ThemaMBA - KarriereSPIEGELRSS

Alle Artikel und Hintergründe


  • Drucken
  • Senden
  • Nutzungsrechte
 

Chef-Lehrgang MBA Die drei magischen Buchstaben

MBA-Ausbildung: Studienfach Chef Fotos
Bertram Bölkow

Chef werden? Dafür gibt es einen Studiengang: den MBA. Wer den macht, der will nach oben. Doch der Master of Business Administration kostet nicht nur Fleiß, sondern auch richtig viel Geld. Das ist nicht überall lohnend investiert.

Was haben Ines Kolmsee, Barbara Kux und Margret Suckale gemeinsam? Sie gehören nicht nur zu den wenigen Frauen in Vorständen deutscher Dax-Unternehmen. Sie haben auch den gleichen Studienabschluss, einen Master of Business Administration (MBA).

Ines Kolmsee ist heute Vorstandsvorsitzende des börsennotierten Spezialchemie-Konzerns SKW Metallurgie. Sie hat nach ihrem Ingenieurstudium und einigen Jahren Berufserfahrung ein MBA-Studium an der Eliteschmiede Insead in Frankreich und Singapur absolviert. Ihren Managerschliff holte sich dort auch Barbara Kux, im Siemens-Vorstand zuständig für Nachhaltigkeit und Einkauf.

Und Margret Suckale, früher Personalvorstand bei der Deutschen Bahn und heute Arbeitsdirektorin im BASF-Vorstand, hat ihren MBA-Abschluss an der Koblenzer Managementschule WHU erworben. Früher habe sie immer einen riesigen Respekt vor Betriebswirten gehabt, die Bilanzen lesen und kompetent mit Zahlen umgehen konnten, erzählte die Juristin einmal. Seit ihrem MBA-Studium wisse sie, dass die "auch nur mit Wasser kochen".

Das ist nicht der einzige Vorteil. Jahrelang galten die drei Buchstaben als Zauberformel für eine schnelle Karriere, eine gute Investition in eine große Managementzukunft. Musste ja auch: Schließlich kosten die Programme viel Geld. An renommierten deutschen Schulen wie Mannheim oder Koblenz 30.000 bis 35.000 Euro, bei amerikanischen Top-Adressen wie der Columbia University rund 90.000 Euro.

Umfassendes Managementwissen für Geisteswissenschaftler

Inzwischen hat sich herumgesprochen, dass nicht automatisch ein Topmanager wird, wer einen MBA in der Tasche hat. Interessant bleibt der Abschluss dennoch, als Synonym für eine praxisorientierte Managementausbildung. Gute MBA-Programme vermitteln Kenntnisse in allen Schlüsselfunktionen eines Unternehmens, wie Finanz- und Rechnungswesen, Marketing und Personalführung.

Voraussetzung ist ein erster Studienabschluss - deshalb ist er gerade für Akademiker ohne wirtschaftswissenschaftliche Kenntnisse geeignet. Mit dem MBA können sich auch Natur- und Geisteswissenschaftler, Ingenieure und Juristen umfassendes Managementwissen aneignen.

Fotostrecke

4  Bilder
Schattenseiten von Firmengründern: Narzissten, Machiavellisten, subklinische Psychopathen
Damit nicht genug: Bei einem guten MBA-Programm geht es neben der Wissensvermittlung um die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit. Dazu gehören Verhandlungsstrategien, interkulturelle Kompetenz und nicht zuletzt die Auseinandersetzung mit dem eigenen Führungsstil.

Im Ursprungsland, den USA, gibt es das Studium schon seit über 100 Jahren. Nach dem Bachelor-Abschluss gehen viele Amerikaner erst einmal ein paar Jahre in den Job und absolvieren danach ein MBA-Studium. Im Gegensatz zu anderen Master-Studiengängen setzt der MBA Berufspraxis voraus. Die Studenten kommen aus sehr unterschiedlichen Branchen und Firmen, oft sind die Klassen international - gerade das macht den besonderen Charme der Managementausbildung aus.

"Smarte Leute in smarten Programmen"

Man lernt nicht nur von Professoren, sondern auch von Kommilitonen, oft in Lernteams, wo Studenten gemeinsam eine Aufgabe lösen müssen. "Das wichtigste ist die Qualität und Diversität der Klasse", behauptet Professor Richard Barker von der Judge Business School an der University of Cambridge. "Smarte Leute suchen sich smarte Programme und gute Schulen tun viel für den richtigen Mix ihrer Studenten."

In den USA setzten die Business Schools renommierter Hochschulen wie der Harvard University entscheidende MBA-Akzente. Anders in Europa: Hier errichtete oft die Industrie solche Managementschulen. So wurde Insead, eine der weltweit führenden MBA-Schmieden, 1959 von Privatleuten mit Unterstützung der Pariser Handelskammer gegründet und hat heute einen Campus in Frankreich, Singapur und Abu Dhabi. Das IMD in Lausanne, heute ebenfalls eine der Topschulen, entstand 1990 aus der Verschmelzung zweier Managementinstitute von Unternehmen. Aber auch Top-Universitäten wie Cambridge oder Oxford haben renommierte Business Schools.

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik KarriereSPIEGEL
RSS
alles aus der Rubrik Berufsleben
RSS
alles zum Thema MBA - KarriereSPIEGEL
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH