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Daimler-Tester als Scheinselbstständige Angestellt beim Sub-Sub-Subunternehmer

Testfahrt für die Mercedes E-Klasse: Berufsfeld mit Scheinselbstständigen Zur Großansicht
Daimler

Testfahrt für die Mercedes E-Klasse: Berufsfeld mit Scheinselbstständigen

Offenbar wurden zahlreiche Mercedes-Testfahrer als Scheinselbstständige beschäftigt. Wie das manager magazin berichtet, könnte diese Praxis den Autokonzern bis zu 20 Millionen Euro kosten.

Der Autokonzern Daimler hat Ärger mit der Justiz. Subunternehmer sollen Testfahrer im großen Maßstab als Scheinselbständige beschäftigt haben. Das berichtet das manager magazin in seiner kommenden Ausgabe, die ab Freitag (22. Januar) im Handel erhältlich ist. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt gegen Verantwortliche bei der Beteiligung MB-Tech sowie mehrere Subunternehmer aus Baden-Württemberg.

Bis zu drei Ebenen sollen nach Informationen von manager magazin zwischen dem Konzern und den Testfahrern existiert und profitiert haben, die Fahrer waren also zum Teil bei Sub-Sub-Subunternehmern beschäftigt. Auch zwei Daimler-Manager sollen ins Visier der Ermittler geraten sein.

Laut einem Vertrag mit der Deutschen Rentenversicherung hat sich der Konzern zusammen mit MB-Tech in der Sache auf eine pauschale Abgeltung von Sozialversicherungsbeträgen in Höhe von 9,5 Millionen Euro geeinigt und Vertraulichkeit vereinbart. Daimler übernimmt damit eigenen Angaben zufolge "freiwillig" einen Teil der finanziellen Verantwortung für das Fehlverhalten von "Drittfirmen". Das Dokument, das manager magazin vorliegt, wurde unter anderem von Eckhard Kreßel (58) unterzeichnet, der die Daimler-Abteilung "Personal- und Arbeitspolitik" leitet.

Testfahrer wollen nachträgliche Festanstellung einklagen

Insidern zufolge könnten auch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft bald mit einer Zahlung in Höhe von bis zu 10 Millionen Euro enden. Einer möglichen Einigung zwischen Konzern und Behörden müsste das zuständige Gericht allerdings noch zustimmen.

Daimler und MB-Tech wollten zu den Ermittlungen oder Einzelpersonen keine Angaben machen. Daimler betont, Missbrauch zu verurteilen und 2013 "soziale Standards" für Werkvertragsfirmen definiert zu haben. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart bestätigt nur, dass in der Sache weiterhin ermittelt werde, lehnte detaillierte Angaben zu Firmen oder Personen jedoch ab.

Die Arbeitsgerichte wird das Thema weiterhin beschäftigen. Mehrere Testfahrer streben eine nachträgliche Festanstellung auf dem Klageweg an.

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