Im Prozess ihrer Chefwerdung durchleidet die Führungskraft eine Art Metamorphose, ähnlich wie Gregor Samsa in Franz Kafkas "Verwandlung". Dem Chef wächst eine Art emotionaler Chitinpanzer, der ihn unempfindlich gegenüber den meisten zwischenmenschlichen Gesten macht. In seiner Abschottung erkrankt er an einem fortschreitenden Narzissmus, der oft mit Wahrnehmungsstörungen und Wahnvorstellungen einhergeht.
Anders jedenfalls lassen sich die Sprüche und Anekdoten, die SPIEGEL-ONLINE-Leser seit Monaten unermüdlich einschicken, kaum erklären. Knapp tausend sind mittlerweile in der Redaktion eingetroffen: knapp tausend Ausschnitte aus einer Welt, die 36,6 Millionen Angestellte täglich ertragen müssen. Eine Welt, die Außenstehende oft zum Schmunzeln bringt, für die Betroffenen aber nicht selten ein Alptraum ist.
Vor allem in der Armee scheint es zu den Anforderungskriterien mancher Führungskräfte zu gehören, ihre Schutzbefohlenen möglichst hart ranzunehmen. So pflegte der Leutnant eines Lesers zu sagen: "Ich darf Sie jeden Tag bis an die Grenzen Ihrer Leistungsfähigkeit beanspruchen. Und wo diese Grenzen sind, das bestimme ich." Seine Ausbildungskompanie musste derweil Liegestütze über einem aufgeklappten Messer machen.
Auch im Büro geht es nicht selten zu wie auf dem Truppenübungsplatz. Leiden und lachen Sie mit:
Zitate starten: Klicken Sie auf den Pfeil
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik KarriereSPIEGEL | RSS |
| alles aus der Rubrik Berufsleben | RSS |
| alles zum Thema Ich Chef, du nix - KarriereSPIEGEL | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH