Büro-Studie Die fröhlichsten Angestellten kommen aus Bayern
Zur Arbeit geht er sonnig gelaunt, hat nette Kollegen und sitzt jeden Tag sechs Stunden am Schreibtisch. Wer ist das? Der typische deutsche Angestellte. Eine Studie zeigt: Die Stimmung in deutschen Büros ist überraschend gut. Außer in Berlin.
Deutsche Angestellte sind fröhliche Sitzenbleiber, so lässt sich das Ergebnis einer aktuellen Büroklima-Studie der Meinungsforscher von TNS Emnid zusammenfassen. Der typische Büroangestellte sitzt demnach im Schnitt sechs Stunden pro Tag am Schreibtisch - und empfindet das Betriebsklima in seiner Firma als ziemlich gut.
Am fröhlichsten marschieren die Bayern ins Büro: 84 Prozent sagen, die Stimmung an ihrem Arbeitsplatz sei "eher gut" oder "sehr gut". Ein Prosit auf den Job. Auch die Nordrhein-Westfalen gehen frohen Mutes zur Arbeit (81 Prozent). Schlusslicht sind die Berliner, hier schätzt nur gut jeder zweite die Stimmung im Büro als gut ein, ein beträchtlicher Unterschied zu den bajuwarischen Stimmungskanonen.
Außerdem gilt: Je höher die Bildung, desto besser das Betriebsklima. Angestellte mit Abitur oder Hochschulabschluss schätzen die Stimmung im Büro höher ein als Kollegen mit mittlerer Bildung oder Volksschulabschluss.
Super ist die Stimmung auch in der öffentlichen Verwaltung, in Handel und IT (jeweils 93 Prozent). Etwas weniger gut aufeinander zu sprechen sind Kommunikations- und Medienleute (73 Prozent haben ein mindestens gutes Verhältnis zu den Kollegen) und Angestellte aus der Gesundheitsbranche (71 Prozent).
Frauen sagen öfter: "Ich hab' Rücken"
Alter, Geschlecht, Schulbildung oder Herkunftsregion spielen beim Verhältnis zu den Kollegen keine Rolle. Wohl aber bei der Sitzdauer: Die Studie zeigt, dass Büroangestellte unter 40 Jahren im Schnitt jeden Tag eine halbe Stunde länger am Arbeitsplatz sitzen als Ältere. Gemeint ist hier tatsächlich das Sitzen, nicht etwa die gesamte Arbeitszeit.
Und es gibt regionale Unterschiede: Im Südwesten Deutschlands (Saarland, Hessen, Rheinland-Pfalz) und Mitteldeutschland (Thüringen, Sachsen) sitzen die Menschen im Schnitt eine Dreiviertelstunde länger als in Baden-Württemberg, Berlin und Bayern. Ein Thüringer sitzt im Schnitt 6,6 Stunden pro Tag, ein Berliner nur 5,7 Stunden - unabhängig von der Art des Jobs.
Untrennbar verbunden mit dem vielen Rumhocken ist auch das Büro-Dauerthema Rücken. Hier zeigen sich klare geschlechtsspezifische Unterschiede: "Ich hab' Rücken" - zwei von zehn Frauen gaben an, oft oder sehr oft unter solchen Beschwerden zu leiden. Bei den Männern ist es gerade mal einer von zehn. Auch Ältere leiden mehr unter Schmerzen als jüngere. Aber das liegt wohl nicht am Klima im Büro.
Für die Studie befragte TNS Emnid 1000 Büroangestellte zu ihrem Leben am Schreibtisch, in zehn Branchen von IT bis Versicherungen, von Gesundheit bis Handel. Auftraggeber des Meinungsforschungsinstituts war der Büromöbelhersteller Sedus.
end/vet
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