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Nach dem Burnout "Es könnte jederzeit wieder passieren"

Raus in die Natur: Und wenn es nur für eine halbe Stunde ist Zur Großansicht
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Raus in die Natur: Und wenn es nur für eine halbe Stunde ist

Es gibt ein Leben nach dem Zusammenbruch - und das soll anders sein als vorher, entspannter, gelassener. Aber wie setzt man die guten Vorsätze um? Drei Betroffene erzählen, wie sie sich und ihren Alltag nach der Diagnose Burnout verändert haben.

Stress gehört zum Leben. Aber in einer beschleunigten, vernetzten Welt verkraften viele Menschen die wachsende Belastung nicht mehr, fühlen sich vor allem im Job gehetzt. Ab wann macht Stress krank? Und wie kommt es zum Burnout? Das neue SPIEGEL-Buch "Diagnose Burnout" zeigt, wie man der Überforderung vorbeugen kann. SPIEGEL-Autoren stellen neue Erkenntnisse von Wissenschaftlern, Ärzten und Therapeuten vor. Nicola Abé hat aufgezeichnet, wie drei Betroffene ihr persönliches Tief überwunden haben.

Arne Reese, Chef eines Ingenieurbüros:

"Es waren verschiedene Ereignisse, die zu meinem Burnout führten: Meine Partnerin hatte mich verlassen. Ich stand mit zwei kleinen Kindern allein da; mein Lebensentwurf war gescheitert. Gleichzeitig gingen zwei meiner wichtigsten Kunden pleite. Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich Existenzängste und wusste nicht, wie ich die nächste Miete bezahlen sollte. Zuletzt hatte ich mich praktisch über alles aufgeregt, egal ob ein Arbeiter ein Rohr falsch verlegt hatte oder jemand auf der Autobahn vor mir zu langsam fuhr.

Der Wendepunkt kam, als mein Arzt mich krankschrieb. Davor hatte ich mich lange Zeit gedrückt. Als selbständiger Ingenieur bedeutete das für mich einen großen finanziellen Verlust. Aber ich war an einem Punkt in meinem Leben angelangt, wo ich keine Perspektive mehr sah. Ich war nur noch müde. Einmal hatte ich sogar in meinem Auto auf einem Parkplatz übernachtet. Die Müdigkeit hatte mich so plötzlich überfallen, dass ich nicht mehr weiterfahren konnte, obwohl es nur noch zehn Kilometer bis zu meiner Wohnung gewesen wären.

Nun hatte ich es also schriftlich: Ich war krank. Irgendwie war es fast eine Erleichterung. Mein Arzt hatte mich gefragt, worauf ich denn Lust hätte. Das solle ich machen. Also ging ich frisches Gemüse kaufen, stellte mich in die Küche und schnippelte Salat.

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In den folgenden Wochen versuchte ich, mir darüber klarzuwerden, was mir in meinem Leben wichtig ist. Ich entwarf ein Modell mit drei Säulen: Familie, Beruf und Sport. Ich machte eine ambulante Gesprächstherapie, die mir geholfen hat, die Trennung von meiner Partnerin zu akzeptieren. Für meine Töchter organisierte ich mit Hilfe meiner Mutter Krippenplätze. Ich hatte erkannt: Nur wenn es mir gutgeht, geht es auch den Kindern gut.

Als ich nach zwei Monaten wieder ins Büro zurückkehrte, kam ich mit festen Vorsätzen, dreimal die Woche wollte ich zum Sport gehen. Seither nehme ich mir diese Zeit, wäge nicht mehr ab, ob es vielleicht doch besser wäre, früher nach Hause zu kommen. In dieser Hinsicht bin ich radikal geworden.

Als Chef bin ich heute entspannter. Wenn ich morgens ins Büro komme und merke, die Stimmung ist nicht gut, alle sitzen lustlos auf ihren Stühlen, dann lade ich meine Mitarbeiter einfach zum Frühstücken ein. Croissant und Orangensaft mit Blick aufs Wasser - das ist wie ein kleiner Urlaub. Das kostet dann vielleicht eineinhalb Stunden Zeit, bringt aber auch viel.

Es sind die kleinen Dinge, die mich glücklich machen

Ich versuche, mich über Kleinigkeiten nicht mehr so aufzuregen. Wenn jemand ein Rohr falsch verlegt hat, bleibe ich freundlich und frage: Wie können wir das verhindern, was können wir verbessern? So erreiche ich mein Ziel viel leichter. Mit meiner Ex-Partnerin habe ich inzwischen eine Lösung für die Kinderbetreuung gefunden: Ich habe die beiden Mädchen von Montag bis Mittwoch, sie von Mittwoch bis Freitag, an den Wochenenden wechseln wir uns ab.

Manchmal überkommt mich wieder die Müdigkeit. Ich kämpfe dann nicht dagegen an, sondern versuche, mir eine kleine Ruhepause einzurichten, zehn Minuten in meinem Büro zu schlafen.

