Burnout-Selbstprüfung Riecht's schon brenzlig?
Wenn Arbeit und Privatleben aus dem Gleichgewicht geraten, droht ein Burnout. Wie belastbar sind Sie, wie steht es um Ihre seelischen Reserven? Worauf müssen Sie achten in Job und Alltag? Eine Selbstprüfung hilft dabei, Warnsignale früh zu erkennen.
Nach einigen Jahren im Beruf bemerken viele Arbeitnehmer und Führungskräfte, dass sie zunehmend gereizt reagieren und nach der Arbeit nur noch schwer abschalten können. Jede und jeder kennt jemanden, den angeblich ein Burnout erwischt hat. Und fragt sich oft selbst: Was ist mit mir los? Bin ich nur ein bisschen überarbeitet, oder ist das schon Burnout?
Für das Burnout-Syndrom gibt es keine exakte, verbindliche Definition. Es lässt sich auch durch Symptome nicht klar eingrenzen, der Verlauf kann sehr individuell ausfallen. Zu den typischen Kernsymptomen zählen emotionale Erschöpfung, subjektiver Leistungsabfall und eine negative bis aggressive Einstellung zu Mitmenschen, insbesondere zu Kunden, Mitarbeitern und Kollegen. Spätestens in fortgeschrittenen Stadien kommt ein tiefer Widerwille gegen die Arbeit oder die Arbeitsumstände hinzu.
Stressphasen im Beruf haben die meisten Menschen schon erlebt. Wer aber über längere Zeit an seine Grenzen oder darüber hinausgeht, wer sich übermäßig auf Leistungsziele fixiert und ihnen alles unterordnet, läuft Gefahr, irgendwann umzukippen. In frühen Burnout-Stadien lässt sich die Abwärtsspirale noch stoppen - indem man innehält, sich Zeit zum Nachdenken nimmt und sein Arbeitsverhalten ändert, bevor es wirklich dramatisch wird.
In einer Burnout-Broschüre bietet CConsult, ein Projekt der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft, Tipps zur Stressprävention für Führungskräfte. "Viele Ausbrenner leben von außen nach innen statt umgekehrt; sie sind Getriebene", schreibt darin der Hamburger Burnout-Experte Matthias Burisch und rät: "Erinnern Sie sich immer wieder daran, dass Sie Ihrem Arbeitgeber zwar einen Teil Ihrer Zeit und Energie vermietet, aber nicht Ihr ganzes Leben verkauft haben. Das gibt Ihnen Autonomie, ein Gefühl von Freiheit zurück."
Für das SPIEGEL-Wissen-Heft "Das überforderte Ich" hat Matthias Burisch einen Check zu Warnsignalen für eine Burnout-Gefährdung entwickelt. Die Selbstprüfung ersetzt keine medizinische Diagnose, sie kann aber bei der Einschätzung helfen, ob Sie der Erschöpfung durch Stress und psychische Belastungen am Arbeitsplatz nahe sind. Wer einen präziseren wissenschaftlichen Test für das persönliche Risiko sucht, findet ihn auf der Website des Burnout-Instituts, mitsamt ausführlichen Tipps zur Burnout-Bewältigung.
- Warnsignale erkennen: Hier geht's zum Burnout-Check - zählen Sie bitte Ihre A-, B- und C-Antworten.
- Prof. Dr. Matthias Burisch ist der Gründer des
Manfred Witt - Burnout-Instituts Norddeutschland (Bind).
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Heft 1/2011:
Das überforderte Ich
Stress - Burnout - Depression
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Alarmierend ist der TK zufolge die hohe Zahl von Burnout-Patienten. 2008 sind demnach "ausgebrannte" Berufstätige fast zehn Millionen Tage krankgeschrieben worden. Damit fehlten rund 40.000 Menschen das ganze Jahr über am Arbeitsplatz. Dies entspricht einer Zunahme von 17 Prozent verglichen mit 2003.
Berufstätige Eltern geraten der Studie zufolge besonders häufig an ihre Belastungsgrenze. Ihre größte Sorge sei, dass die Familie zu kurz kommt. Doch auch 90 Prozent der Schüler klagen über Stress. Jeder Dritte steht nach eigener Aussage permanent unter Leistungs- und Prüfungsdruck.

Berufseinsteiger und neue Mitarbeiter sorgfältig einarbeiten, damit nicht das Gefühl von Überforderung aufkommt.
Falsche Arbeitsbelastung vermeiden, indem Beschäftigte in die Arbeitsplanung miteinbezogen werden. Sie sollen weder überfordert noch unterfordert sein.
Zu viele Überstunden vermeiden. Nach zehn Stunden Arbeit ist ein Mensch kaum noch produktiv.
Führungskräfte sorgfältig auf ihre Aufgaben vorbereiten. Sie sollen Ziele bestimmen, diese klar formulieren und auf die Einhaltung im Team achten. Zugleich soll aber nicht das Gefühl extremer Kontrolle entstehen.
Mitarbeitern für gute Arbeit Lob und Anerkennung zollen und dies auch kommunizieren. Auch Kritik ist wichtig. Das Feedback sollte jedoch konstruktiv formuliert werden.
(Quelle: TÜV Süd)
Den eigenen Perfektionismus kritisch überdenken und sich Leistungsgrenzen ehrlich eingestehen.
Unrealistischen Erwartungen von Vorgesetzten ein Nein entgegensetzen.
Überlegen, welche Aufgaben delegiert werden können.
Auf geregelte Essenszeiten und Pausen achten, um wieder Energie zu sammeln.
Freizeitpläne und Unternehmungen mit Familie und Freunden nicht ständig verschieben. Sie sollten als Ausgleich zur Arbeit fest eingeplant werden. Allerdings sollte auch nicht Freizeitstress daraus werden.
(Quelle: TÜV Süd)




