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Bürogezeter

Das kleine Schimpfwort-Abc

Von

Sie Hundertsassa! Sie Leitzluder! Sie Beckenbauer! KarriereSPIEGEL sucht nach den schönsten Bürofrotzeleien. Aus den Leser-Einsendungen entsteht ein Lexikon fachgerechten Spotts über die lieben Kollegen.

Sich kreativ-wortschöpferisch über die Kollegen aufzuregen, ist in der Tristesse vieler Bürojobs ein erstklassiger Zeitvertreib. Und warum pauschal, wenn es auch spezifisch geht? Die schönsten Verbalinjurien sind so zielsicher, dass jeder gleich weiß, wer gemeint ist. Etliche Leser schickten an SPIEGEL ONLINE Vorschläge für Bürohänseleien von A bis Z (Achtung, keine Einladung zum Mobbing!).

Das ist Ihnen zu lau? Sie können's noch besser? Dann senden Sie uns eine Mail mit dem Begriff und einer kurzen Erklärung, wir sammeln und veröffentlichen die besten Beiträge zum Grund- und Aufbauwortschatz der eleganten Büro-Beleidigungen.

A


Abfangjäger
Sekretärin, die definitiv kein Gespräch zulässt und keinen Besuch ohne Termin zum Chef vorlässt

Abrissbirne
Der Letzte macht das Licht aus, wenn eine Firma in die Pleite steuert. Bevor es so weit ist, rückt der Insolvenzverwalter an. Es ist eher kein Job für empfindsame Charaktere: Der Verwalter hat streng zu prüfen, ob das Unternehmen oder Teile davon noch lebensfähig sind, er kann es also verkaufen oder zerlegen, Verträge schließen und Mitarbeiter entlassen. Auch die gesamte Belegschaft auf einen Schlag. Darum sind Insolvenzverwalter gefürchtet. Ihnen eilt der Ruf des Pleitegeiers voraus - oder der einer Abrissbirne. Manche nennen so auch einfach den Behördenkollegen aus dem Baureferat.

Abteilungsleiter der Herzen
für besonders unbeliebte Abteilungsleiter

Abteilungssirene
Sekretärin mit sehr durchdringender Stimme

Airbag
Kollege, an dem alles, vor allem Kritik, einfach wirkungslos abprallt

Aktenfräse
Nimmermüder Kollege, der nach der Arbeit einen Nachschlag braucht: Jeden Tag, jedes Wochenende, selbst im Urlaub schleppt er Unterlagen mit nach Hause und arbeitet in Nullkommanix alle Vorgänge ab.

Aktenschänder
Kollege mit äußerst miserabler Handschrift

Aktenvernichter
Kollege, der ständig Unterlagen mit nach Hause nimmt und in Nullkommanix alle Vorgänge abarbeitet

Aleinikow
Fußball-Fakten: Der weißrussische Fußballer Sergej Aleinikow spielte von 1984 bis 1992 in der sowjetischen Nationalmannschaft. Seitdem nennen auch Freizeitkicker mitunter Mitspieler so, die durch zu viele Alleingänge glänzen wollen. 2011 verpassten Bayern-Spieler dem holländischen Solodribbler Arjen Robben diesen Spitznamen. Im Büroleben ist "Aleinikow" ein Mitarbeiter, der auf Teams pfeift, Kollegen konsequent ignoriert und die Meriten gemeinsamer Arbeit exklusiv ernten möchte.

Allroundlaie
verfügt über wenig bis gar kein fundiertes Wissen

Ameisentätowierer
Pedanten sind selten beliebt. Ein Ameisentätowierer ist ein Kollege, der Kleinigkeiten - seien sie noch so unwichtig und beinahe unsichtbar - akribisch aufarbeitet. Ihm kann es nicht detailliert genug sein, stets hat er das letzte Wort.

Analog-Sachbearbeiter
verhält sich zum produktiven Sachbearbeiter wie Analog-Käse zu richtigem Käse

Anästhesist
Kollege mit einschläfernder Sprechweise, dem bei Vorträgen kein Umweg zu lang ist

Aussitzer
Angestellter mit viel Sitzfleisch und Geduld - Synonym zu Lethargiestratege

Autonom theoretisierende Einheit (ATE)
Kollege, der den ganzen Tag Luftschlösser baut oder Konzepte entwickelt, die eigentlich niemand braucht. Nicht zu verwechseln mit:

Autonom agierende Einheit (AAE)
Kollege, der sich nicht mit Kollegen abspricht und alleine vor sich hinwurstelt, Sonderform des Büro-Autisten

B


Beamtenmikadosieger
Wer sich zuerst bewegt, verliert beim Beamtenmikado - manche gewinnen stets

Beamtenschreck
Bewegungsmelder in Büros

Beckenbauer
Kollegen, die sich innerhalb zweier Sätze dreimal widersprechen

Befindlichkeitsaufdränger
Kollegen, die uns an jedem Pickel und jeder Darmverstimmung großzügig und ungefragt teilhaben lassen

Beiträger
zur Abqualifizierung eines Diskussionsteilnehmers

Bermudadreieck
Kollege, der Vorgänge und Akten häufig nicht mehr finden kann

Berufspetze
abfällige Bezeichnung für den Revisor, also den Prüfer in der Buchhaltung

Bildschirmschoner
benutzt seinen PC nur selten, weil er "einfach nicht mit dem Ding klarkommt"

Bildzeitung
Dieser Mitarbeiter verbreitet Gerüchte und Informationen per Flurfunk schneller als jede Rundmail

BOfH - Kürzel für: Bastard Operator from Hell
Dieser Systemadministrator verfolgt ausdauernd nur seine eigenen Interessen und die der IT-Abteilung. Der ist in den meisten Unternehmen eigentlich eine Rolle als interner Dienstleister zugedacht; im Rudel können Computerspezialisten aber eine sonderbare und undurchschaubare Eigendynamik entfalten. Oft straft der Rest der Belegschaft sie darum mit dem Entzug jeder Zuneigung und mit boshaften Schimpfwörtern.

Brückenschlampe / Brückenschwein
nimmt immer an den Brückentagen zwischen Feiertag und Wochenende Urlaub, und das häufig für ein ganzes Jahr im voraus

Budgetbremse
Kollege, wegen dessen Unfähigkeit der Etat zusammengestrichen wurde

Büroblauhelm
Zoff unter den Mitarbeitern? Dann naht bestimmt ein besonders verständnisvoller Kollege, der jeden Streit zu schlichten versucht. Sobald er erratische Entscheidungen der Geschäftsführung als strategischen Kunstgriff zu verkaufen beginnt, kann es geschehen, dass der Büroblauhelm selbst unter Beschuss gerät.

Büro-Flak
Volle Deckung: Mitarbeiter, die bei Wutausbrüchen Stifte, Tesa und ähnliche Kleinteile durch den Raum feuern

Büroketzer
Mitarbeiter mit Widerspruchsgeist: je nach Sichtweise entweder ein nie zufriedener Kollege oder einer mit der Fähigkeit zur "intellektuellen Dissidenz" gegenüber Rundschreiben und Prozessen jeglicher Art

Bürotourist
Der Bürotourist ist stets nur zu Besuch, das aber viel zu oft und viel zu lange. Den ganzen Tag streunt er quasselnd von Raum zu Raum. Und hält die lieben Kollegen durch allerlei Anekdoten aus seinem spektakulären Privatleben von der Arbeit ab.

