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Zauberer aus Franken Mit Hokuspokus nach Hollywood

Na, an welche Zahl haben sie gerade gedacht? Zur Großansicht
dapd

Na, an welche Zahl haben sie gerade gedacht?

Er kann Zahlen erraten und Farben mit geschlossenen Augen erkennen: Christoph Kuch ist Weltmeister der Mentalmagie. Durch den Titel wurde der renommierte Zauberclub "Magic Castle" aus Los Angeles auf ihn aufmerksam. Die Amerikaner möchten den Filialleiter aus Franken engagieren.

"Wenn der Finger zum Himmel zeigt, schaut nur ein Dummkopf den Finger an." Das ist das Lebensmotto von Christoph Kuch, 37, und gleichzeitig sein Erfolgsrezept. Er ist Zauberer. Eigentlich nur in seiner Freizeit, doch seit er vor einem Monat die Weltmeisterschaft der Zauberkunst in der Kategorie "Mentalmagie" gewonnen hat, eröffnen sich für den Niederlassungsleiter eines Baukonzerns aus dem bayerischen Stein ganz neue Jobperspektiven: Das "Magic Castle" in Los Angeles, der berühmteste Zauberclub der Welt, möchte den deutschen Magier engagieren.

Das amerikanische Zauberschloss gilt als Mekka der Magie. Das Gebäude erinnert mit seinen verspielten Türmchen ein wenig an die Zauberschule "Hogwarts" aus den Harry Potter-Büchern. Es wurde 1908 erbaut und ist seit den sechziger Jahren im Besitz der "Academy of Magical Arts". Für Zauberer wie Besucher gelten die gleichen strengen Regeln: Hinein darf nur, wer eine persönliche Einladung erhalten hat. David Copperfield und Siegfried & Roy haben hier ihre Karrieren begonnen.

"Auch wenn ich eine Art magischer Hellseher bin, mit einem solchen Angebot hätte ich nicht mal im Traum gerechnet", sagt Kuch. Für Zaubertricks konnte er sich schon als Kind begeistern. Auf die Mentalmagie hat er sich vor acht Jahren spezialisiert: Er bringt die Farbsteine eines Zauberwürfels mit verbundenen Augen wieder in die richtige Reihenfolge, rechnet schneller als ein Taschenrechner oder errät von seinen Zuschauern die PIN-Nummern ihrer EC-Karten.

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"Was ich mache, ist eine Mischung aus Realität und Fiktion, aus Psychologie, unbewusster Beeinflussung und Zauberei", sagt Kuch. Für seine Tricks nutze er typische Angewohnheiten aus: "Wenn die Batterie einer Fernbedienung leer ist, drücken wir fester auf die Knöpfe, obwohl das ja eigentlich völliger Quatsch ist." Manche seiner Zaubertricks seien aber auch einfach pure Mathematik. Auf seiner Homepage kann jeder fünf virtuelle Zaubertricks ausprobieren: Die Karte, die man sich gemerkt hat, verschwindet am Ende vom Monitor.

An seinem spektakulärsten Bühnentrick hat er mehrere Jahre gearbeitet: Es ist eine imaginäre Tauchreise zum versunkenen Luxusliner Titanic. Wie tief wird getaucht? Wie heißt das Tauchboot? Welches Jahr steht auf einer alten Münze? Ein Zuschauer aus dem Publikum darf sich alles frei ausdenken. Dann öffnet Kuch einen Briefumschlag und zieht einen Zettel heraus, auf dem genau die Angaben stehen, die sich der Freiwillige ausgedacht hat. Am Ende der Show nimmt Kuch eine Kette von seinem Hals, an der eine Münze baumelt - mit der eingravierten Jahreszahl.

Mit diesem Auftritt sicherte sich der Franke die Weltmeisterschaft in Blackpool unter 160 Teilnehmern aus 26 Ländern und vor rund 3000 Zuschauern. Im Jahr davor hatte er mit dem Trick schon die Deutsche Meisterschaft der Zauberkunst gewonnen; die Voraussetzung, um bei der Weltmeisterschaft teilnehmen zu können.

Bis Ende des Jahres muss sich der Hobby-Magier entscheiden, ob er das verlockende Angebot aus Hollywood annehmen will. "Ich habe ja Familie, da ist das alles nicht so einfach", sagt Kuch. Und seine eigen Frau sei sogar für ihn undurchschaubar.

Roland Beck/dapd/vet

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