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Burnout Immer noch besser werden

Burnout: Immer noch besser werden
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2. Teil: "Stress ist nicht nur persönliche Einschätzungssache"

Reviol trifft sich dann mit dem Patienten. Sie kommt in die Firma und erarbeitet ein Konzept, das detailliert beschreibt, wie es weitergehen kann. Heimlich tut sie das nicht, die Kollegen wissen Bescheid. "Jeden kann es treffen, und Burnout ist, vor allem in den frühen Phasen, sehr gut behandelbar." Bis zum Beginn einer ambulanten Therapie begleitet Reviol den Mitarbeiter selbst. Welche Aufgaben könnte ein Stellvertreter übernehmen? Was kann das Team erledigen? Zurzeit vergehen im Schnitt fast sechs Monate, bis ein geeigneter Therapieplatz frei wird.

Die Nachfrage steigt stetig, aber warum eigentlich? "Immer mehr Menschen arbeiten in Berufen, deren Kern eine Dienstleistung ist. Und Dienstleistung bedeutet in den meisten Fällen, mit Kunden in Kontakt zu kommen", sagt Kerstin Reviol. "An der Schnittstelle Mensch-Mensch aber ist die Gefahr am größten, innerlich auszubrennen."


Wenn Stress-Faktor Nummer eins der Mensch ist, wie muss es dann Angestellten gehen, die ausschließlich mit Kunden arbeiten, etwa im Vertrieb? Karin Goldstein von der Commerzbank erzählt, dass sie im Schatten ihrer Mitarbeiter bemerkenswerte Erfahrungen gemacht habe: Unter Führung eines Herdecker Arbeitspsychologen stellten sich 20 Commerzbank-Kollegen einer Untersuchung, die Experten "Shadowing" nennen. Ein Wissenschaftler begleitete dabei die Banker in ihrem Alltag auf Schritt und Tritt: beim Kundengespräch, in den Pausen, bei stillen Tätigkeiten.

"Es ging darum, objektivierbare Ergebnisse zu finden"

Ziel des Shadowing war es, sagt Goldstein, den Kollegen in "seinem verhaltensrelevanten Umfeld" zu erleben. Der Schatten maß auch in regelmäßigen Abständen Blutdruck und Herzfrequenz. "Uns ging es darum", sagt Goldstein, "objektivierbare Ergebnisse zu finden. Wir wollten trennschärfer werden, denn Stress ist nicht nur persönliche Einschätzungssache."

Goldstein spricht dann nicht darüber, ob das Kundengespräch beim Shadowing der stressigste Teil war. Für eine Bank, die im Wettbewerb um Privatkunden steht, würde es vermutlich nicht ins Bild passen, sollten es gerade die Kunden sein, die Berater in den Burnout treiben. Es sagt aber viel, dass die Commerzbank externe Berater beschäftigt, die sich um die psychischen Nöte der Banker kümmern.

"Employer Assistance Program" nennt die Bank etwa eine neue anonyme Hotline für die Mitarbeiter in der Fläche. "Wir müssen auch die Kollegen in den Filialen an der tschechischen oder polnischen Grenze erreichen", sagt Goldstein, die jahrelang eine Commerzbank-Niederlassung in Wiesbaden geleitet hat.

Ein volkswirtschaftlicher Schaden von 6,3 Milliarden Euro

Auch für die Zeit nach dem Burnout hat die Bank einen Plan. "Eingliederungsmanagement" nennt Goldstein das Angebot, mit individuellen Stundenzahlen ins Unternehmen zurückzukehren. Das kommt den Menschen entgegen, spart der Bank aber letztlich auch Geld.

Durch psychische Erschöpfung am Arbeitsplatz entstand der deutschen Volkswirtschaft 2009 ein Schaden von 6,3 Milliarden Euro, ergab eine Studie der Betriebskrankenkassen. Die Summe könnte geringer ausfallen, wenn die Unternehmen mehr auf die psychische Gesundheit ihrer Mitarbeiter achten würden.

Reinhard Ahrens kennt diesen Zusammenhang sehr gut, und er kennt auch jene, die eigentlich die Macht hätten, daran etwas zu verändern: die Top-Manager der Dax-Unternehmen. Er berät sie bei der Personalentwicklung, er coacht sie, wenn sie vor lauter Arbeit nicht mehr weiterwissen. Bei den meisten von ihnen, das ist Ahrens' Befund, mangelt es an Problembewusstsein, wenn es um das Phänomen Burnout geht.

