• Drucken
  • Senden
  • Nutzungsrechte
 

International statt deutsch Daimler plant Ausländerquote für Nachwuchs-Chefs

Daimler-Chef Zetsche: Absatzzahlen bis 2020 verdoppeln Zur Großansicht
DPA

Daimler-Chef Zetsche: Absatzzahlen bis 2020 verdoppeln

Der deutsche Autobauer Daimler will in seinem konzerneigenen Nachwuchsprogramm für Führungskräfte eine Ausländerquote einführen. Der Stuttgarter Dax-Konzern erhofft sich davon strategische Vorteile, vor allem in den Wachstumsmärkten USA, China und Ostasien.

Der Stuttgarter Autobauer Daimler will seine Zahl an ausländischen Managern erhöhen. "Bislang ist der Konzern auf Managementebene noch sehr deutsch geprägt", sagte Personalvorstand Wilfried Porth der "Welt".

Auf der Führungsebene soll sich die Globalisierung des Konzerns stärker widerspiegeln. Dazu soll bei dem konzerninternen Nachwuchsprogramm für Führungskräfte etwa die Hälfte aus dem Ausland kommen, kündigte Porth an. "Ziel ist es dabei, Mitarbeiter aus Amerika, China, Indien oder anderen Ländern auch in Deutschland auf Top-Positionen zu entwickeln."

Ein Daimler-Sprecher sagte SPIEGEL ONLINE, dass mit dieser Entwicklung keine generelle Ausländerquote für den Konzern gemeint ist: "Wir wollen die Belegschaft des Konzerns langfristig internationaler machen. Das soll aber nicht durch eine starre Quote erreicht werden." Das Nachwuchsprogramm ist nämlich nicht der einzige Weg, über den Daimler-Mitarbeiter in Führungspositionen aufsteigen können.

Daimler verspricht sich von dem Schritt vor allem mehr Wachstum auf ausländischen Märkten. Die Verkaufszahlen des deutschen Autobauers könnten besser sein: Nach jahrelangen Wachstumsphasen musste Daimler im vergangenen Jahr erstmals deutliche Rückschläge einstecken, vor allem in Europa. Jetzt will sich der Stuttgarter Autobauer auf die Zukunftsmärkte im Ausland konzentrieren.

Wachstumsmärkte sind USA, China und Ostasien

Daimler sei ein global aufgestelltes Unternehmen, und das große Wachstum finde derzeit in den USA, China oder anderen Ländern Ostasiens statt. "Dafür brauchen wir auch noch mehr Führungskräfte aus diesen Regionen", sagte Porth der Zeitung.

Konzernchef Dieter Zetsche hat bereits das Ziel ausgegeben, bis 2020 die Absatzzahlen zu verdoppeln, um wieder Nummer eins unter den Premiumherstellern zu werden. Derzeit hinkt der schwäbische Konzern der Konkurrenz wie BMW und der VW-Tochter Audi hinterher. Ob die Aufholjagd Erfolg hat, hängt allerdings maßgeblich von der Entwicklung in Asien und den USA ab - Deutschland machte zuletzt nur noch ein Fünftel des Mercedes-Absatzes aus.

Schon jetzt arbeiten mehr als 100.000 der rund 270.000 Daimler-Mitarbeiter im Ausland. Pkw, Lastwagen, Busse und Vans der Schwaben laufen in mehr als 50 Werken auf vier Kontinenten vom Band. Doch das reicht Porth nicht. Auch die Entwicklung soll noch internationaler werden, um besser auf Kundenbedürfnisse eingehen zu können. "Es wird mehr Projekte als bislang außerhalb Deutschlands und mit ausländischen Partnern geben", kündigte der Personalvorstand an. In Indien und China würden dafür bereits weitere Kapazitäten aufgebaut.

