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Das kleine Animateurs-ABC Survival für Alleinunterhalter

Das kleine Animateurs-ABC: Survival für Alleinunterhalter
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DPA

Was tun mit den Dicken beim Beachvolleyball - und mit den Eltern grobmotorischer Kinder beim Ententanz? Das Animateurs-Leben könnte so schön sein, wären da nur nicht die Gäste, die Kollegen und die Sehnsucht nach Schwarzbrot: ein Schnellrundflug durch den Animationsjob von A bis Z.

Alkohol

Besonders in All Inclusive-Hotels das Hauptnahrungsmittel vieler Gäste. Gut, weil angetrunkene Gäste auch bei den dämlichsten Spielen begeistert mitmachen und sich über die Auszeichnung als bester verkleideter Sackhüpfer des Tages freuen. Schlecht, weil sie böse werden, wenn sie nur den zweiten Platz machen. Deeskalierend wirkt ein Schubs in den Pool, getarnt als witziges Wasserspiel.

Ballspiele

Ideale Urlaubs-Freizeitbeschäftigung, geht immer. Besonders die Königsdisziplin Beachvolleyball ist bei Touristen aller Nationalitäten und Körperumfänge beliebt. Deshalb: Keine Mannschaftswahl wie im Schul-Sportunterricht zulassen, bei der die unsportlichen Teilnehmer gedemütigt am Rand stehen, sondern die Teams diktatorisch selber zuteilen. Die Dicken danken es.

Chef

Heißt im Animateur-Sprech "Teamleiter", was freundlich und basisdemokratisch klingen soll. In Wirklichkeit ist er meist ein ausgesprochener Anhänger monarchistischer Strukturen, natürlich mit sich selbst an der Spitze. Er kommandiert, schreit, droht und darf das auch alles, weil: Er hat ja nur das Wohl der Gäste im Sinn. Das der Animateure leider nicht. Da bleibt nur: ignorieren. Oder zurückbrüllen und ein Flugticket nach Hause buchen.

Animation: Von Beruf Touristen-Bespaßer
Getty Images
Weltweit sind mehrere Tausend Animateure für die Unterhaltung von Hotelgästen zuständig, allein das Touristikunternehmen TUI beschäftigt 1000 pro Jahr. Meist werden sie im Mittelmeerraum eingesetzt und arbeiten in der Sommer-Saison von April bis Oktober.
Disco

Trägt oft verlockend exotische Namen wie "El Palacio de la Noche", stellt sich dann aber beim ersten Besuch als mit Girlanden und Discokugel notdürftig umgestalteter Hotelkeller heraus. Trotzdem absolute Anwesenheitspflicht. Irgendjemand muss hier ja mit gutem Beispiel vorangehen und Spaß haben. Wenn nicht die Animateure, wer dann?

Essen

Wiederholt sich alle 7 oder 14 Tage. Einerseits schön, weil man sicher sein kann, dass die Tintenfischringe in mediterraner Tomaten-Pfeffer-Sauce bald wieder auf dem Teller liegen werden. Andererseits schlimm, weil man sicher sein kann, dass die Tintenfischringe in mediterraner Tomaten-Pfeffer-Sauce bald wieder auf dem Teller liegen werden.

Freizeit

Gibt es nicht. Der eine freie Tag, der dem Animateur zusteht, geht fürs Schlafen, Ausruhen und Erholen von den Gästen drauf.

Gäste (nervende)

Es hilft nichts: Der rotgesichtige Herr im fröhlichen Hawaiihemd, der von der Poolbar winkt und anzüglich zwinkert, gehört zu dir. Genauso wie die Blondine mit Glitzerbikini und Sonnenbank-Abo, die ausdauernd von ihrer letzten gescheiterten Beziehung erzählt. Es gibt kein Entkommen, denn beide haben für deine ungeteilte Aufmerksamkeit gezahlt. Bester Plan: freundlich lächeln, (zurück-)winken, ein Ballspiel organisieren und im Trubel des Wettkampfes schnell verschwinden.

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"Schwarzbrot, Sauerkraut, Schalke 04 - nach einigen Monaten im Ausland beginnt man, typisch deutsche Dinge zu vermissen." Ich denke, dass ein Animateur nach einer gewissen Zeit wohl eher die Gesellschaft richtiger [...]
"Schwarzbrot, Sauerkraut, Schalke 04 - nach einigen Monaten im Ausland beginnt man, typisch deutsche Dinge zu vermissen." Ich denke, dass ein Animateur nach einer gewissen Zeit wohl eher die Gesellschaft richtiger Menschen vermissen wird. Sollten mich als Urlauber (der ist ja gegenüber dem Animateur in der glücklichen Lage, nach etwa zwei Wochen wieder abhauen zu können) jemals solche Zustände wie von Ihnen beschrieben erwarten, dann hoffe ich, nie in meinem Leben in einem Ferien-Club zu landen.
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