Büro-Vuvuzela
Stimmstarke Mitarbeiter, die den gesamten Rest des Büros an ihren Gesprächen teilhaben lassen; beliebt auch in Diskussionsrunden aller Art

Businesskasper
von Bully Herbig geprägter Begriff für... na, eben Businesskasper - siehe hier

C


Captain Future
Manche halten es für Trash, andere für einen Geniestreich: "Captain Future" ist der Held einer Romanreihe und einer japanischen Zeichentrickserie, die in den achtziger Jahren eine ganze Generation halbwüchsiger Nerds kulturell vers... nein: geprägt hat. Angestellte kennen unter diesem Spottnamen auch den Leiter der Personalentwicklung.

CCO (Chief Copying Officer)
fertigt eine Kopie von allem, was irgendwann mal auf seinem Schreibtisch landet

CEO (Chief Editing Officer)
darf den Präsentations-Input der Kollegen erst noch nächtelang formatieren, bevor man das vorzeigen kann

CD-Player
für Creative Directors, gültig in Werbung, Medien, Mode usw.

Cheerleader
Man kennt das aus amerikanischen College-Filmen, längst auch aus deutschen Sportarenen: Knallbunt und knappstmöglich bekleidet tanzen, turnen, puscheln die Cheerleader, bis die Pause vorbei ist oder der Arzt kommt. Ihre Aufgabe ist es, bei Sportveranstaltungen das Team anzufeuern und das Publikum anzustacheln. In Unternehmen bevölkern Cheerleader die Abteilungen für PR und Marketing. Auch sie sollen für Begeisterung sorgen. Beide Cheerleader-Arten sind nur für die Begleitshow zuständig. Aber ihr Beiwerk ist hübsch anzuschauen.

Chefzäpfchen
euphemistisch für einen A...kriecher

C-Kunden-Aufreißer
Der geschäftliche Erfolg hängt in erster Linie von besonders zahlungskräftigen Kunden ab, den sogenannten A-Kunden. Sie werden von den Verkäufern der Firmen umgarnt. Wer sich selbst als vermeintlicher Starverkäufer zu gern im Lichte des eigenen Erfolgs sonnt, erfährt eine jähe Erdung, wenn die Kollegen ihn mit "C-Kunden-Beschaffer" ansprechen.

Clownfrühstücker
nervt beim 8-Uhr-Meeting mit seiner überschwänglichen Witzigkeit den müden Kollegenrest

Copydresser
Der Copydresser verfügt bei der Wahl seiner Kleidung über kein eigenes Stilempfinden. In seiner Unsicherheit kauft er Kollegen immer exakt die gleichen Klamotten nach.

Von D wie Dauerbrenner bis F wie Fußatmer

D


Dauerbrenner
benutzt seinen Firmen-PC fast ausschließlich für das illegale Brennen von Musik- und Software-CDs

Dienstreisenalkoholiker
diese Spezies nutzt dienstliche bedingte Abwesenheiten, um sich auf Kosten der Company ordentlich einen zu genehmigen

Diktaphondiktator
schreibt keine Zeile selbst und lässt alles abtippen

Diplomperforator
Kollege, der nix kann, außer den Locher zu bedienen

Diplomstümper
Dieser Kollege, gern auch mit Doktortitel, ist ein Theoriegigant und Praxiswinzling, mithin latent überfordert durch Alltagsaufgaben - trotz oder wegen seiner eindrucksvollen universitären Ausbildung.

District Head of Strategic Lunch Planning
Spätestens gegen 10.30 Uhr wird es höchste Zeit, einmal gründlich über den Höhepunkt eines öden Bürotages nachzusinnen: Wann, wo und vor allem mit wem möchte ich heute die Mittagspause verbringen? Echte Lunch-Profis feuern jetzt aus allen Rohren, mit Mails, SMS, Instant Messenger oder Terminkoordination per Doodle. Nach dem Mittagessen fallen sie dann in die Fressstarre, auch bekannt als Suppenkoma oder Schnitzeldelirium: Rien ne va plus.

Drehstuhlpilot
stellt seinen Schreibtischjob gern als besonders aufregend und riskant dar

Duftbaum
Manche Mitarbeiter fallen nicht durch Leistung, sondern durch Parfumgeruch auf.

Duracell-Hase
Der Batteriehersteller Duracell feierte in Deutschland schöne Erfolge mit einem rosa Spielzeughasen als Werbefigur: In den Fernsehspots trat er zum Trommelwettstreit mit anderen Hasen an, die von No-Name-Batterien angetrieben wurden. Sie mussten früh das Trommeln einstellen, während ihr Rivale einfach nicht aufhören wollte. In Unternehmen werden Mitarbeiter (häufiger: Mitarbeiterinnen) "Duracell-Hase" oder kürzer "Duracell" genannt, deren Energie nie versiegt, die vom frühen Morgen bis zum Feierabend schier platzen vor Mitteilungsdrang und Aktionismus.

Durchlauferhitzer
im öffentlichen Dienst für jemanden, der für einen kurzen Zeitraum in eine andere Behörde wechselt, nur um dann auf einen besser dotierten Posten zurückzukehren; durch dieses Hin und Zurück werden dienstrechtliche Bestimmungen zu Beförderungen umgangen

DvD
Depp vom Dienst - er ist ganz unten in der Hierarchie und muss all den Mist auslöffeln , der weiter oben in der Hierarchie verbrochen wurde

E


E-Mail-Ausdrucker
Kollegen, die ordnerweise ihren gesamten E-Mail-Verkehr ausdrucken und Schränke damit füllen. Intelligente Suchmöglichkeiten der E-Mail-Programme ersetzen sie durch panisches Blättern in den Ordnern; anstelle einer Weiterleitung der E-Mail erhält man eine Fotokopie mit handschriftlichen Anmerkungen. Argh!

E-Mail-Exorzist
Kollege, bei dem die gesamte Elektropost verlorengeht

E-Mail-Postbote
Er kommt nach jeder Mail an einen Kollegen hinterhergelaufen, beginnt seine Begrüßung mit "Ich habe dir eine E-Mail geschickt" und erklärt dann ausführlich den Inhalt - wenn er die Mail nicht gleich vorliest (E-Mail-Vorleser).

Eingetragene(r) Lebenspartner(in)
Ironische Bezeichnung für andere Teammitglieder, mit denen man mindestens für die Dauer eines Projektes verbunden ist

Einzeller (auch: Amöbe)
Gehässige Bezeichnung für Kollegen, die nur sinnlose Kommentare ohne jeden Sachverstand abgeben

Energievampir
Jemand, der Ihnen Zeit, Kraft und Nerven raubt

Euer Flatulenz
Anrede für hochstehende Unternehmensrepräsentanten mit besonders feudalem Herrschaftsstil, von der Nobelkalesche bis hin zu völlig überbesetzten Vorzimmern mit attraktiven Damen etc. - die aber außer Prachtentfaltung rein gar nichts leisten

Excelbitionist
Für die einen ist es das nützlichste Tabellenkalkulationsprogramm des Universums, für die anderen eine Bürofolter. Bilanzbuchhalter und Controller wissen Excel flink mit Daten zu füttern, dafür haben sie ihren Ruf als humorfreie Erbsenzähler und Sparkommissare weg. Wer es gar zu bunt treibt und ständig unnötige Tabellen und Charts in allen Farben baut, der gilt bald als Excelbitionist.

Excel-Verteiler
reduziert alle Aufgaben auf das Ausfüllen von Excel-Dateien und verteilt diese per E-Mail

F


Fahrplanauskunft
Projektleiter, der sich sklavisch an den Plan hält und dauernd Termin- und Aktivitätenpläne an die Mitarbeiter verteilt

Fallschirmspringer
Kollege, der in ein (eher informelles) Gespräch hineinplatzt, keine Sekunde abwartet und seinen Senf abgibt

Faxbezwinger
Kollege, der ständig Papierstau verursacht

Fenster-Hocker
Über japanische Angestellte meint man in Europa manches zu wissen - dass sie nie vor dem Chef nach Hause gehen, den Feierabend vorzugsweise mit Kollegen in der Karaokebar verbringen, einen Großteil ihres Jahresurlaubs der Firma schenken. "Fenster-Hocker" (Madogiwa-Zoku) ist im japanischen Berufsleben eine Bezeichnung für Mitarbeiter ohne jede Perspektive. Oft sind sie vertraglich auf Lebenszeit bei ihrer Firma beschäftigt, bekommen aber keine Arbeit mehr zugeteilt, stattdessen einen leeren Schreibtisch mit Fensterplatz. Sie wissen: Fortan werde ich hier nicht mehr gebraucht. Es ist eine Form der Frührente, der Bestrafung durch endlose Langeweile auch für Manager, die weder sinnvolle Aufgaben noch Beförderungen erwarten können und denen die Mitarbeiter entzogen wurden, für die sie zuvor verantwortlich waren.

Fischertechniker
ideale Beleidigung für technische Mitarbeiter

Flatrate-Lutscher
Als einst die Deutsche Post sich noch jedes Telefonat als Monopolist vergolden lassen konnte, mussten unzählige Jugendliche ermüdende Diskussionen mit ihren Eltern durchstehen, wie lange ein Anruf dauern durfte. Heute verlegen Mitarbeiter längere Telefonate gern ins Büro. "Kost' doch nix": Flatrate-Lutscher nutzen ihre Arbeitszeit vorwiegend für Privatgespräche.

Flatrat-User
Unbedarfter Mitarbeiter, der glaubt, alles über den PC zu wissen, aber nicht mehr als die linke Maustaste bedienen kann

Flurdezernent
Einfacher, aber stimmgewaltiger Mitarbeiter, der im ganzen Haus zu hören ist, wenn er seine Tiraden im Flur von sich gibt

Frau Überschall
Schmähwort für eine Mitarbeiterin, die durch markant entschleunigtes Sprech-, Denk- und Reaktionstempo auffällt. Ein SPIEGEL-ONLINE-Leser sprach so eine Kollegin einmal versehentlich direkt mit "Frau Überschall" an, als ihm ein Anruf in seiner Bank weitergeleitet wurde; sie verstand es allerdings zum Glück nicht. Zuvor hatte ein Kollege im Kreditbereich die gleiche Kollegin am Telefon und wartete so lange auf ihre Antwort, dass er ins Großraumbüro raunte: "Die ist ja im neunten Monat, bevor sie nein sagt." Nicht sehr nett, räumt der Leser selbst ein.

Freizeit-Legastheniker
ehemaliger Chef oder Kollege, der nichts mit seiner Freizeit anzufangen weiß und darum weit im Rentenalter immer noch glaubt, weiterarbeiten zu müssen. Besonders krass, wenn er daran mitarbeitet, Arbeitsplätze in Deutschland zu verhindern oder gar zu vernichten.

Frolic-Stanzer
ist zu nichts anderem zu gebrauchen, als das Loch in die Frolic-Ringe (Hundefutter) zu stanzen

Fußatmer
Er widerspricht niemals, denn der Chef hat immer recht - und das sagt der Fußatmer dem Chef auch ausdrücklich.

Von G wie Giftmüllfässchen bis I wie Intelligenz-Allergiker

G


Gehirnzellen-Diarrhoetiker
jemand, dessen Gehirnzellen vornehmlich ballastartig unnötige, unausgegorene und üble Gedanken durchfallartig ausschütten

Gelegenheitspoet
"Und wer führt heute Protokoll?" Auch wenn jetzt alle betreten auf das Teppichmuster starren oder im Terminkalender blättern - einen wird es beim Meeting erwischen, und der hat die Chance, sich literarisch auszuzeichnen.

Geradeausgucker
Lautstarke Telefonate, Streit unter Kollegen, Gewusel auf den Gängen - im Großraumbüro tost das pralle Leben. Und der Geradeausgucker? Guckt geradeaus. Den Feueralarm würde er überhören, einen Blitzeinschlag übersehen. Er ist immer voll bei der Arbeit und lässt sich von gar nichts ablenken.

Gesichtstaliban
Mit "Die absolute Härte sind Oberlippenbärte" landeten die Punks der Band Nasenpower Germany Ende der achtziger Jahre einen kleinen Szenehit; die Kollegen von Elfmorgen konterten später mit "Das Leben ist hart ohne Oberlippenbart". Zweifellos ist der Schnauzer alias Oliba aka Pornobalken eine schlimme optische Nötigung und völlig zu Recht beinah ausgestorben; großflächigere Gesichtsbewaldung stand lange nur ostdeutschen Pfarrern und Sozialkundelehrern nahe der Pensionsgrenze zu. Inzwischen experimentieren damit auch Angestellte in der Spätpubertät oder in der Midlife-Crisis (was direkt ineinander übergehen kann). Drohen sie komplett zuzuwuchern, wird es Zeit für einen Ordnungsruf: "Gesichtstaliban" verfehlt selten seine Wirkung. Und ist die mildere Lösung im Vergleich zu "Mentaltaliban".

Ghettoblaster
Die ersten Handys hatten noch einen arg eingeschränkten Fundus an Klingeltönen. Inzwischen ist die Auswahl gigantisch, von "Für Elise" in der Richard-Clayderman-Version bis zu "Hell's Bells" von AC/DC. Der Profitelefonierer hat je nach Anrufer eine reiche Auswahl verschiedenster Melodien eingespeichert. Und verwöhnt die Kollegen im Großraumbüro immer gern mit den neuesten Tönen.

Giftmüllfässchen
Ist fachlich zu nichts zu gebrauchen, macht aber durch äußerst giftiges Auftreten alle Kollegen im Umfeld krank. Für das Gifmüllfässchen findet sich einfach kein anderer Platz mit gleicher Gehaltsstufe - außerdem ist es politisch gewollt, Giftmüll langfristig einzulagern.

Gleitzeitökonom
ab 17 Uhr daheim

Goldkehlchen
Kollegin mit aparter, durchsetzungsfähiger Stimme

Grüßwunder
Kollege, der grundsätzlich nicht grüßt

Gummifelsen
Mitarbeiter/Vorgesetzter, der nur scheinbar nachgibt, danach aber sogleich seine alte Form wieder einnimmt

Gummirücken
Mitarbeiter mit besonders elastischem Rückgrat in Konfliktsituationen

H


Habenwirnicht und Kriegenwirnicht
Das dolle Duo, oft ein Groß- und Einzelhandelskaufmann und ein BWLer: die liebenswerten Kollegen im operativen und strategischen Einkauf

Habibitelefonierer
Dauertelefonierer mit Dialekt, den keiner versteht

Häftling
Kollege, der nix kann, außer den Heftapparat zu bedienen

Halbhirn
Servicemitarbeiter eines großen Telekommunikationsunternehmens, weil sich dort Gerüchten zufolge immer 2 Mitarbeiter 1 Gehirn teilen müssen

Halbleiter
Kann nicht, wenn er leiten darf. Darf nicht, wenn er leiten kann

Handbuchpragmatiker
Kollege, der lediglich über angelesenes Wissen verfügt

Heißluftgebläse
Mitmenschen, die stundenlang inhaltslos reden können

Heulboje
Scheint draußen die Sonne, ist es ihnen zu windig. Laufen die Geschäfte der Firma blendend, sehen sie am Horizont nur die künftigen Risiken - und das nächste Projekt, das wird doch garantiert ein Fiasko. Manche Kollegen haben sich tief in der Schmollecke verkrochen und bei jeder Gelegenheit etwas zu beklagen.

Heuschrecke
2005 debattierte ganz Deutschland über Heuschrecken, nachdem der damalige SPD-Vorsitzende Franz Müntefering scharfe Kapitalismuskritik an skrupellosen Finanzinvestoren geübt hatte: "Sie bleiben anonym, haben kein Gesicht, fallen wie Heuschreckenschwärme über Unternehmen her, grasen sie ab und ziehen weiter." Gemünzt war das auf Hedge-Fonds und Private-Equity-Gesellschaften. Im ganz normalen Arbeitsleben sind Heuschrecken harmloser: Auf Betriebsfesten plätten sie das Büffet binnen weniger Minuten, an Geburtstagen räumen sie ruck-zuck den Kuchen und die obligatorischen Süßigkeiten ab.

His masters voice
redet, wie der Chef denkt

Honk
Helfer ohne nennenswerte Kenntnisse

Hotlinehostess
Kollege, der Kunden am Telefon völlig Unhaltbares verspricht, nur um sie loszuwerden

Hubschrauber
fliegt ein, wirbelt Staub auf, fliegt wieder ab - zum Beispiel CEO zu Besuch bei der Tochterfirma

Human Firewall
Bei Assistenten oder Sekretärinnen ist es oft der undankbare Teil ihres Jobs, die Vorgesetzten von minder wichtigen Anfragen abzuschirmen. Darum werden sie "Abfangjäger" oder auch, Neudeutsch, "Human Firewall" genannt: An ihnen vorbeizukommen, ist nahezu unmöglich.

Hundertsassa
zur subtilen Herabwürdigung eines selbsternannten Multitalents, eines Tausendsassas

I


Impulsarbeiter
Manche Angestellten reagieren generell nicht auf E-Mails. Ans Telefon gehen sie ebenfalls ungern und benötigen erst einen starken Impuls, um sich in Bewegung zu setzen. Grobe Charaktere sprechen auch vom "Tritt in den Hintern". Meist ist der Impuls nicht von Dauer, das Trägheitsgesetz macht bei der nächsten Aufgabe einen erneuten Impuls notwendig.

Industrieschauspieler
Ahnungslose Führungskraft, die ihre Unwissenheit gern mit selbstbewusstem Auftreten überspielt

Insolvenzbeschleuniger
Manager aus den Vorstandsetagen, der aufgrund seiner Führungsqualitäten nach Kräften zu enormen Verlusten eines Unternehmens beiträgt - durch seine Arbeitsweise richtet er mehr Schaden an, als er Nutzen stiftet.

Intelligenzallergiker
Inkompetenter Mitarbeiter

Intelligenzamöbe
Häufig anzutreffende Einzellerart, wenn es um das Verstehen einfacher Abläufe geht

Irooc - Kürzel für: Idiot right out of College
Wer frisch von der Uni auf seiner ersten Stelle in einem Unternehmen anheuert, genießt eigentlich, so ist es guter Brauch, für ein paar Wochen oder Monate Welpenschutz. Junge Akademiker beginnen manchmal theorieverdorben und mit schwacher praktischer Grundierung, also müssen sie sich erst einmal zurechtfinden. Ganz ohne Spott kommen sie trotzdem nicht davon. So beantwortete der Manager eines großen Software-Unternehmens die Frage, woher er denn das Personal für ein neues Projekt nehmen wolle, mit: "Get enough Iroocs".

Von J wie Jammerpopdudler bis L wie Lustknabe

J


Jäger und Sammler
Historisch steht der Begriff Jäger und Sammler für Völker, die sich nicht durch Landwirtschaft ernährten, sondern Wildtiere erlegten und als Sättigungsbeilage Pflanzen sammelten. Manchen Büromenschen gelingt es spielend, dieses steinzeitliche Verhalten auf das moderne Büroleben zu übertragen: In ihren Aktenschränken und Regalen horten sie Schriftwechsel, Prospekte, alte Infos aller Art. Das Gilb-Zeug ist Jahrzehnte alt und richtet keinen großen Schaden an, verspricht aber auch keinerlei Nutzen mehr. Es frisst eben Platz. Und wird zum Grauen, sobald solche Rümpelbüros vom Nachfolger übernommen werden.

Jammerpopdudler
für Freunde der Musik von Xavier Naidoo

Jeans-Management
Bewährte Praxis in Führungsetagen: An den wichtigsten Stellen sitzen die größten Nieten.

Jedi-Ritter
Willkommen zur Präsentation: Wenn der Präsentator wie wild mit dem eingeschalteten Laserpointer herumfuchtelt, ist es sicher ein Jedi-Ritter.

K


Kaffeetassenannektierer
Kollege, der keinen eigenen Kaffeepott besitzt, aber immer die der Kollegen benutzt

Kaltverformer
Einen Führerschein gibt es nicht in der Lotterie. Und wenn es fünfzig Fahrstunden dauert, dafür muss man schon eine Prüfung bestehen. Wie dem Kaltverformer das gelingen konnte, ist den Kollegen schleierös - ständig baut er Unfälle mit dem Firmenwagen.

Kantinenzombie
Kollege, dessen seltsam untotes Aussehen darauf schließen lässt, dass er kritiklos ALLES isst, was in der Kantine aufgetischt wird

Käserei
Strategieabteilung, Marketingabteilung

Keks-Grab (auch: Keksperte)
Mitarbeiter, der regelmäßig in Besprechungen auftaucht (obwohl sich niemand daran erinnert, ihn eingeladen zu haben), nie etwas sagt, die bereitgestellten Kekse, Kaffee etc. vertilgt und dann ebenso wortlos wieder verschwindet

Kirschkernschnitzer
jemand, der mit Penetranz und Akribie eine Sache bis ins kleinste Detail untersucht und hinterfragt

Knäckebrot
Kollege mit dem IQ desselbigen

Kontaktallergiker
meidet die Tratschrunden in der Kaffeeküche

Konzerndrohne
Zumeist männlich, persönlichkeitsfrei und satangesteuert. Trägt Businesskleidung aus dem neuesten Modekatalog stilsicher Gassi und hat stets nur eins auf dem Radar: den Konzerndollar.

Kopierrambo
hinterlässt den Kopierer grundsätzlich mit Papierstau und Büroklammern im automatischen Einzug

Kopierversager
Kollege mit den scheußlichsten Fehlkopien der ganzen Abteilung

Krampfadergeschwader
Die rituelle tägliche Kaffeerunde älterer Damen der Generation Ü50 (in Werbeagenturen: Ü30) am gleichen Arbeitsplatz

Krummfinger
Der natürliche Feind des Systemadministrators - hat durch abstruse Tastenkombinationen noch jedes Programm zum Absturz gebracht.