lgr/dpa

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 12 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
LH526 04.03.2013
D.h. der grundgesetzliche Passus, nachdem niemand aufgrund seiner Herkunft, Geschlecht etc bevorzugt oder benachteiligt sein darf, wird wieder mal ignoriert? Wow!
2. Gute Idee
goodluck12 04.03.2013
Zitat von sysopDPADer deutsche Autobauer Daimler will in seinem konzerneigenen Nachwuchsprogramm für Führungskräfte eine Ausländerquote einführen. Der Stuttgarter Dax-Konzerns erhofft sich davon strategische Vorteile, vor allem in den Wachstumsmärkten USA, China und Ostasien. http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/daimler-will-auslaenderquote-im-top-management-einfuehren-a-886700.html
Ich arbeite fuer die US Tochterfirma eines deutschen Unternehmens und die Firmenleitung ist fast durchweg mit Amerikanern besetzt. Das klappt recht gut und das seit den letzten 25 Jahren. Es ist einfach das keiner den amerikanischen Markt besser verstehen kann als natuerlich die Amerikaner selbst.
3.
distel61 04.03.2013
Ich kenne jemanden, der trotz großem Interesse erst gar nicht beim Daimler angefangen hat, eben wegen deren Führungskräftenachwuchsprogramm. Dämlich für Daimler, wenn ich mir dessen Karriereweg in den letzten ca. 10 Jahren so angesehen habe. Top Studium in drei Ländern (Deutschland plus zwei Schwellenländer), fünf Sprachen fließend, davon 2 muttersprachlich, international mittlerweile in mehreren Ländern (europäisch und außereuropäisch) für ein europäisches und ein nordamerikanisches Unternehmen tätig gewesen, arbeitet wie ein Ochse, mittlerweile knapp unter der Geschäftsleitung und auch satt verdienend. Wird aller Wahrscheinlichkeit nach dauerhaft im Ausland verbleiben. Derjenige meinte, dass er wegen der damaligen formalen Anforderungen (keine Ivy League besucht und Deutscher (mit ausländischen Wurzeln)) beim Daimler keine Chance auf eine solche Karriere gehabt hätte. Jedenfalls kam das damals seitens Daimler so rüber. Kann man mal dahingestellt lassen, ob es wirklich so gewesen wäre, aber schon irgendwo bezeichnend wenn sogar so jemand abgeschreckt wird. Und der wäre wirklich gerne zum Daimler gegangen! Wenn man die passenden Leute im eigenen Lande hat, dann soll man sie doch bitte auch nutzen!
4. Weltkonzern
osos1009 04.03.2013
Bitte eines nicht vergessen: "Unternehmen" allgemein und Weltkonzerne ganz besonders haben nicht das Ziel, das Wohl der Menschen in derjenigen Region oder in demjenigen Land zu befördern, die sie aufgebaut haben oder erhalten, sondern einzig und alleine die kurz- bis mittelfristigen Gewinnabsichten der Aktionäre, der Besitzer zu bedienen. Eine Firma wie Daimler ist daher weder stuttgartisch-schwäbisch, noch deutsch, japanisch, amerikanisch oder international. Sie ist ganz einfach geldaristokratisch. Daher ist es für sie logisch, Management, Besitzanteile, aber auch die Produktion zu streuen: 1. damit sie da und mit denen produzieren können, wo der Prozess die höchste Rendite abwirft (ein indischer Ingenieur ist wesentlich billiger als ein schwäbischer); 2. damit keine Region auf die Idee kommen kann, die industrieellen Strukturen für ihr eigenes Realwohl zu beanspruchen; 3. damit der allgemein übervorteilende und ausnehmerische Charakter der Unternehmen weniger ins Auge fällt; 4. damit auch die wirklich armen Schweine, die in Canton oder Casablanca für Hungerlöhne arbeiten davon träumen können, auch "aufzusteigen" zu können (ohne dabei allerdings zu berücksichtigen, dass der Aufstieg nur für ganz wenige möglich sein wird und die große Mehrheit durch diese gewaltige Enteignungsmaschine immer mehr in den Ruin getrieben wird). Der Klarheit halber sollten Unternehmen in Zukunft "Aus-nehmen" genannt werden. Es ist also das Ausnehmen "Daimler", das diese Top-Positionen Ausländerquote einführt.
5. Danke für diese Aussicht
spiegler12 04.03.2013
Schon seit längerem werden unter 'Diversity' Frauen stärkter im Management etabliert. Das allein hat schon ein Geschmäckle da verstanden werden kann, es geht nicht mehr allein um Leistung. Nun kommt also ein neues Kriterium hinzu. Der/die Kandidat/in sollte bevorzugt nicht aus Deutschland stammen. Die männlichen UND deutschen Talente werden sicher begeistert sein und sich ihre Optionen überlegen. Viel Erfolg Jungs.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik KarriereSPIEGEL
RSS
alles aus der Rubrik Berufsleben
RSS
alles zum Thema Arbeiten im Ausland - KarriereSPIEGEL
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Fotostrecke
Migranten: Einwanderer in Spitzenpositionen
Verwandte Themen

Fotostrecke
Kurs in Istanbul: Vorbereitung auf Kültürschock in Deutschland
Interaktive Grafik
SPIEGEL ONLINE

Zeitleiste: Chronik der Integration in Deutschland


Fotostrecke
Charme-Offensive: Reklame speziell für türkische Kunden


Social Networks