Protokolle: Anne Haeming, Mercedes Lauenstein und Anja Tiedge
Stockfinstere Nacht, alles still. Irgendjemand muss ja das Leichenhaus bewachen. Plötzlich ein Geräusch - war da was? Hat sich etwas bewegt? Und warum ist die Tür nur angelehnt?
Die Klischees, die Hollywood zum Begriff "Nachtschicht" bereithält, kann man ganz leicht vor dem inneren Auge abspulen - es reichen ein paar Worte, um das Kopfkino in Gang zu bringen. Aber die Sache hat einen Haken: Diese Nachtschicht-Phantasien sind ganz schön albern.
Die Realität ist nicht annähernd so blutrünstig. Wer nachts arbeitet, hat, flüchtig betrachtet, einen ganz normalen Job. Nur, dass die Uhrzeit nicht dem typischen Biorhythmus der meisten Menschen entspricht.
Etwas besonderes sind die meisten Nachtjobs trotzdem, ganz ohne Horroreffekte. Davon berichteten sechs Nachtschaffende vor ein paar Tagen auf KarriereSPIEGEL. Und hier nun schildert ein weiteres halbes Dutzend, was sie an ihren Spätschichten lieben oder hassen, was sie stolz macht und was sie schlaucht.
Sie können Dinge sehen, die bei Tag unsichtbar sind - wie eine Astronomin. Sie haben öffentliche Plätze, an denen sonst das Leben pulsiert, ganz für sich allein - wie eine Reinigungskraft am Flughafen. Sie können an Süßigkeiten naschen, wenn sie am frischesten sind - wie ein Konditorlehrling.
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