Kugelfisch
Chef, der sich extrem aufplustert - inhaltlich hat dieser gnadenlose Angeber natürlich nur Luft zu bieten

Kundenabwehrdienst
für Menschen in Jobs mit Kundenkontakt

Kurzstrecken-Grübler
sein Vorgang des Nachdenkens bleibt recht übersichtlich und erfreut die Steno-Sekretärin

L


Laberlaminator
Kollege, der alle vollquatscht, bis sich Lähmungserscheinungen einstellen

Lahmsieder
Ein etwas täppischer und traniger Mensch - nur gaaanz laaangsaaam erreicht er jene Betriebstemperatur, die es ihm erlaubt, neue Informationen zu verarbeiten.

Leidwolf
Wild ist der Westen, schwer ist der Beruf. So ein leitender Angestellter hat schwer zu tragen an seiner Verantwortung und der hohen Arbeitsbelastung. Klagt er darüber lautstark und ausdauernd, handelt es sich um einen Leidwolf.

Leitzluder
Kollege, dessen Sozialkontakte einzig aus den Gesprächen mit einsamen Aktenordnern bestehen

Lethargiestratege
sitzt alles aus und tut nichts

Logorrhöetiker
Ihren Redefluss kann niemand stoppen. Manche Kollegen quatschen sich schon frühmorgens warm, verquasseln den Tag, laufen am Abend zur Spätform auf. Medizinisch bezeichnet Logorrhöe eine krankhafte Geschwätzigkeit. Erst recht zur Last für die Umwelt wird sie, wenn sie sich mit Koprolalie paart: der Neigung, unablässig obszöne Wörter auszustoßen. Eine unheilvolle Kombination, double trouble.

Lustknabe
für einen faulen Mitarbeiter, der nur tut, worauf er Lust hat

Von M wie Mailbomber bis O wie Omnipotente Zelle

M


Mach 3
Physikalisch wird die Geschwindigkeit mit der Mach-Zahl gemessen, benannt nach dem österreichischen Physiker und Philosophen Ernst Mach. Erreicht ein Flugzeug Überschallgeschwindigkeit, fliegt es mit mindestens Mach 1. Manche Militärmaschinen erreichen sogar ein Dauertempo von Mach 3 - so heißt auch ein Rasierer, der eine Turborasur verspricht. Wenn ein Mitarbeiter "Mach 3" genannt wird, dann machen sich Kollegen über ihn lustig: weil er so träge denkt und arbeitet.

Mailbomber
Mitarbeiter, der jede Nichtigkeit per Rundmail verbreitet

Management by Blue Jeans
An den wichtigsten Stellen sitzen die größten Nieten

Management by Champignon
Sobald ein Mitarbeiter den Kopf aus dem Dreck streckt, wird er geköpft

Management by Corner
Strukturierte Aufgabenverteilung - immer an den nächsten, der gerade um die Ecke biegt

Management by Crocodile
Bis zum Hals im Dreck stecken, aber das Maul groß aufreißen!

Management by Fallobst
Wenn Entscheidungen reif sind, fallen sie von selbst

Management by Helicopter
Typische Verhaltensweise im Management: runterkommen, Staub aufwirbeln, abheben

Management by Herodes
Intensiv den geeigneten Nachfolger suchen - und den dann nach kurzer Zeit feuern

Management by Känguruh
Große Sprünge mit leerem Beutel

Management by Robinson
Alle warten auf Freitag

Management by Sanduhr
Alles durchlassen und warten, bis eine Wende kommt

Maustouretti
Mitarbeiter, die am PC immer wild auf der Maus rumklicken und sich dann bald so verklickt haben, dass nur noch ein Systemneustart helfen kann

Meetingmimose
Kollege, der einknickt, wenn er im Meeting kritisiert wird

Methusalix
Wen man auch fragt, alle sagen: Der war immer schon da. Der Methusalix des Unternehmens hat bereits viele Chefs kommen und gehen sehen. Er ist der Gründer und Vorsitzende des Ältestenrates, wird bei Inventuren mitgezählt, besticht durch aufreizende Gelassenheit - denn so kurz vor der Pensionierung will er echt keinen Stress mehr. Aus seinem Fachgebiet hat er mehr vergessen, als die meisten anderen je wissen werden. Man darf ihn alles fragen und erhält stets eine qualifizierte Antwort. Will man ihm eine kleine Freude machen, dann so: Du siehst ein paar Jahre jünger aus, keinen Tag älter als 59! (in Werbeagenturen und Unternehmensberatungen: 39).

Mister Crocodile
auftauchen, Maul aufreißen, abtauchen

Mittagsschmeißfliege
Kollege, der sich - gern auch ungefragt - in der Kantine zu Kollegen setzt und die Gruppe mit Fragen nach dem Status des Projektes oder mit Gejammer über seine viele Arbeit unterhält

Modenazi
Hat ein untrügliches Gespür für Untragbares und bewirft seine Kollegen mit ungebetenen Ratschlägen. Heute das Hemd in die Hose gestopft? "Geht gaaaar nicht." Aufgekrempelte Jackett-Ärmel? "Hat zuletzt Don Johnson in 'Miami Vice' getragen." Chucks an den Füßen? "Also bitte, in deinem Alter...!" Der Modenazi, guter Kumpel des Style-Faschisten, ist spezialisiert auf kleine und größere Gehässigkeiten ("Dieses enge Kleid macht únsere Tippse zur Presswurst"). Einzig angemessene Reaktion: geschmeidig weglächeln und ins Leere laufen lassen.

MoD
Kürzel für Master of Desaster, für ein besonders unfähiges Mitglied der Geschäftsführung

MoF
Kürzel für Mitarbeiter ohne Freunde, meist ein ungeliebter, übereifriger, penetranter Assistent des Vorstands

Moskito-Sezierer
besonders kleinlicher Kollege

Musterknabe
alternative Berufsbezeichnung für Vertreter

N


Nacktmull
Archivknecht, der im Souterrain sein Dauer-Domizil und seine Erfüllung gefunden hat - eine durch die Digitalisierung vom Aussterben bedrohte Spezies

Nahversorger
wird ständig beim Klauen von Büromaterial erwischt

Neandertaler
Diesen zumeist älteren Mitarbeiter treibt ein zwanghaftes Bedürfnis, mit verklärtem Antlitz von damals zu schwärmen: War nicht früher alles besser, sogar die Zukunft? Im Heute ist der Betriebs-Neandertaler noch nicht angekommen. Und wird wohl niemals ankommen.

Neutrino
Physiker kennen Elementarteilchen mit sehr kleiner Masse, die elektrisch neutral sind, als Neutrinos. Firmenbelegschaften kennen Kollegen, die sich aus allem heraushalten und konsequent einen eigenen Standpunkt verweigern, ebenfalls als Neutrinos. Signalsätze: "Das müsst ihr entscheiden." - "Damit kenne ich mich nicht aus." - "Die einen sagen so, die anderen sagen so."

08/15 Amtsleiter
Sein Job in Zahlen: null Ahnung, acht Stunden Anwesenheit, A 15 Besoldung

Nulpen aus Amsterdam
Kleine Gehässigkeit über holländische Kollegen

O


Office Police
Kollegen, die sich wenig für ihre eigentlichen Aufgaben zuständig fühlen. Stattdessen fahnden sie ausgiebig nach den Schuldigen - für Flecken auf dem Boden, volle Spülmaschinen, leere Drucker oder die übergelaufene Kaffeemaschine

Ohrenatmer
2009 sorgte ein Inder für Aufsehen, indem er Luftballons mit den Ohren aufblies: Er hielt sich die Nase zu und eine Kanüle ins Ohr, presste die Luft in den Ballon, bis der platzte - ein Spektakel für Groß und Klein. Über eine solche Sonderbegabung verfügt der gewöhnliche Ohrenatmer nicht. Er hört sich selbst nur allzu gern reden und vergisst darüber das Zuhören. Und weil er Redepausen für überbewertet hält, atmet er mit dem Organ, das er sowieso nie benutzt.