Es geht mir finanziell wieder gut. Aber ich habe damals gelernt, mit wenig auszukommen. Das war eine gute Erfahrung für mich. Ich weiß, dass ich nicht ständig neue Kleidung brauche oder essen gehen muss. Es sind die kleinen Dinge, die mich glücklich machen. Begegnungen mit Menschen, die ich interessant finde, ein Lächeln, ein Blick im Vorbeigehen.

Mein Burnout ist acht Jahre her. Seitdem geht es mir gut, und ich fühle mich stabil. Aber mir ist auch klar: Es könnte jederzeit wieder passieren. Nur habe ich keine Angst davor. Ich weiß, dass ich da auch wieder rauskommen würde. Eigentlich hat mich die Krankheit stärker gemacht."

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1. weil ich es weiß, versuche ich dagegen zu leben...
spargel_tarzan 08.08.2012
Zitat von sysopDPAEs gibt ein Leben nach dem Zusammenbruch - und das soll anders sein als vorher, entspannter, gelassener. Aber wie setzt man die guten Vorsätze um? Drei Betroffene erzählen, wie sie sich und ihren Alltag nach der Diagnose Burnout verändert haben. http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,842844,00.html
ende der 90er war es bei mir soweit. ich war in einer gesprächstherapier und daraus ergab sich eine 6 wöchige psychosomatische kur. das dort gelernte versuchte ich mit entspannungs- und yogaübungen weiter zu führen. es ging, doch freizeitsport war nie mein ding. parallel hatte ich das glück in einem anderen bereich arbeiten zu können. dies war ein wesentlicher schritt und der zweite entscheidende schritt war, nur die regelarbeitszeit zu absolvieren. die erholung an den wocheneden zu nutzen und sich dem druck zu widersetzen, denn streß kommt nicht von außen, streß erzeugt man sich selbst. in den letzten jahren wurde es wieder heftiger und doch finden eben keine wocheenden im büro statt und der feierabend wird um maximal 30 minuten überzogen. den druck der jahre bis ende der 90er lassen ich nicht an mich heran. ich versuche gelassener zu sein und jetzt mit 60 und einer relativen absicherung schreckt mich auch nicht die zukunft oder vielleicht eine eintretende arbeitslosigkeit. diese ängste, die letztlich mit zur erschöpfung geführt haben, kommen nur noch selten vor. mein hobby ist mir fast wichtig, denn dies bedeutet für mich erholung in der freizeit.
2. Burn Outing Teil 1
no-panic 08.08.2012
Ich war selbstständig, glücklich verheiratet, eigenes Haus. Dann kam der Umzug in ein anderes Bundesland. Immer noch glücklich verheiratet, wieder ein eigenes Haus, aber die Selbstständigkeit mußte ich aufgeben. Nach diversen Festanstellungen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht funktionierten, kam die Zeitarbeit. Ich habe viel gearbeitet, der Einsatzort war 70 km weit weg, mit Fahrzeit und Pausen war ich täglich mindestens 14 Stunden unterwegs. Am Abend versorgte ich noch meine Ziegen, den großen Garten und das alte Haus. 3 Samstage im Monat Arbeit waren normal, ich kam eigentlich gar nicht zur Ruhe. Dann kam die Trennung, meine Ex-Frau wollte nicht mehr und ich landete in einer kleinen 2 Zimmer Wohnung. Kerin Haus, keine Ziegen, kein Garten. Die Abende waren leer, soziale Kontakte hatte ich quasi keine. Der Umzug hatte Geld gekostet, das ich nicht hatte, die Bank half mit einem Kredit, der mit exorbitanten Zinsen ausgestattet war, einem Zeitarbeiter leiht keiner gerne Geld. Der nächste Schlag war die weltweite Krise, in dem Betrieb, an den ich ausgeliehen war, mußten alle Zeitarbeiter gehen, ich verlor meine Anstellung. Das Arbeitslosengeld berechnet sich nach dem zu versteuernden Einkommen, bei Zeitarbeiternehmern fällt dieses sehr niedrig aus, da Spesen und Fahrgeld steuerfrei bezahlt werden. Ich konnte den Kredit nicht mehr bedienen, um wenigstens mobil zu bleiben, zahlte ich die Kfz Versicherung statt der Miete, die Gläubiger waren nicht gesprächsbereit, Inkassounternehmen standen vor der Tür, bzw landeten deren Drohungen in meinem Briefkasten. Es gab auch schöne Momente, zum Beispile, als ich meine jetzige Frau kennenlernte. Das holte mich kurzfristig wieder aus dem Tief, ich fand auch eine neue Anstellung bei einem Zeitarbeitsunternehmen. Aber nur für ein paar Monate, dann war ich wieder arbeitslos, der Arbeitsmarkt war tot, selbst für Zeitarbeit. Zwischenzeitlich erkrankte meine Frau an einer schlimmen Depression, ihre Vergangenheit hatte sie eingeholt. Ich kümmerte mich um sie, suchte weiter Arbeit und schmiß den kompletten Haushalt. Nebenher stritt ich mit meinen Gläubigern, die mir die Schlinge um den Hals zu legen drohten. Ich schlief schlecht, trank zuviel und verlernte das Lachen. Ich fand wieder Arbeit, stand aber unter enormem Druck, den Job nicht wieder zu verlieren.