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insgesamt 24 Beiträge
Tastenhengst 23.05.2011
Quatsch, burnout und karoshi sind geisseln des kapitalismus. In der hochgradig arbeitsteiligen und effizienzsüchtigen spätkapitalistischen gesellschaft werden die menschen maximal von ihrer arbeit entfremdet. Am ende steht der [...]
Quatsch, burnout und karoshi sind geisseln des kapitalismus. In der hochgradig arbeitsteiligen und effizienzsüchtigen spätkapitalistischen gesellschaft werden die menschen maximal von ihrer arbeit entfremdet. Am ende steht der tod. Das war in der ddr viel besser. Da starb man nur, wenn man republikflüchtig werden wollte oder volk und demokratische regierung schlechtgemacht hat. Und da mehr leute arbeiten als heimatverrat begehen, ist klar, dass der kapitalismus schlimmer ist.
Tabris2011 23.05.2011
... burnout ist keine krankheit sondern ein fantasie-produkt, um sich faul von der arbeit zu drücken. ja was passiert denn, wenn sie trotzdem zur arbeit gehen? bekommen sie krämpfe? bekommen sie magengeschwüre? dann haben sie [...]
... burnout ist keine krankheit sondern ein fantasie-produkt, um sich faul von der arbeit zu drücken. ja was passiert denn, wenn sie trotzdem zur arbeit gehen? bekommen sie krämpfe? bekommen sie magengeschwüre? dann haben sie doch nachweisslich eine krankheit, die man mit pillen und salben behandeln kann. MD berlin - originalton
Haio Forler 23.05.2011
Sorry, das ist Unsinn: von Nichtstun oder nciht zur Arbeit gehen kommt kein BurnOut. Arbeiten Sie mal 7 Jahre ohne Urlaub, jeden Tag 11 Stunden. Dann wissen Sie, was ein BurnOut sein kann. Warum jemand das überhauot macht, [...]
Zitat von Tabris2011... burnout ist keine krankheit sondern ein fantasie-produkt, um sich faul von der arbeit zu drücken.
Sorry, das ist Unsinn: von Nichtstun oder nciht zur Arbeit gehen kommt kein BurnOut. Arbeiten Sie mal 7 Jahre ohne Urlaub, jeden Tag 11 Stunden. Dann wissen Sie, was ein BurnOut sein kann. Warum jemand das überhauot macht, ist dann noch eine andere Frage.
felisconcolor 23.05.2011
@Tastenhengst und was wir dann von der DDR übernommen haben zeigt wie toll der Kommunismus war. Was ja nicht mal ein Kommunismus war. Sondern wohl eher staatl. bezahltes Nichtstun. @Tabris auch ihr Post zeugt von [...]
@Tastenhengst und was wir dann von der DDR übernommen haben zeigt wie toll der Kommunismus war. Was ja nicht mal ein Kommunismus war. Sondern wohl eher staatl. bezahltes Nichtstun. @Tabris auch ihr Post zeugt von wahrhaftiger Kenntnis um die Sache. Bleiben Sie auf ihrer Couch und ziehen sie weiter staatl. Unterstützung ein. Burnout ist sogar mehr als nur eine Krankheit. Es ist ein ideales Mittel um gute aber unbeliebte Mitarbeiter aus der Firma zu drängen. Mobbing durch Überflutung mit meist sinnlosen Arbeitsaufträgen und mangelhafter Organisation in den Entscheideretagen. Ein/e gute/r Chef/in erkennt wann er/sie seine/ihre Mitarbeiter überfordert. Aber Quartalszahlen sind wichtiger als human recources. Allein dieser Begriff sagt heute alles über die Arbeitswelt aus. Auch im Kapitalismus kann man mit Mitarbeitern vernünftig umgehen. Wenn man es will. Wenn ich mir die Artikel über die "Chefs" durchlese, habe ich aber so meine Zweifel, das diese überhaupt in der Lage sind vernünftig zu führen. Da muss angesetzt werden. Denn alles zusammen bildet das "Kapital" einer Firma. Und wenn man will kann man das auch seinen Aktionären klar machen.
oldie_ii 23.05.2011
Ach Gottchen, wie Sie jammern über den Untergang der Täterää. Ich habe auch in dieser gelebt und das "Besitzen eines gesicherten Arbeitsplatzes, aber nicht Arbeiten" anhand vieler Kollgen erlebt. Es ist nun mal so: [...]
Zitat von TastenhengstQuatsch, burnout und karoshi sind geisseln des kapitalismus. In der hochgradig arbeitsteiligen und effizienzsüchtigen spätkapitalistischen gesellschaft werden die menschen maximal von ihrer arbeit entfremdet. Am ende steht der tod. Das war in der ddr viel besser. Da starb man nur, wenn man republikflüchtig werden wollte oder volk und demokratische regierung schlechtgemacht hat. Und da mehr leute arbeiten als heimatverrat begehen, ist klar, dass der kapitalismus schlimmer ist.
Ach Gottchen, wie Sie jammern über den Untergang der Täterää. Ich habe auch in dieser gelebt und das "Besitzen eines gesicherten Arbeitsplatzes, aber nicht Arbeiten" anhand vieler Kollgen erlebt. Es ist nun mal so: Wo mehr Leistung erbracht wird, ist mehr Erfolg - seit hunderten Millionen Jahren. Die Burnout-Sachen sind ein schwieriges Kapitel, das wahrscheinlich jeder Einzelne für sich klären muss: Wieviele Opfer will ich bringen, und wieviel Erfolg will ich damit erreichen (Kosten-Nutzen-Abwägung)? Und manche(r) verschätzt sich dabei - in der realen Welt kann man halt auch scheitern. Letztere Überlegung ist in der heutigen deutschen Sozial-Hängematten-Mentalität leider abhanden gekommen. Würde soetwas wie Burnout meinem Kollegen passieren, hinge meine Reaktion davon ab, ob derjenige mir sympathisdch ist oder ob er sich als A...loch erwiesen hat. Auch das ist ganz normal seit Menschengedenken. mfg, oldie
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Burnout: Zahlen und Fakten
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Erschöpfungssyndrom, Anpassungsstörung, Depression, Belastungsstörung, Burnout - die Volksleiden der modernen Gesellschaft haben viele Namen. Die WHO hat beruflichen Stress zu "einer der größten Gefahren des 21. Jahrhunderts" erklärt. Bis 2030 könnte die Depression die wichtigste Ursache von Krankheitsbelastungen sein - in reichen Ländern ist sie es bereits.


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