Omnipotente Zelle
Jungmanager, frisch von der Uni, weiß nix, kann nix, hat aber jede Menge Potential. Heißt es wenigstens

Opossum
Der/die famose australische Travestiekünstler/in und Talkmaster/in Dame Edna pflegte sein/ihr Publikum stets fröhlich-charmant zu begrüßen mit "Hi, possums". Was so viel heißt wie "Hallo, Beutelratten" oder auch "Tach, ihr Torfnasen". Das katzengroße Opossum, der amerikanische Verwandte mit O, führt ein Einzelgängerleben und hat eine besondere Eigenschaft: Wird das Tier bedroht, stellt es sich tot. Dieses Ich-bin-gar-nicht-da-Verhalten bringen auch manche Büromenschen perfekt zur Aufführung - immer, wenn echte Arbeit droht.

Von P wie Penibilator bis R wie Rollkofferlokomotive

P


Palme
Trägt nichts Sinnvolles bei, stört aber auch nicht weiter.

Pelzrücken
Jemand, der sich über die vielen Jahre seiner Betriebszugehörigkeit ein derart dickes Fall zugelegt hat, dass er auch ohne Rückgrat aufrecht stehen kann

Penibilator
für besonders pingelige Kollegen

Persönlicher Zigarrenabbeißer
als Alternative zu "Schleimer"

Pille
Der Betriebsarzt. Natürlich spielt das an auf Dr. Leonard McCoy, eine der Hauptfiguren in "Star Trek". Pille war der Doc auf dem Raumschiff Enterprise, Technikskeptiker und rebellierte in Moralfragen häufig gegen Captain Kirk und Commander Spock. Typischer Satz: "Ich bin Arzt und kein..." - hier zum Beispiel ergänzen: kein Maurer, kein Türstopper, kein Raumschiff-Schaffner, kein Bergmann.

Pixelschubser
Wort für hart arbeitende GrafikerInnen, das recht deutlich macht, welcher Stellenwert ihrer Arbeit (die ja angeblich erst nach dem kreativen Prozess beginnt) zugestanden wird

Plankton
Boshaftes Synonym für Sekretärin - weil sie oft die letzte in der Nahrungskette einer Firma ist und jeder erwartet, dass sie alles weiß, obwohl sie häufig bei aktiver Informationsverteilung vergessen wird. Auch muss sie sich oft die Sorgen und Belange von Kollegen anhören, während auf ihre eigenen Bedürfnisse keinerlei Rücksicht genommen wird

Plapperschlange (auch: Schnatternatter)
Da ist diese Kollegin, die immer so freundlich, offen, fröhlich wirkt und auch auf Neuankömmlinge spontan zugeht. Ein Sonnenscheinchen, auf den ersten Blick. Auf den zweiten nutzt sie ihr Kommunikationstalent allerdings, um Gift zu verspritzen - sie steckt voller Niedertracht und ist immer bereit zu gehässigen Worten über andere Mitarbeiter. Zur Gerüchteumwälzanlage wird sie vor allem unter Zufuhr von Alkohol: Bei Betriebsfesten entpuppt sie sich als Plapperschlange.

Poltergeist
Kollege, der nur lautstark rumpoltert, statt diplomatisch vorzugehen

Postleitzahlenaddierer
hat nichts zu tun oder will nichts zu tun haben und sitzt nur seine Zeit ab

Primärduftwolke
Kollegin, die nur durch ihr Parfüm auffällt

Protzpapa
Das Büro tapeziert er mit Bildern seiner Windelrocker und erzählt so ausdauernd von Kinderheldentaten in der Schule, beim Sport oder schon auf dem Wickeltisch, dass selbst befreundete Kollegen den Kantinengang mit dem Protzpapa zu meiden beginnen.

Q


Quälix
Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden ist dieser Chef-Typ durch den Trainer Felix Magath, den Fußballer ob seiner subtilen Methoden mal "Quälix", mal "Saddam" nennen. Zu seinen Spezialitäten zählen Medizinballtraining, langes Treppensteigen auf den "Mount Magath", Motivation durch einen ausgefeilten Strafenkatalog. "Ob Felix Magath die 'Titanic' gerettet hätte, weiß ich nicht. Aber die Überlebenden wären topfit gewesen", sagte Fußballer Jan Åge Fjørtoft (nach dem Last-Minute-Klassenerhalt mit Eintracht Frankfurt im Jahr 2000). In ganz normalen Betrieben werden oft Ausbilder "Quälix" genannt.

Qualitätsdebütant
Betriebsabläufe prüfen, Ressourcen verbessern, Synergien suchen - Prozessoptimierung in Unternehmen ist keine glamouröse Aufgabe. Der Optimierer kollidiert oft mit Hierarchien und mit über Jahrzehnte gewachsener Arbeitsteilung zwischen Abteilungen, kurz: mit der Betriebsrealität. Wer den Job frisch übernimmt, hat schnell den Ruf als Qualitätsdebütant weg.

Qualle
Chef ohne Rückgrat, ohne Hirn, leicht zu durchschauen

Quantenteilchen
Huschen durch die Büros und wenn sie tatsächlich mal jemand sichtet, sind sie gerade wieder auf dem Sprung.

Queen of Copy Machine
Gesprächsvermerke, Akten, Sitzungsprotokolle, Projektskizzen - Kopierköniginnen und -könige vervielfältigen alles. Zu mehr reicht entweder ihre Qualifikation oder ihr Talent nicht. Oder jedenfalls das Vertrauen der Vorgesetzten. Sind sie nicht voll ausgelastet, müssen sie auch den Kaffeeautomaten säubern und die Topfpflanzen gießen. Bis sich herausstellt, dass ganz andere Fähigkeiten in ihnen schlummern und sie jahrelang völlig unterfordert waren.

R


Radfahrer
Schimpfwort-Klassiker - der Radfahrer tritt nach unten und buckelt nach oben

Ritter der Schwafelrunde
König Artus soll einst den runden Tisch erfunden haben, um Streit um die besten Plätze zu vermeiden. Heute verbringen Insbürogeher vieler Branchen lange Tage in Schwafel- statt Tafelrunden: Meetings und Konferenzen, Sitzungen und Tagungen. Produktiv geht es dabei selten zu, dafür lassen sich im Zuge der teilnehmenden Beobachtung alle Arten von Imponiergehabe und Platzhirschverhalten besichtigen.

Rockstar
Kollegin, die durch besonders kurze Röcke auffällt, sonst mehr durch eine besonders lange Leitung.

Rollkofferlokomotive
Unternehmensberater auf dem Rückweg vom Frankfurter Flughafen, den er besser kennt als seine eigene Wohnung - eine halbe Stunde später wird er auf dem Klingelschild nachsehen, ob sie im dritten oder im vierten Stock liegt

Rucksack
So einen Mitarbeiter gibt es in fast jedem Büro: einen, der mit durchgeschleppt werden muss, weil er sich ständig drückt und keine mit bloßem Auge erkennbaren Eigenbeitrag leistet.

