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Burnout Immer noch besser werden

Burnout: Immer noch besser werden Fotos
Corbis

3. Teil: Der Mensch ist zäh - und irgendwann kippt er doch um

Ahrens kann natürlich keine Namen nennen. Aber beschreiben kann er, was er ganz oben erlebt. Zum Beispiel den Fall eines Managers, dessen zweite Schicht seines Arbeitstages abends um 20 Uhr beginnt, wenn andere längst zu Hause sind. Dann beginnt er, seine Kollegen in Übersee mit Aufträgen zu versehen, wenn durch die Zeitverschiebung deren Arbeitstag beginnt.

Niemand hält das ewig durch. "Meine Klienten sind Menschen unter starker Anspannung, mit hoher Verantwortung und mit hohen Gehältern. Auch sie müssen seit einigen Jahren mit immer weniger Zeit, weniger Mitteln und weniger Mitarbeitern klarkommen", sagt Ahrens.

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Ahrens beschreibt diese Menschen als zäh, "die halten das Tempo eine ganze Zeit lang aus, sie haben gelernt, auszuhalten, vielleicht sind sie überhaupt erst dorthin gekommen, wo sie sind, weil sie Anspannung ertragen konnten." Diese Manager kommen zu Ahrens meist ohne die konkrete Absicht, sich wegen eines Burnouts behandeln zu lassen. Sie wollen ein Coaching, merken, dass sie nicht mehr die Alten sind. "Was kann ich tun, damit ich noch besser werde?", fragen die meisten.

Jede Erfahrung wird emotional markiert und abgespeichert

Er lässt die Workaholics dann ihren Alltag schildern, ihre Tätigkeiten. "Die erzählen mir dann oft, was sie organisatorisch jetzt schon an Tricks draufhaben, um schneller zu werden", sagt er. "Ich frage sie dann, was genau sie jetzt noch verbessern wollen." Danach beginnt das, was der Psychologe die "Zuspitzung" nennt. Er konfrontiert sie mit ihren persönlichen Prioritäten, fragt nach, wenn es um Freundschaften und das Verhältnis zum Partner geht. "Dann kommen wir meistens an den Punkt, an dem sie merken, dass sie auf dem Weg in den Burnout sind", sagt Ahrens.

In seinen Coachings setzt er dann auf das Konzept der "somatischen Marker" des portugiesischen Neurowissenschaftlers Antonio Damasio. Es basiert auf der Annahme, dass jede Erfahrung emotional markiert und abgespeichert wird. Über die somatischen Marker bekommen die Klienten einen Zugang zu ihren überwiegend unbewussten Erfahrungen. Ahrens erarbeitet dann eine Strategie, mit der sie positive Erinnerungen in Stress-Situationen abrufen können.

"Am Ende des Prozesses kann das ein Bildschirmschoner-Motiv aus dem Urlaub sein, das den emotionalen Zugriff auf die positive Erinnerung möglich macht", sagt Ahrens. Das Prinzip, erzählt er, stammt aus der Werbung. "Priming" heißt es dort und soll die positiven Erinnerungen potentieller Kunden wecken. Nichts anderes empfiehlt er ausbrennenden Managern, wenn sie nicht mehr weiterwissen: Sie werben bei sich für sich selbst.

"Offenbar gab es Handlungsbedarf"

Thomas Barann, der Personalleiter bei der Gothaer-Versicherung, dessen Kollegen ihren alten Postkorb vermissen, hat nach einer Mitarbeiterbefragung externe Stress-Coaches engagiert. "30 bis 50 Prozent der Kollegen aus einer Abteilung haben sich angemeldet, das hat mich schon überrascht", sagt er. "Offenbar gab es Handlungsbedarf." Die Postkörbe waren nur ein Merkmal, das die Überforderung illustrierte. Jetzt gehören exakte Zielvereinbarungen zum Arbeitsalltag, so erzählt es Barann.

Auch Meyra, ein Rollstuhlhersteller im Lipper Bergland, baut schon seit längerem auf externe Arbeitswissenschaftler. "Das war am Anfang nicht leicht durchzusetzen, gerade bei den Kollegen in der Produktion", sagt Rolf Baumanns, als Geschäftsführer verantwortlich für 450 Mitarbeiter. "Bei uns ging es darum, das Vertrauen der Kollegen in die Firma wieder zu festigen. Die Entscheidung der Vorarbeiter und Meister muss für den Einzelnen nachvollziehbar sein."

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insgesamt 24 Beiträge
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    Seite 1    
1. Kwatsch
Tastenhengst 23.05.2011
Quatsch, burnout und karoshi sind geisseln des kapitalismus. In der hochgradig arbeitsteiligen und effizienzsüchtigen spätkapitalistischen gesellschaft werden die menschen maximal von ihrer arbeit entfremdet. Am ende steht der tod. Das war in der ddr viel besser. Da starb man nur, wenn man republikflüchtig werden wollte oder volk und demokratische regierung schlechtgemacht hat. Und da mehr leute arbeiten als heimatverrat begehen, ist klar, dass der kapitalismus schlimmer ist.
2. bitte sprechen sie mit ihren medizinischen dienst
Tabris2011 23.05.2011
... burnout ist keine krankheit sondern ein fantasie-produkt, um sich faul von der arbeit zu drücken. ja was passiert denn, wenn sie trotzdem zur arbeit gehen? bekommen sie krämpfe? bekommen sie magengeschwüre? dann haben sie doch nachweisslich eine krankheit, die man mit pillen und salben behandeln kann. MD berlin - originalton
3. ..
Haio Forler 23.05.2011
Zitat von Tabris2011... burnout ist keine krankheit sondern ein fantasie-produkt, um sich faul von der arbeit zu drücken. ja was passiert denn, wenn sie trotzdem zur arbeit gehen? bekommen sie krämpfe? bekommen sie magengeschwüre? dann haben sie doch nachweisslich eine krankheit, die man mit pillen und salben behandeln kann. MD berlin - originalton
Sorry, das ist Unsinn: von Nichtstun oder nciht zur Arbeit gehen kommt kein BurnOut. Arbeiten Sie mal 7 Jahre ohne Urlaub, jeden Tag 11 Stunden. Dann wissen Sie, was ein BurnOut sein kann. Warum jemand das überhauot macht, ist dann noch eine andere Frage.
4. ja ja
felisconcolor 23.05.2011
@Tastenhengst und was wir dann von der DDR übernommen haben zeigt wie toll der Kommunismus war. Was ja nicht mal ein Kommunismus war. Sondern wohl eher staatl. bezahltes Nichtstun. @Tabris auch ihr Post zeugt von wahrhaftiger Kenntnis um die Sache. Bleiben Sie auf ihrer Couch und ziehen sie weiter staatl. Unterstützung ein. Burnout ist sogar mehr als nur eine Krankheit. Es ist ein ideales Mittel um gute aber unbeliebte Mitarbeiter aus der Firma zu drängen. Mobbing durch Überflutung mit meist sinnlosen Arbeitsaufträgen und mangelhafter Organisation in den Entscheideretagen. Ein/e gute/r Chef/in erkennt wann er/sie seine/ihre Mitarbeiter überfordert. Aber Quartalszahlen sind wichtiger als human recources. Allein dieser Begriff sagt heute alles über die Arbeitswelt aus. Auch im Kapitalismus kann man mit Mitarbeitern vernünftig umgehen. Wenn man es will. Wenn ich mir die Artikel über die "Chefs" durchlese, habe ich aber so meine Zweifel, das diese überhaupt in der Lage sind vernünftig zu führen. Da muss angesetzt werden. Denn alles zusammen bildet das "Kapital" einer Firma. Und wenn man will kann man das auch seinen Aktionären klar machen.
5. Lohn ohne Leistung?
oldie_ii 23.05.2011
Zitat von TastenhengstQuatsch, burnout und karoshi sind geisseln des kapitalismus. In der hochgradig arbeitsteiligen und effizienzsüchtigen spätkapitalistischen gesellschaft werden die menschen maximal von ihrer arbeit entfremdet. Am ende steht der tod. Das war in der ddr viel besser. Da starb man nur, wenn man republikflüchtig werden wollte oder volk und demokratische regierung schlechtgemacht hat. Und da mehr leute arbeiten als heimatverrat begehen, ist klar, dass der kapitalismus schlimmer ist.
Ach Gottchen, wie Sie jammern über den Untergang der Täterää. Ich habe auch in dieser gelebt und das "Besitzen eines gesicherten Arbeitsplatzes, aber nicht Arbeiten" anhand vieler Kollgen erlebt. Es ist nun mal so: Wo mehr Leistung erbracht wird, ist mehr Erfolg - seit hunderten Millionen Jahren. Die Burnout-Sachen sind ein schwieriges Kapitel, das wahrscheinlich jeder Einzelne für sich klären muss: Wieviele Opfer will ich bringen, und wieviel Erfolg will ich damit erreichen (Kosten-Nutzen-Abwägung)? Und manche(r) verschätzt sich dabei - in der realen Welt kann man halt auch scheitern. Letztere Überlegung ist in der heutigen deutschen Sozial-Hängematten-Mentalität leider abhanden gekommen. Würde soetwas wie Burnout meinem Kollegen passieren, hinge meine Reaktion davon ab, ob derjenige mir sympathisdch ist oder ob er sich als A...loch erwiesen hat. Auch das ist ganz normal seit Menschengedenken. mfg, oldie
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Burnout: Zahlen und Fakten
Die neue Zivilisationskrankheit
Erschöpfungssyndrom, Anpassungsstörung, Depression, Belastungsstörung, Burnout - die Volksleiden der modernen Gesellschaft haben viele Namen. Die WHO hat beruflichen Stress zu "einer der größten Gefahren des 21. Jahrhunderts" erklärt. Bis 2030 könnte die Depression die wichtigste Ursache von Krankheitsbelastungen sein - in reichen Ländern ist sie es bereits.
Erschöpfung - ein Massenphänomen
Eine repräsentative Studie von Techniker-Krankenkasse (TK), "FAZ"-Institut und Forsa macht deutlich, welche Ausmaße das Problem inzwischen in Deutschland angenommen hat: Acht von zehn Deutschen empfinden demnach ihr Leben als stressig. Jeder Dritte steht unter Dauerstrom, jeder Fünfte bekommt die Folgen gesundheitlich zu spüren - von Schlafstörungen bis hin zum Herzinfarkt. Stress bestimmt den Alltag in Deutschland immer stärker.

Alarmierend ist der TK zufolge die hohe Zahl von Burnout-Patienten. 2008 sind demnach "ausgebrannte" Berufstätige fast zehn Millionen Tage krankgeschrieben worden. Damit fehlten rund 40.000 Menschen das ganze Jahr über am Arbeitsplatz. Dies entspricht einer Zunahme von 17 Prozent verglichen mit 2003.
Job ist Stressfaktor Nummer eins
Stressfaktor Nummer eins ist der Job. Das haben die 1014 befragten Personen zwischen 14 und 65 Jahren zu Protokoll gegeben. Jeder Dritte arbeitet am Limit, getrieben von Hektik, Termindruck und einem zu hohen Arbeitspensum. Ein Drittel der Beschäftigten leidet darunter, rund um die Uhr erreichbar sein zu müssen und von Informationen überflutet zu werden.

Berufstätige Eltern geraten der Studie zufolge besonders häufig an ihre Belastungsgrenze. Ihre größte Sorge sei, dass die Familie zu kurz kommt. Doch auch 90 Prozent der Schüler klagen über Stress. Jeder Dritte steht nach eigener Aussage permanent unter Leistungs- und Prüfungsdruck.
Kosten für das Gesundheitssystem
Auch für das Gesundheitssystem ist die Dauerbelastung der Menschen ein ernstzunehmender Kostenfaktor. Mit knapp 27 Milliarden Euro im Jahr stehen die Ausgaben für die Behandlung stressbedingter psychischer Erkrankungen an dritter Stelle der Kostentabelle. Hinzu kommen massive Aufwendungen für Herz-Kreislauf-Krankheiten, unter denen Dauergestresste mehr als doppelt so häufig leiden wie ihre weniger unter Druck stehenden Zeitgenossen.

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Berufseinsteiger und neue Mitarbeiter sorgfältig einarbeiten, damit nicht das Gefühl von Überforderung aufkommt.

Arbeitsbelastung

Falsche Arbeitsbelastung vermeiden, indem Beschäftigte in die Arbeitsplanung miteinbezogen werden. Sie sollen weder überfordert noch unterfordert sein.

Überstunden

Zu viele Überstunden vermeiden. Nach zehn Stunden Arbeit ist ein Mensch kaum noch produktiv.

Klare Ziele

Führungskräfte sorgfältig auf ihre Aufgaben vorbereiten. Sie sollen Ziele bestimmen, diese klar formulieren und auf die Einhaltung im Team achten. Zugleich soll aber nicht das Gefühl extremer Kontrolle entstehen.

Anerkennung

Mitarbeitern für gute Arbeit Lob und Anerkennung zollen und dies auch kommunizieren. Auch Kritik ist wichtig. Das Feedback sollte jedoch konstruktiv formuliert werden.

(Quelle: TÜV Süd)

So können Sie persönlich vorbeugen: Grenzen setzen

Den eigenen Perfektionismus kritisch überdenken und sich Leistungsgrenzen ehrlich eingestehen.

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Unrealistischen Erwartungen von Vorgesetzten ein Nein entgegensetzen.

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Überlegen, welche Aufgaben delegiert werden können.

Pausen

Auf geregelte Essenszeiten und Pausen achten, um wieder Energie zu sammeln.

Freizeit

Freizeitpläne und Unternehmungen mit Familie und Freunden nicht ständig verschieben. Sie sollten als Ausgleich zur Arbeit fest eingeplant werden. Allerdings sollte auch nicht Freizeitstress daraus werden.

(Quelle: TÜV Süd)

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