattung von Schul- bzw. Klassenräumen.
Die meisten Firmen die sich solche Büros leisten, bezahlen ihre Mitarbeiter auch sehr sehr gut. Zumindest im Technologiesektor ist dies der Fall.
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