Von S wie Saftbereiter bis U wie Umsatzbremse

S


Saftbereiter
statt Sachbearbeiter

Säulenheiliger
Er ist eine Legende im Unternehmen, ein Mann ohne Makel. Die Fachpresse fotografiert ihn mit Lorbeerkränzen, jüngere Mitarbeiter raunen über seine neuen Projekte, die älteren erinnern sich mit leuchtenden Augen an die Zusammenarbeit - und doch ist er gegangen und arbeitet jetzt bei der Konkurrenz. Aus Sicht der Betriebsnostalgiker ist der Säulenheilige eine stete Mahnung an die aktuellen Chefs: Nie, nie, nie werden sie an seine Leistungen und sein Renommee heranreichen.

Saftschubse
für Stewardessen/Flugbegleiter

Schnürsenkelbügler
ein Pedant, der auch auch noch den Inhalt seines Papierkorbs faltet - oder erledigte Notizzettel durchstreicht, bevor er sie zusammenknüllt und wegwirft

Schoßsitzer
treten immer in der Mehrzahl auf, können nichts allein denken oder entscheiden

Schutzverletzer
PC-User mit destruktivem Potential

Schwarzes Loch
schlecht informierter Mitarbeiter, dessen Ausrede meistens lautet: "Bei mir ist nix angekommen"

Schwungrad
Kollege mit chronischer Antriebsschwäche

Sitzheizung
hält seinen Bürostuhl warm, macht sonst nichts

Sonne der Gerechtigkeit
Spottwort für die Gleichstellungsbeauftragte

Sprechautomat
Vorgesetzter, bei dem man alle Fragen und Antworten kennt

Stempeltünnes
Kollege mit ständig blau verschmierten Händen

Stuhlkreissitzer
Liebhaber beruflicher Weiterbildung - "jetzt nimmt der erste das Wollknäuel, stellt sich vor und erklärt, was er von diesem Seminar erwartet. Dann bitte das Wollknäuel einem anderen Teilnehmer zuwerfen".

Stuttgarter
Ihn zwickt ein ausgeprägter Sparzwang. Auf Firmenkosten langt er gern zu, verbummelt aber mindestens eine halbe Stunde täglich im Kampf gegen vermeintlich astronomische Preise bei Lieferanten.

Süßigkeitenkistenverwalter
weisen Kollegen darauf hin, dass sie schon zweimal an der Box mit den Süßigkeiten im Labor oder Büro waren

Synergieeffekt
etwas makabrer Begriff für Kollegen, die "über" sind, wenn durch Fusionen von Firmen Synergien geschaffen werden: "Du Synergieeffekt"

Systemapokalyptiker
IT-Mitarbeiter, der gern behauptet, das neue System fahre "gegen die Wand" oder treibe die Firma in die Pleite. Seine typische Reaktion: "Ich mach' jetzt gleich gar nichts mehr!"

T


Tauchsieder
Kollege, der sich in alles hineinhängt und zu allem einen Kommentar abgeben muss

T.e.a.m.
Die wahre Bedeutung des Kürzels: Toll, ein anderer macht's

Teebeutel
Ein Kollege, der sich überall reinhängt, auch wenn es gar nicht sein Thema ist. In manchen Firmen werden auch britische Mitarbeiter Teebeutel genannt.

Telekom-Aktie
Haben Sie sich etwa 1996 mit T-Aktien eingedeckt und 1999 noch mal nachgelegt, als Schauspieler Manfred Krug für die neue "Volksaktie" der Telekom trommelte (wofür Krug sich später "aus tiefstem Herzen" entschuldigte)? Dann wissen Sie, wie es weiterging: Anstelle des geplanten Börsen-Höhenflugs kam es zur Bruchlandung, die Aktien liegen bis heute weit unter ihrem Ausgabekurs. So ist es auch mit einer "Telekom-Aktie" im Unternehmen: eine Führungskraft, die am Anfang hoch gehandelt wird, aber dann doch nichts wert ist.

Tellerdreher
Mitarbeiter mit der Fähigkeit, zeitgleich viele Themen monatelang in Bewegung zu halten, ohne diese wirklich voranzubringen - entstanden aus der Zirkusnummer mit den sich auf Stäben drehenden Tellern

Tischgruppenführer
sogenannte "Teamleiter", die zwar keinen Abteilungsleiterstatus (geschweige denn dessen Gehalt) haben, sich aber als solche ausnutzen lassen, auch bekannt unter "Hilfssheriff", "Wadenbeißer" oder "Galeerentrommler"

Tintenkiller
Kollegen, die ständig neue Druckerpatronen brauchen (und zu Hause rein zufällig denselben Patronentyp verwenden)

Torfnase
für Langsamblicker

Trollidolli
Stewardess/Flugbegleiter (siehe auch: Saftschubse)

Tschernobyl
Achtung, der neue Chef kommt: strahlend, aber gefährlich

Tyrannosaurus Rex
Dieser Dinosaurier beeindruckt durch schiere Kraft und Größe - etwa 13 Meter lang, vier Meter hoch, sieben Tonnen schwer. Eine echte Fressmaschine, ganz oben in der prähistorischen Nahrungskette. Übermächtige Bosse werden ebenfalls T. Rex genannt. Wie ihre Vorbilder aus der Kreidezeit verbreiten sie Angst und Schrecken. Jeden Rivalen beißen sie weg und verspeisen schon als Horsd'oeuvre zwei, drei Mitarbeiter. Was aus den Dinosauriern am Ende wurde, ist bekannt: Sie starben aus, weil sich die Umweltbedingungen wandelten und die Anpassung ihnen nicht gelang.

U


Umsatzbremse
für unfreundliche, genervte, inkompetente Verkäufer oder Dienstleister

Unfallflucht
Urlaub gleich nach Projektende

Universaldilettant
Kann fast alles nicht richtig. Er rauscht heran mit mächtiger Bugwelle, vertritt wortreich eine Meinung zu jedem Thema und scheitert an jeder Aufgabe. Avanti, dilettanti!

Unterflieger
Gegenpart zum Überflieger, der zu den schönsten Hoffnungen berechtigt - der Unterflieger ist ein hoffnungsloser Fall. Regelmäßig sind die Kollegen von seinen Leistungen geradezu unterwältigt.

Untersuchungshäftling
Mitarbeiter in der Probezeit

Von V wie V3-Ingenieur bis Z wie Zwecktölpel

V


V3-Ingenieur
vergisst alles, verliert Akten, vernichtet Wichtiges

Ventilator
dauernd am Rotieren, kommt aber nie vom Fleck

Verbesserungsvorschläger
mahnt ausdauernd Verbesserungen im Betriebsablauf oder in der EDV an

Volltischler
Das klingt nach einem derben Büro-Schimpfwort (vgl. "Vollpfosten"). Tatsächlich ist es ein Fachbegriff, den "Clean Desk"-Berater verwenden: für jene Spezies unter Angestellten und Chefs, die auf ihrem Schreibtisch meterhoch alles stapeln, was nicht aus eigener Kraft flüchten kann. Das sind zum Beispiel zehn Jahre alte Prospekte, Konzepte, Manuskripte, Zeitungen und Zeitschriften, aber auch ausgedruckte Mails, Kundenbriefe oder Postkarten. Mitunter reicht die einzige Freifläche gerade noch für eine Kaffeetasse. So signalisiert der Mitarbeiter, dass er jederzeit hoffnungslos überlastet ist. Tatsächlich neigen manche Aktenstapler zum Messie-Syndrom - und können Hilfe vertragen durch Organisationsberater, die mal so richtig aufräumen. So wird man vom Voll- wieder zum Leertischler.