3. Burn Outing Teil 2
no-panic 08.08.2012
Eines Morgens wachte ich auf und hatte Angstschweiß am ganzen Körper. Ich konnte nicht aufstehen, konnte nicht mehr arbeiten. Das war mein Zusammenbruch. Mein Arzt schrieb mich krank, ich ging zum Psychologen, bekam Psychopharmaka und eine Reha in einer psychosomatischen Klinik. Inzwischen hatte ich mich auch aufgerafft und die Schuldnerberatung um Hilfe gebeten, das Verfahren zur privaten Insolvenz läuft inzwischen. In der Reha wurde mir dann klar, daß ich an Unterforderung leide, der Prozess war lang und schmerzhaft, ich mußte dafür tief in mein Innerstes blicken. Dabei kam natürlich noch anderer Müll zutage, an dem ich weiterhin mit Hilfe von Psychotherapie arbeite. Ich kann meinen Beruf nicht mehr ausüben, das sozialmedizinische Gutachten empfiehlt eine Umschulung/Weiterbildung, die Rentenversicherung ziert sich aber immer noch, konkret zu werden. Ich suche mir inzwischen Hilfe bei Sozialdiensten, um ein Weiterkommen zu erreichen. Mit knapp 50 Jahren möchte ich noch einmal etwas erreichen, diesmal im richtigen Beruf, nicht im Erzwungenen. Ich habe eine Durststrecke vor mir, die es unmöglich macht, Auszeiten zu nehmen und mal eben ein Wochenende irgendwo zu verbringen, finanziell ist dies unmöglich. Ich suche meine Auszeiten in der Natur, gehe täglich spazieren, meditiere und mache Yoga. Schreiben hilft mir auch, es lenkt mich ab, ich schreibe an einer Biographie. Meine Frau ist nicht gesund, braucht mein Verständnis und meine Unterstützung. Ich lebe in ständiger Angst, wieder einzubrechen und mein Leben nicht mehr stemmen zu können, aber ich bin auch nicht bereit, aufzugeben. Ich hatte einen Burn out, aber ich hatte ihn, weil ich unterfordert war. Ich bin ermüdet, erschöpft im Kampf gegen die Windmühlen, die mich immer wieder umbliesen, sobald ich einen halbwegs festen Stand gefunden hatte.Ich bin Sysiphos, der eine absolut sinnlose Aufgabe erfüllen muss, aber immer kurz vor Erreichen dieses sinnlosen Ziels von einer höheren Macht zurück an den Start geworfen wird.
4. Der Druck ist zu groß
yogi_muc 08.08.2012
Ich habe ähnliches erlebt, relativ rechtzeitig die Reißleine gezogen, und bin erstmal ein Jahr durch Asien gereist und habe Yoga praktiziert, viel gelesen und den Computerkonsum auf 1x die Woche Internetcafé reduziert. Wie heißt es so schön, bis 45 wird die Gesundheit geopfert um Geld zu verdienen, danach wird das Geld geopfert um die Gesundheit wieder zu erlangen. Shareholder Value, Mobbing, Rentabilitätsstreben, Gewinnmaximierung, Globalisierung etc. machen uns alle krank.
5. starkes Ich
RALF ALG III 08.08.2012
Bei mir begann es 2005, kurz nachdem ich von der Sozialhilfe in das Hartz-IV-System kam und eine Eingliederungsvereinbarung unterschreiben mußte. Ich machte mir selbst wahnsinnigen Stress, indem ich versuchte, am Tag mehr als drei Bewerbungen zu schreiben. Das konnte nicht lange gut gehen. Irgendwann brach ich zusammen. Ich hatte mich überfordert. Mein Antrag auf eine psychosomatische Kur wurde vom Amtsarzt abgelehnt. Aber wenigstens wurde der Bewerbungsdruck reduziert. Statt drei mußte ich nur noch eine Bewerbung schreiben. Ich lasse es heute ruhiger angehen. Ich mache mir nicht mehr diesen total irrsinnigen Druck. Manchmal geh ich einfach spazieren und lege mich in eine Wiese, lasse die Seele so richtig baumeln. Gegen Burnout hilft letztlich nur ein starkes Ich, das dem unmenschlichen Leistungsdruck der Arbeitswelt etwas Eigenes entgegensetzt.
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