Voodoo-Abteilung
Der Vorgesetzte wirkt völlig verpeilt, sein Team wie ein Käfig voller Narren, die Arbeitsorganisation wie ein einziges Chaos - das Wirken mancher Unternehmenszweige bleibt Kollegen aus anderer Bereichen unerklärlich. Die Voodoo-Abteilung, das ist mal klar, verdankt ihren Output schierer Zauberei: It's a kind of magic.

Vorhaut der Arbeiterklasse
Schmähung für Gewerkschafter, die sich immer dann zurückziehen, wenn es mal richtig ernst wird

Vorkoster
Mitarbeiter, der pünktlich zur Kantinenöffnung Mittagspause macht

VoZiDra
Kürzel für den guten alten Vorzimmerdrachen - wirft sich furchtlos jedem in den Weg, der zum Chef möchte.

W


Waldabholzer
Kollegen, die alles ausdrucken, immer einseitig und immer auf Qualitätspapier

Wanderführer
Wenn Mitarbeiter nicht Jahre oder Jahrzehnte auf dem gleichen Arbeitsplatz hocken, sondern neue Herausforderungen annehmen und dann plötzlich aufblühen, kann das Wunder wirken. Gute Chefs erkennen Veränderungsbereitschaft und fördern sie. Treibt einer das Rotationsprinzip aber so sehr auf die Spitze, dass Mitarbeitern ganz blümerant wird, ist er nur noch Wanderführer: der ideale Gegenpart zum Jobtouristen, der rastlos nach dem ultimativen Arbeitsplatz sucht.

Wanderpokal
Wird von Abteilung zu Abteilung durchgereicht und findet nie den Platz, an dem er reüssieren könnte. Alle, die noch nicht neben ihm gearbeitet haben, ahnen und fürchten: Eines Tages landet der Wanderpokal auch bei uns.

Warmliner
In Ihrem Unternehmen gibt es eine EDV-Hotline - aber immer, wenn Sie anrufen, sind die zuständigen Kollegen gerade in der Kantine, im Haus unterwegs, eine rauchen, in wichtigen Meetings? Das ist keine Hotline. Das ist eine Warmline. Höchstens.

Windowsversteher
für "Sysads" oder ähnliche Nerds, die außer Computer nix können

Wurmschleuder
Mitarbeiter, der ausnahmslos aus Neugier alle E-Mail-Anhänge öffnet

X


Xantippse
Notorisch zänkische Schreibkraft, mindestens ebenso übellaunig wie Sokrates' Ehefrau Xanthippe. Bei Xenophon wird Sokrates so zitiert: "Gerade so machte ich's auch, da ich die Kunst mit den Menschen umzugehen zu meinem Hauptgeschäfte machen wollte: Ich legte mir diese Frau zu, weil ich gewiss war, wenn ich sie ertragen könnte, würde ich mich leicht in alle andere Menschen finden können." Das mag auch der Grund sein, warum besonders tapfere Bosse sich so einen Griesgram ins Vorzimmer setzen.

Xylophonvirtuose
Die Tuba, ein dickes Ding, erlebt gerade ihr Comeback im Balkanpop und in der mexikanischen Banda-Musik. Über den Kontrabass gibt es wenigstens ein Bühnenstück. Nur für das Xylophon interessiert sich niemand. Früher wurde es in Deutschland wegen seines eigenwilligen Klanges auch "Hölzernes Gelächter" genannt. Ein Xylophonvirtuose im Unternehmen klimpert eher im Verborgenen - als Schmähung ein Synonym für Weichei, Schattenparker oder Zehenföner.

Y


Yes-Men
Im Bürkosmos eine Truppe willfähriger Jasager und Kopfnicker. Den Chef umschwirren sie wie die Motten das Licht. Eigentlich sind "The Yes Men" aber Neinsager, Kommunikationsguerilleros mit einer Reihe schräger Aktionen: In den Neunzigern tauschten sie die Sprachmodule von Barbie- und GI-Joe-Puppen, stellten sie zurück in die Läden und gaben eine Erklärung der "Barbie-Befreiungsorganisation" ab. 1999 fälschten sie als Globalisierungskritiker die Homepage der Welthandelsorganisation. Bei ihrer "Yes, Bush Can!"-Tour 2004 forderten sie US-Bürger auf, Nuklearabfälle in den Vorgärten zu vergraben und ihre Kinder in den Krieg zu schicken. 2008 brachten sie eine gefälschte Millionenauflage der "New York Times" in Umlauf; darin ist der Irakkrieg vorbei und George W. Bush wegen Hochverrats angeklagt. Die führenden Köpfe der Politaktivisten, die immer wieder als angebliche Vertreter von Konzernen und Regierungen auftraten, sind ein Science-Fiction-Autor und ein New Yorker Professor.

Yetipelz
Gegen Projektstress, gegen tobende Chefs, gegen üble Nachrichten ist er immun - wer so ein dickes Fell hat, dem kann nichts etwas anhaben.

"Yps"-Leser
Die Zeitschrift "Yps" kennen Sie sicher. Kennen Sie nicht? Dann waren Sie in den siebziger und achtziger Jahren kein Kind, oder kein richtiges jedenfalls. Ab 1975 fieberten viele jede Woche dem neuen Heft entgegen, vor allem wegen der beigelegten Spielzeuge - zum Beispiel Schleuderkatapulte, mexikanische Springbohnen oder die legendären Urzeitkrebse. Das unterscheidet noch heute im Projektteam die Mitarbeiter: Wer in "Yps" die faden Comics las, statt gleich mit den großartigen "Gimmicks" loszuspielen, kann keine Prioritäten setzen. Der "Yps"-Leser ist der Kollege, der sich in ermüdenden Details verheddert - ein Langeweiler und Inspirationsloch (siehe auch: Ameisentätowierer).

Z


Zankwart
Ein Meister des Schlichtens, ist zuverlässig zur Zankstelle, sobald es Streit unter Kollegen gibt.

Zeitreisender
Mitarbeiter, der nachmittags an der Stempeluhr gern auf de nächsten Minutensprung wartet

Zeitverschwender
Mitarbeiter, der während der Arbeitszeit Schimpfwörter erfindet, während gleichzeitig die Welt im Chaos versinkt

Zitronenfalter
Frage: Was haben Geschäftsführer und Zitronenfalter gemeinsam? Gegenfrage: Haben Sie schon mal einen Zitronenfalter Zitronen falten sehen?

Zitronenpresse (auch: Entsafter)
Ein besonders unangenehmer Chef-Typ: In seiner Maßlosigkeit mutet er Mitarbeitern reichlich Überstunden zu, weil ein Abgabetermin bevorsteht oder eine Sonderaufgabe keinerlei Aufschub duldet - und das bleibt nicht die Ausnahme, sondern wird zum Dauerzustand.

Zornröschen
Neckname für eine Führungsfrau, die ihr Umfeld mit rhythmischen Wutausbrüchen zu peinigen pflegt

Zweckautist
Dieser Mitarbeiter folgt stets brav und treu der Linie, die sein Chef ausgibt. Droht jedoch die geringste Gefahr für ihn selbst, weiß er plötzlich nicht einmal mehr, welcher Tag heute ist.

Zwecktölpel
Jemand, der sich bei einer Aufgabe extra blöd anstellt, um möglichst damit verschont zu werden - und sich gleich auch für die nächste lästige Aufgabe aus dem Rennen zu reden

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